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10 Millionen Euro reichen nicht
Der Kulturelle Marktplatz wird noch teurer

Es ist tatsächlich noch ein Projekt des Förderprogramms „Regionale 2013“: Der Kulturelle Marktplatz in Dahlbruch wird die Finanzkraft Hilchenbachs auf eine harte Probe stellen.
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ihm Dahlbruch. Von den ursprünglich kalkulierten 6,9 Millionen Euro für den Neubau eines Kulturzentrums in Kombination mit mehreren Bestandsgebäuden am Bernhard-Weiss-Platz in Dahlbruch musste sich die Stadt Hilchenbach schon vor zwei Jahren verabschieden. 3 Millionen Euro Mehrkosten hatte man im Mai 2019 ermittelt. Nun reichen auch diese 10 Millionen Euro offenbar nicht mehr aus.
Bürgermeister Kaioglidis vermeidet klare Aussage
Um Klarheit über die Situation zu gewinnen, hat die SZ dem Hilchenbacher Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis einen ganzen Fragenkatalog übermittelt. Die Antwort auf die Frage nach den Kosten klingt wenig konkret: „Die Kostenkalkulation wird zurzeit intensiv überprüft. Dabei sind auch Preissteigerungen für Material und so weiter einzubeziehen.

ihm Dahlbruch. Von den ursprünglich kalkulierten 6,9 Millionen Euro für den Neubau eines Kulturzentrums in Kombination mit mehreren Bestandsgebäuden am Bernhard-Weiss-Platz in Dahlbruch musste sich die Stadt Hilchenbach schon vor zwei Jahren verabschieden. 3 Millionen Euro Mehrkosten hatte man im Mai 2019 ermittelt. Nun reichen auch diese 10 Millionen Euro offenbar nicht mehr aus.

Bürgermeister Kaioglidis vermeidet klare Aussage

Um Klarheit über die Situation zu gewinnen, hat die SZ dem Hilchenbacher Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis einen ganzen Fragenkatalog übermittelt. Die Antwort auf die Frage nach den Kosten klingt wenig konkret: „Die Kostenkalkulation wird zurzeit intensiv überprüft. Dabei sind auch Preissteigerungen für Material und so weiter einzubeziehen. Aufgrund dieser Problematik und einiger für Bauprojekte dieser Größenordnung üblichen Unwägbarkeiten ist eine Angabe der Gesamtkosten für das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt belastbar nicht möglich. Sie werden jedoch deutlich über der Kalkulation zu Beginn des Projektes liegen.“

Einschränkungen durch Abbrucharbeiten

Nach SZ-Informationen wird der Finanzbedarf 10 Millionen Euro um einen namhaften Betrag überschreiten. Schon bei den Abbruch- und Entsorgungskosten sei es zu „nicht vorhersehbaren zusätzlichen Aufwendungen gekommen“, bestätigt Kaioglidis. Am 25. März gab es ein Gespräch mit der Bezirksregierung als Fördergeber. Ob die Mehrausgaben vom Land ebenso gefördert werden wie die bisher eingereichten Summen, ist noch nicht entschieden. Man habe vereinbart, darüber zu sprechen, sobald das Kostenvolumen feststeht.

Mehrkosten für Kulturellen Marktplatz durch Spenden finanzieren

Die Stadt wünscht sich, dass die Mehrkosten möglichst auch durch Spenden mitgetragen werden. Das würde den Eigenanteil der Stadt verringern. Der städtische Haushaltsplan für das Jahr 2021 schließt bereits mit einem 3-Millionen-Euro-Defizit ab (dabei sind 6,8 Millionen als Corona-Sonderbelastung schon herausgerechnet). Als Großspender hatte sich der Unternehmer Heinrich Weiss zu dem Projekt bekannt und 2 Millionen Euro gegeben.
Reibungslos läuft das große Bauprojekt auch in anderer Hinsicht nicht. Der Planer für die technische Gebäudeausstattung hat um Auflösung seines Vertrags gebeten. Die Stadt muss nun einen neuen Experten für diese Aufgabe finden.

Recht ungewöhnlich war schon der Schritt, mit Uwe Hübner einen „Projektsteuerer“ einzusetzen. Er wird bezahlt vom Bürgerverein Hilchenbach, der Spenden für den Kulturellen Marktplatz und andere Zwecke akquiriert. Hübner soll bis zum Ende der Baumaßnahme tätig sein, berichtet Kaioglidis. Über die Kosten und die Art der Finanzierung seiner Tätigkeit gibt es allerdings keine Informationen.

Von wem soll der Kulturelle Marktplatz genutzt werden?

Wie und von wem soll der Kulturelle Marktplatz am Ende genutzt werden? Auch damit befassen sich inzwischen externe Profis. Dr. Martina Taubenberger wurde mit der Erarbeitung eines Nutzungskonzepts beauftragt. Die selbstständige Kulturmanagerin ist in München ansässig. Die Anforderung an das Konzept formuliert der Bürgermeister so: Es gehe darum, „Entwicklungsmöglichkeiten in allen Bereichen für die Zukunft des Projektes und Gebäudekomplexes einschließlich des Außenbereichs aufzuzeigen.

Dazu gehört zum Beispiel die Digitalisierung von Angeboten ebenso wie die Vernetzung der Nutzergruppen und Angebote intern sowie im Stadtgebiet und darüber hinaus“. Details sollen am 28. April im Hilchenbacher Kulturausschuss vorgestellt werden.
Die Verzögerungen im Vorfeld des Baubeginns haben den Bauzeitenplan von Architekt Reinhard Angelis gehörig durcheinandergebracht. Selbst wenn ab jetzt alles planmäßig verläuft, wird die Einweihung des Kulturellen Marktplatzes wohl erst 2023 stattfinden können.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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