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Tarifstreit geht weiter
Celenus fordert Gerechtigkeit von der Politik

In der Pandemie sprangen die Beschäftigten der Celenus-Klinik Hilchenbach ein, um die Akuthäuser zu entlasten. Einen Bonus gab es nicht.
  • In der Pandemie sprangen die Beschäftigten der Celenus-Klinik Hilchenbach ein, um die Akuthäuser zu entlasten. Einen Bonus gab es nicht.
  • Foto: bjö
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/nja Hilchenbach. Bevor in der kommenden Woche die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt zwischen der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach und der Gewerkschaft Verdi ansteht, meldet sich Krankenhaus-Betreiber Celenus zu Wort. Man habe in der jüngsten, der vierten Tarifrunde "erneut ein deutlich erhöhtes Tarifangebot" vorgelegt. "Dieses beinhaltet u. a. eine Corona-Prämie von 1027 Euro je Vollzeitbeschäftigtem." Celenus appelliert dabei aber auch an Bund und Länder, "endlich für eine gerechte Entlohnung in Pandemiezeiten – auch für die Celenus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter – zu sorgen".

Das Klinikum war 2021 "erneut Entlastungskrankenhaus für Corona-Patientinnen und -Patienten.

sz/nja Hilchenbach. Bevor in der kommenden Woche die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt zwischen der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach und der Gewerkschaft Verdi ansteht, meldet sich Krankenhaus-Betreiber Celenus zu Wort. Man habe in der jüngsten, der vierten Tarifrunde "erneut ein deutlich erhöhtes Tarifangebot" vorgelegt. "Dieses beinhaltet u. a. eine Corona-Prämie von 1027 Euro je Vollzeitbeschäftigtem." Celenus appelliert dabei aber auch an Bund und Länder, "endlich für eine gerechte Entlohnung in Pandemiezeiten – auch für die Celenus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter – zu sorgen".

Das Klinikum war 2021 "erneut Entlastungskrankenhaus für Corona-Patientinnen und -Patienten. Doch während im vergangenen Jahr alleine in Nordrhein-Westfalen die Beschäftigten von 228 Kliniken rund 108 Millionen Euro an Corona-Prämien vom Land erhielten, gingen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hilchenbach leer aus. Und das, obwohl sie die gleichen Leistungen erbringen und den gleichen Belastungen ausgesetzt sind wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Akutkrankenhäusern. Rehakliniken blieben schlicht unberücksichtigt", lautet die Kritik.

Harsche Kritik von der Celenus-Klinik Hilchenbach an der Politik

„Das ist eigentlich ein Skandal“, kommentiert Klinikdirektorin Christiane Sauvonnet. „Unsere Mitarbeiter springen ein, um in diesen schwierigen Zeiten die Akuthäuser zu entlasten, geben Tag und Nacht alles, um Corona-Patienten bestmöglich zu versorgen, und werden von der Politik schlichtweg ignoriert.“ Ein Brandbrief an den damaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei unbeantwortet geblieben. Durch die besonderen Belastungen der Corona-Pandemie befinde man sich in einer wirtschaftlich sehr herausfordernden Situation, heißt es in einer Pressemitteilung. Hinzu komme, dass Reha-Kliniken – im Gegensatz zu Akutkrankenhäusern – aufgrund der Vergütungsstruktur Personal- und Materialkostensteigerungen gegenüber den Kostenträgern nicht geltend machen könnten.

Beschäftigte der Celenus-Klinik treten vor die Tür

Celenus bittet vor diesem Hintergrund auch Verdi um Solidarität in den laufenden Tarifverhandlungen:  „Wir brauchen Stabilität und Planungssicherheit und gehen mit unserem Angebot an die absolute Grenze des wirtschaftlich Machbaren“, sagt Christiane Sauvonnet. Die angebotene Corona-Prämie müsse Celenus selber zahlen. „Aber das tun wir gerne, wenn die Politik schon keine Wertschätzung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übrig hat“,  betont Christiane Sauvonnet. Das Tarifangebot enthalte zusätzlich eine gestaffelte Lohnerhöhung von insgesamt 4,72 Prozent inklusive Sockelanhebung. Ein Tarifabschluss mit Verdi ist laut Geschäftsführung bis Ende Februar notwendig, da der Arbeitgeber ansonsten die Bedingungen für die Auszahlungen der steuerfreien Corona-Prämie nicht mehr erfüllen kann.

Aktive Mittagspausen vor der Klinik in Hilchenbach

Die Verdi-Forderung belaufe sich hingegen in nur zwölf Monaten auf umgerechnet 10,5 Prozent Tarifanpassung: "Eine Forderung, die in dieser Größenordnung nach fast 24 wirtschaftlich äußerst schwierigen Monaten und mit unsicherer Vorausschau schlicht nicht erfüllbar ist. Bei den Laufzeiten sind die Tarifpartner sich inzwischen entgegengekommen, auch wenn eine Einigung noch nicht erfolgt ist." Zur Erinnerung: Verdi hatte die rund 330 Beschäftigten der Hilchenbacher Klinik jüngst schon zweimal zu aktiven Mittagspausen vor die Türen gebeten. Dabei wurde deutlich, dass das Arbeitgeberangebot nicht akzeptabel sei. Dass eine Corona-Prämie Bestandteil des Tarifangebots sei, dafür gibt es ebenfalls keinen Applaus.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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