Den Stein ins Rollen bringen

Extremsportlerin Silke Seecamp leitet Projekt für Aids-Hilfe

awe Lützel. Einzigartig sind die beiden Bücher, die Silke Seecamp mitgebracht hat ins Lützeler Gemeindehaus. Dabei sehen sie von außen aus, wie Kladden eben ausschauen, die von Hand zu Hand gehen. »Initiative Hoffnung« steht auf dem Titel, und diese Bücher sind Hoffnungsträger. Für die Empfänger sind sie sehr wertvoll. Das erklärt Joachim Franz, Extremsportler aus Wolfsburg, der mit Silke Seecamp diese Initiative in Lützel vorstellt und der Sportlerin aus dem Siegerland offiziell die Leitung für das Projekt überträgt, das diese Bücher entstehen lässt.

Bestimmt sind diese Bücher für Mädchen in Nepal. »Ein unbequemes Thema«, sagt Joachim Franz, für das ein Stichwort ausreicht: Aids. Der Wolfsburger engagiert sich als Leiter für ein Team, das seinen Namen trägt. Dieses Team Joachim Franz ist weltweit aktiv, widmet sich Menschen, die von Aids betroffen sind. »Wer Sport treibt, kann Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so auch etwas Besonderes tun«, erklärt Franz seine Team-Idee. Für die hat er schon sehr viele begeistert, mittlerweile ist das Team ein Partner der Vereinten Nationen. Silke Seecamp beteiligte sich bisher beispielsweise schon an einer Tour quer über den amerikanischen Kontinent, bei der es auch um folgende Strategie ging: Aufmerksamkeit auf sich ziehen und diese dafür nutzen, um darauf hinzuweisen, dass Aids ein Thema ist, das sich nicht einfach wegwischen lässt wie Schweiß auf der Stirn eines Radsportlers.

Rund 250000 nepalesische Mädchen, acht bis zwölf Jahre alt, befinden sich derzeit in indischen Bordellen, sie werden zur Prostitution gezwungen, viele von ihnen infizieren sich mit Aids. Das berichtet Joachim Franz, und er erzählt auch von der Hilfsorganisation Maiti Nepal, die sich um diese Mädchen kümmert. An sie leitet das Team Joachim Franz nicht nur Spenden weiter. »Genauso wichtig ist, dass die Mädchen erfahren, dass andere an sie denken«, sagt Joachim Franz. Und genau deshalb sind die Bücher so wertvoll, die Silke Seecamp im Lützeler Gemeindehaus vorzeigt: Es sind Alben, die von Hand zu Hand zu gehen, in die Kinder Bilder malen, aufschreiben, was ihnen wichtig ist. Den Kindern hier wird erklärt, worum es geht, und auch das findet Joachim Franz wichtig: Die Bücher wecken das Verständnis für die global funktionierende Welt.

100 Bücher sind noch leer, und Silke Seecamps Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass sich dies ändert. Drei weitere Seiten werden im Gemeindehaus gestaltet: Jessica, Dario und Yann-Maurice Hasenstab sind mit ihrem Vater gekommen, um an Silke Seecamps Projekt mitzuwirken. Der Hilchenbacher Bürgermeister steckt auch gleich in weiteres Buch ein, das im Hilchenbacher Rathaus ausgelegt wird. Den Stein möchte Silke Seecamp vor der Haustür ins Rollen bringen. Genau das ist auch schon gelungen, denn auch Christine Asbeck und Anne Müller sind ins Gemeindehaus gekommen. Sie kümmern sich um die Mädchen-Jungschar in Lützel. Sie werden demnächst von Silke Seecamp über diese Initiative informiert.

»Die Initiative Hoffnung ist ein Kinder- und Jugendprojekt«, sagt Joachim Franz. Eine neue gebildete Generation sei wichtig, um weltweit im Kampf gegen Aids erfolgreich zu sein. »Bildung hilft«, meint der Teamleiter und meint damit bestimmt nicht nur Länder in Afrika, Zentralasien und Südamerika.

Bücher könne jeder bei ihr anfragen, fordert Silke Seecamp auf. Kontakt aufnehmen kann man zu ihr über ihre Homepage www.runny-sunny.de. Ans Ziel glauben, findet Joachim Franz wichtig. Und genau dafür ist Silke Seecamp auch vorbildlich. Im neuen Jahr werde sich sein Team verstärkt in Deutschland engagieren, kündigt Franz an – mit einem Harzlauf und einer Hamburg-Bodensee-Tour. In Lützel wurde jetzt schon ein Stein ins Rollen gebracht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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