Breite Ja-Front für Windräder

Rat erweitert geplante Vorrangzone an der »Lümke« von 24 auf 28 Hektar

mir Hilchenbach. »Widerstandsnester« gegen die Windkraft gibt es einige im Siegerland: im oberen Johannland, in der Freudenberger Peripherie, auch in Volnsberg/Breitenbach. Hilchenbach hingegen ebnet jetzt dem Windrad-Bau an der »Lümke« den Weg. Ja, angesichts der Debatte im Rat scheint die Unterstützung in der Bürgerschaft beträchtlich.

Mit breiter Mehrheit (33:6 Stimmen) akzeptierte der Rat die Ausschuss-Empfehlung, die geplante Vorrangzone von 24 auf 28 Hektar (Höhen rund 560 bis 580 m) zu vergrößern. Der Bau von vier Windkraftanlagen ist damit flächenmäßig möglich. Lediglich die A 4-Trasse verhinderte eine weitere Ausbreitung auch auf die exponierte Spitzenlage an der »Lümke« (624 m), wie von der FDP nachdrücklich gefordert und beantragt. Auf niedrigere Flächen hätte man gerne verzichtet.

Baudezernent Michael Kleber mahnte allerdings: Selbst eine reduzierte Zone garantierte keine Zustimmung der Kreisverwaltung. Und falls die im Vorfeld gestrichene Höhenzone doch beantragt werden sollte, führe das unweigerlich zu einer noch längeren Verfahrensdauer.

Als absoluter Windkraft-Fan zeigte sich einmal mehr Klaus Stötzel (SPD): »Von mir aus könnten wir 20 Windräder bauen.« Er befürwortete die »große« Variante, »jetzt dürfen wir nicht zu kurz springen«. Dass die Sache zügig vorankommt, befürwortete auch Rudolf Hoffmann (UWG). Vorsichtig erkundigte er sich schon mal, ob später eine Erweiterung möglich sei. Dazu Kleber: »Das kann versucht werden.« Nichts Verbindliches zur Windkraft gefunden hatte Hartmut Thomas (Grüne) im Wasserschutzgesetz: Wenn dort eine Autobahn gebaut werden dürfe, dann werde man auch Betonfundamente für Windräder errichten können.

Pro Windkraft gab es jede Menge Äußerungen. Etwa die von Ernst-Heinrich Hofmann (FDP): »An die Eisenbahn und die vielen Oberleitungen haben wir uns auch gewöhnt.« Oder Gerhard Lattek (SPD): »Atomstrom ist nicht jedermanns Sache. Hilchenbach will Zeichen setzen und eine Vorrangzone mit mehreren Windrädern ermöglichen. Mit vier Windrädern wird die Sache der Wirtschaftlichkeit näher gebracht.«

Aufmerksam gelesen hatten die Stadtverordneten die Stellungnahme des Landesbetriebs Straßen NRW. Und keiner hatte dort Gründe für eine Reduzierung der Zone herauslesen können. Kleber warnte vor Euphorie, erinnerte an die erforderliche Befreiuung vom Landschaftsschutzgebiet. Dazu wird der Landschaftsbeirat gehört, und dessen Skepsis gegenüber der Windkraft ist auch in Hilchenbach bekannt. Kleber jedenfalls äußerte sich diplomatisch: »Aus meiner früheren Tätigkeit heraus kenne ich Jürgen Sartor ganz gut.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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