SZ

Hilchenbacher Café-Projekt startete erfolgreich
Das Herz am rechten Fleck

Jutta Neuhaus, Inge Bruch und Annette Czarski-Nüs (v. l.) gehören zu den Ehrenamtlichen, die der Stadt Hilchenbach wieder zu einem Café verholfen haben.
  • Jutta Neuhaus, Inge Bruch und Annette Czarski-Nüs (v. l.) gehören zu den Ehrenamtlichen, die der Stadt Hilchenbach wieder zu einem Café verholfen haben.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Hilchenbach. „Genau so etwas hat in Hilchenbach gefehlt.“ Nicht selten hat Inge Bruch diesen Satz zu hören bekommen in den vergangenen Wochen, wenn sie frohgemut ihren Dienst antrat. Die 81-Jährige ist die Älteste des Dutzends, das sich seit Ende August bei der Testphase für einen neuen Treffpunkt in der Hilchenbacher Stadtmitte einbringt. Die jüngste Kollegin hat sie gleich mit ins Boot geholt – Enkelin Emma Stötzel, 21. Was offenbar gefehlt hat in dieser Stadt mit ihrem historischem Marktplatz, mit Senioreneinrichtungen und Neurologischer Fachklinik, war das „Café Herzstück“. Seit der Schließung des Stadtcafés an der Dammstraße vor etwa fünf Jahren fand sich niemand, der das wirtschaftliche Risiko eingehen wollte oder konnte, die Marktlücke zu schließen.

js Hilchenbach. „Genau so etwas hat in Hilchenbach gefehlt.“ Nicht selten hat Inge Bruch diesen Satz zu hören bekommen in den vergangenen Wochen, wenn sie frohgemut ihren Dienst antrat. Die 81-Jährige ist die Älteste des Dutzends, das sich seit Ende August bei der Testphase für einen neuen Treffpunkt in der Hilchenbacher Stadtmitte einbringt. Die jüngste Kollegin hat sie gleich mit ins Boot geholt – Enkelin Emma Stötzel, 21. Was offenbar gefehlt hat in dieser Stadt mit ihrem historischem Marktplatz, mit Senioreneinrichtungen und Neurologischer Fachklinik, war das „Café Herzstück“. Seit der Schließung des Stadtcafés an der Dammstraße vor etwa fünf Jahren fand sich niemand, der das wirtschaftliche Risiko eingehen wollte oder konnte, die Marktlücke zu schließen. Eine bürgerschaftliche Initiative spielte bereits seit längerer Zeit mit dem Gedanken, genau hier in die Bresche zu springen.

Als das Ladenlokal unter der Buchhandlung mit der Adresse Markt 5 frei wurde, weil der örtliche Fahrradhändler sich im Gerber-Park vergrößerte, nutzten die rührigen Ehrenamtler die Gunst der Stunde. Mit geliehenem Inventar, Mietfreiheit und Entdeckerfreude gingen sie zu Werke und luden zu Kaffee, Kuchen und Gebäck.

"Wer Dienst hat, muss was backen"

Mittwochs, freitags, samstags und sonntags öffnen sie die Türen jeweils von 15 bis 17 Uhr und bieten mit zwölf Plätzen innen und 15 weiteren unter freiem Himmel das an, was Rezeptbuch und Backofen hergeben. „Wer Dienst hat, muss was backen“, erklärt Inge Bruch. „Oder etwas backen lassen“, ergänzt Jutta Neuhaus aus eigener Erfahrung schmunzelnd mit Schulterblick auf ihren Mann Peter, der gerade einen Kaffee serviert.

Die ersten Wochen im gemütlichen Provisorium haben den Macherinnen und Machern Mut gemacht. Wie angekündigt, werden sie am letzten Oktoberwochenende Schluss machen mit der Erprobungsphase – aber nur so lange wie nötig. So lange nämlich, wie sie dafür brauchen, das Konzept langfristig auf solide Beine zu stellen. Ob in Vereinsform oder als Genossenschaft, das wird sich in Kürze zeigen. „Wir sind auf jeden Fall optimistisch, dass es weitergeht“, freut sich Annette Czarski-Nüs auf die Wiedereröffnung, die aber wahrscheinlich erst 2020 ansteht.

Bereits über 500 Gäste bewirtet

Und was genau ist das Erfolgsrezept für das „Café Herzstück“? Was kann das Team, das sich in den vergangenen Jahren niemand zugetraut hat? Sind es die kleinen Details wie Stoffservietten und Blumen aus dem Garten von Waltraud Menn? Ist es die überschaubare Karte ohne Schnickschnack, dafür mit stetiger Abwechslung ? Vielleicht ist es eine Prise von allem. „Wir sind ein Schwätzcafé“, lacht Inge Bruch. Die Gäste treffen sich zum gemütlichen Plausch in zwangloser Umgebung, dürfen sich auch mal stundenlang nur an einem Glas Wasser festhalten, werden nicht am Ende der Öffnungszeiten vor die Tür gesetzt. Die Gastgeberinnen und Gastgeber setzen sich immer wieder dazu, tragen zur Unterhaltung bei. Traurige und schöne Geschichten haben sie gehört in den ersten Café-Wochen, viele bekannte Gesichter kamen vorbei, immer wieder aber auch Besucher von außerhalb, die mit dem Rad oder geschnürten Wanderschuhen Rast machten an der Ecke Markt/Gerbergasse. Über 500 Gäste wurden in der ersten Halbzeit bewirtet.

Hand aufs Herz: Geld verdienen lässt sich auf diese Weise nicht wirklich – ein kommerzieller Hit ist das Café-Projekt nicht, will es auch nicht sein. Genau das ist es dann wohl, das Erfolgsrezept.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

15 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
2 Bilder

Neues Angebot auf 57immo.de
Jetzt Immobilie von Experten bewerten lassen

Gründe für eine Immobilienbewertung gibt es viele: Sie kann erforderlich sein für den Kauf oder Verkauf eines Hauses, beim Schließen eines Ehevertrages oder auch beim Verschenken des Eigentums an die Kinder. Allgemein gilt: Wer den Wert seiner Immobilie kennt, hat in vielen Situationen einen Vorteil. Mit der Immobilienbewertung der Vorländer Mediengruppe bekommen Haus- und Wohnungsbesitzer nun ein passendes Werkzeug zur schnellen und zuverlässigen Einschätzung des Wertniveaus an die Hand – und...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.