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Der Wald im Wandel (SZ-Serie)
China benötigt Käferholz für boomende Baubranche

Viele Waren werden aus China über den Seeweg geliefert. Oft wurden die Container leer zurück geschifft, jetzt werden sie mit Käferholz gefüllt.
  • Viele Waren werden aus China über den Seeweg geliefert. Oft wurden die Container leer zurück geschifft, jetzt werden sie mit Käferholz gefüllt.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sp Vormwald. Ganze Landstriche verändern sich. Fichtenwälder verschwinden, weil zahlreiche tote Fichten gefällt werden. So viel und so schnell, dass es den deutschen Markt überschwemmt. „Zurzeit fällt mehr Holz an, als inländisch verarbeitet werden kann“, sagt der Leiter des Regionalforstamtes, Manfred Gertz. Die Sägewerke liefen auf Hochtouren, aber sie kämen nicht hinterher bei der Verarbeitung des Käferholzes, „selbst, wenn sie sich Mühe geben“.
„Wir schlagen im Moment das fünf- bis sechsfache ein von dem, was wir sonst einschlagen.“ Gertz spricht von 20 Millionen statt 4 Millionen Festmetern (ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse). Seit etwa einem Jahr wird das meiste Holz ins Ausland exportiert, der Hauptabnehmer: China.

sp Vormwald. Ganze Landstriche verändern sich. Fichtenwälder verschwinden, weil zahlreiche tote Fichten gefällt werden. So viel und so schnell, dass es den deutschen Markt überschwemmt. „Zurzeit fällt mehr Holz an, als inländisch verarbeitet werden kann“, sagt der Leiter des Regionalforstamtes, Manfred Gertz. Die Sägewerke liefen auf Hochtouren, aber sie kämen nicht hinterher bei der Verarbeitung des Käferholzes, „selbst, wenn sie sich Mühe geben“.
„Wir schlagen im Moment das fünf- bis sechsfache ein von dem, was wir sonst einschlagen.“ Gertz spricht von 20 Millionen statt 4 Millionen Festmetern (ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse). Seit etwa einem Jahr wird das meiste Holz ins Ausland exportiert, der Hauptabnehmer: China. „Das ist der größte Schnittholzverbraucher weltweit. Die aktuell schwierigen Handelsbeziehungen zu den USA spielen uns dabei in die Karten“, sagt Gertz. Der Holzbedarf in China sei groß, dort werde viel gebaut und es gebe viele Sägewerke. Das Holz wird für Neubauten verwendet, für die Schalungen zum Betongießen.

50 Container mit Käferholz gehen täglich nach China

„Das Holz bleibt in China“, so der Leiter des Regionalforstamtes, das am Tag etwa 50 Container mit 1000 Festmetern Holz aus dem Staatswald auf den Weg nach Fernost schickt. Vor ein paar Wochen sei es eine Fläche von insgesamt über 2000 Hektar gewesen, auf denen Fichten gefällt wurden. „Wir gehen jetzt bestimmt schon Richtung 3000 Hektar.“
Die Logistik ist „recht geschmeidig. Viele Waren werden aus China importiert. Die Container sind häufig wieder leer nach China zurück geschifft worden.“ Jetzt werden sie mit Käferholz gefüllt. Handelsfirmen kümmern sich um die Abwicklung, kaufen das Holz in Deutschland und verkaufen es nach Fernost. Hunderte Lkw mit vollen Containern verlassen die hiesige Region. Sie fahren vorwiegend zum Hafen nach Rotterdam, aber auch nach Hamburg. Die Stämme auf Schienen ans Wasser zu bringen, wäre eine zweite Möglichkeit, die aber deutlich aufwendiger und in der kurzen Zeit schwieriger umzusetzen sei. „Das Käferholz ist etwas minderwertiges Bauholz. Es hat eine eingeschränkte Nutzungsqualität, ist zum Teil blau eingefärbt“, sagt Gertz. Außerdem ließe es sich nicht so leicht schneiden, weil es schon recht trocken sei. Neben der Verwendung zum Bauen wird das Käferholz, vor allem der obere Teil des Baumes, auch zu Spannplatten, Pellets oder zu Papier verarbeitet.

SZ-Serie: Der Wald im Wandel Trockenheit, durstige Bäume, saure Böden, dazu gefräßige Schädlinge wie der Borkenkäfer: Unser Wald verändert sich, ist vielerorts gestresst. Die einen, etwa die Waldbauern, leiden unter den Folgen dieses Wandels oder müssen sich für die Zukunft wappnen, die anderen, z. B. die Touristiker, sehen sogar in der Krise Chancen für die Region. All das hat die Redaktion in der Serie „Wald im Wandel“ aufgearbeitet; in unseren Beiträgen begleiten wir Nutzer und Nutznießer des heimischen Waldes auf ihrem Pfad durch das Dickicht der Herausforderungen, die das Grün ihnen abverlangt oder verheißt. Hier die Themen im Überblick: 16. Oktober: Käferholz für Fernost. 19. Oktober: Unterwegs mit einem Wegezeichner. 21. Oktober: Forstarbeiter im Dauereinsatz. 23. Oktober: Die Jagd unter radikal anderen Bedingungen. 26. Oktober: Nach dem Kahlschlag: Wie wird wieder aufgeforstet? 28. Oktober: Der Rubel rollt nicht mehr, zahlen die Waldgenossen die Zeche? 30. Oktober: Zu Besuch im Waldkindergarten. 2. November: Neue Aus- und Ansichten – der Wald aus der Vogelperspektive. 6. November: Der Tourismus geht neue Wege. 9. November: Wie erzähle ich es dem Kinde? – ein Didaktik-Interview. 13. November: Mit dem Holzrücker im Einsatz. 18. November: Wald der Zukunft – Diskussion mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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