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Spektakuläre Arbeiten in Hilchenbacher Windpark (Galerie)
Den Blättern Flügel verliehen

Da waren es nur noch zwei: Im Bürgerwindpark Hilchenbach begannen am Dienstag die eindrucksvollen Arbeiten an der defekten Anlage Nummer 3. Mithilfe eines rund 150 Meter Hohen Großkrans begann ein Spezialunternehmen damit, die Blätter abzumontieren.
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  • Da waren es nur noch zwei: Im Bürgerwindpark Hilchenbach begannen am Dienstag die eindrucksvollen Arbeiten an der defekten Anlage Nummer 3. Mithilfe eines rund 150 Meter Hohen Großkrans begann ein Spezialunternehmen damit, die Blätter abzumontieren.
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cs Hilchenbach. Diese Männer müssen definitiv schwindelfrei sein! Am Dienstag starteten die Angestellten eines ostfriesischen Spezialunternehmens mit den spektakulären Arbeiten an der defekten Anlage im Hilchenbacher Bürgerwindpark. Nach Wochen des Wartens spielte das Wetter endlich mit, strahlender Sonnenschein und vor allem Windstille bedeuteten perfekte Bedingungen. In rund 140 Metern Höhe galt es zunächst, die drei jeweils acht Tonnen schweren und knapp 40 Meter langen Blätter abzumontieren. Erst danach können die Außenverkleidung und schließlich die Nabe selbst zu Boden gelassen werden.
Wie ausführlich berichtet, muss das hintere Hauptlager der zwölf Jahre alten „Mühle“ ausgetauscht werden.

cs Hilchenbach. Diese Männer müssen definitiv schwindelfrei sein! Am Dienstag starteten die Angestellten eines ostfriesischen Spezialunternehmens mit den spektakulären Arbeiten an der defekten Anlage im Hilchenbacher Bürgerwindpark. Nach Wochen des Wartens spielte das Wetter endlich mit, strahlender Sonnenschein und vor allem Windstille bedeuteten perfekte Bedingungen. In rund 140 Metern Höhe galt es zunächst, die drei jeweils acht Tonnen schweren und knapp 40 Meter langen Blätter abzumontieren. Erst danach können die Außenverkleidung und schließlich die Nabe selbst zu Boden gelassen werden.
Wie ausführlich berichtet, muss das hintere Hauptlager der zwölf Jahre alten „Mühle“ ausgetauscht werden. Günter Pulte verfolgte die Arbeiten am Dienstag – gemeinsam mit dem SZ-Redakteur – von der Nachbar-Windanlage aus. Dem Geschäftsführer des Betreiberunternehmens, der Rothaarwind GmbH, war die Erleichterung deutlich anzumerken.

Seit Mai lief es auf der Lümke nicht mehr rund

„Normalerweise kann man mit so einem Wetter im Januar in unserer Region nicht rechnen“, lächelte der Rahrbacher zufrieden. Tatsächlich drohte sich die Geschichte um den Stillstand der nicht mehr funktionsfähigen Anlage zu einer unendlichen zu entwickeln. Seit Mai vergangenen Jahres drehten sich auf der Lümke nur noch vier der fünf imposanten Windräder. Noch im Sommer hatte sich Pulte zuversichtlich geäußert und für Oktober auf den Startschuss für die Reparatur-Arbeiten gehofft – Pustekuchen.
Erst Ende November schafften 42 Schwertransport-Fuhren im Auftrag von Hersteller Enercon einen gigantischen Großkran auf die Baustelle. Als sich dieser einsatzbereit meldete, verzögerte sich die Maßnahme weiter. Erst wurden die wackeren Arbeiter auf einer Baustelle in Brandenburg aufgehalten, dann machte der Wettergott dem Vorhaben mehrfach einen Strich durch die Rechnung.

Hersteller Enercon muss blechen

Die Rothaarwind GmbH hatte indes für die Dauer von 15 Jahren einen Garantie-Vertrag mit Enercon abgeschlossen. Das Unternehmen muss somit für die gesamten Kosten der Maßnahme, vermutlich mehrere Hunderttausend Euro, aufkommen und darüber hinaus einen saftigen Ertragsausfall berappen.
„Normalerweise sollten die Anlagen 20 Jahre halten“, erläuterte Günter Pulte, der für den frühzeitigen „Kollaps“ des Hauptlagers keine Erklärung parat hat. Allerdings verwies der Geschäftsführer darauf, dass die Windräder immerhin bereits rund 100 000 Betriebsstunden „auf dem Buckel“ hätten.

Ganz viel Fingerspitzengefühl erforderlich

Die Reparatur-Arbeiten darf man getrost als echtes Spektakel bezeichnen. An den mit einem Schraubgewinde ausgestatteten Schwerpunkten des Blattes hängte sich der Kran ein, dessen Führer musste ganz viel Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen. Hoch oben waren mindestens zwei Männer unter Einsatz von besonderen Schraubwerkzeugen damit beschäftigt, die rund 100 daumendicken Muttern zu lösen, mit denen die Gewindebolzen der „Flügel“ an der Nabe angebracht sind.
So kam dem Kran die Aufgabe zu, vorsichtig für Entlastung zu sorgen. Zusätzlich wurden die Bauteile an Leinen befestigt, mit denen Bodentrupps für zusätzliche Stabilität sorgten. Unten angekommen, wurde das rund 40 Meter lange Teil auf einen speziellen Lkw verfrachtet und für die Dauer der Bauarbeiten in Sicherheit gebracht.
Grundsätzlich sei es machbar, die Nabe komplett mit allen drei Blättern abzumontieren und an einem Stück abzulassen, dafür benötige man jedoch eine freie Fläche mit einem Radius von mindestens 82 Metern, die dem gesamten Rotordurchmesser entspricht. „Die hat man im Wald naturgemäß nicht“, sagte Günter Pulte, sodass man zwangsläufig auf die knifflige Einzelblattdemontage zurückgreifen müsse.

Weiterer Verlauf hängt vom Wetter ab

Wann die Arbeiten abgeschlossen sind und Windrad Nummer 3 endlich wieder ans Netz gehen kann, vermochte der Rahrbacher nicht zu prognostizieren: „Das hängt maßgeblich vom Wetter ab. Wenn alles glatt geht, in zwei Wochen.“

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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