Hilchenbach im Corona-Modus
Die Kleinstadt schaltet einen Gang zurück

Susanne Arnold (l.) kauft Mettwurst und Aufschnitt auf dem Hilchenbacher Markt ein – nicht nur für sich, sondern auch für ihre 84-jährige Mutter, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe gehört.
  • Susanne Arnold (l.) kauft Mettwurst und Aufschnitt auf dem Hilchenbacher Markt ein – nicht nur für sich, sondern auch für ihre 84-jährige Mutter, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe gehört.
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ihm Hilchenbach. Freitagvormittag zwischen Fachwerk und Frühlingsblühern: Auf dem Hilchenbacher Marktplatz sind Käse-, Fleisch und Gemüsestand aufgebaut. Die Leute kommen und kaufen. Der Abstand untereinander ist mal größer, mal weniger groß. Eine Kundin trägt Einweghandschuhe: „Ich arbeite in der Pflege, da muss das sein.“ Am Wagen der Fleischerei Bingener ist ordentlich Betrieb. „Wir sehen heute Kunden, die sonst nicht kommen.“ Andere Markthändler stellen keinen Unterschied zu sonstigen Freitagen fest,

Von Zurückhaltung beim Gang ins Städtchen ist bei Rewe in der Herrenwiese wenig zu spüren. Der Parkplatz ist gut belegt. Eine Kundin schiebt ihren Wagen mit behandschuhter Hand aus dem Geschäft. Zwei Einkäufer haben Schutzmasken vor Mund und Nase gebunden – und zwar die guten mit dem Filter.

Tankstelle hat aufgerüstet

In der Sparkasse am Markt gibt es noch keine Spuckschutz-Verglasung, sie soll spätestens am Montag installiert werden. Dafür hat die Aral-Tankstelle aufgerüstet – mit einfachen, aber vermutlich wirksamen Mitteln: An Metallketten befestigt, hängen Plexiglasscheiben über der Bedienungstheke. Man kann Ware und Geld darunter durchreichen, aber in Gesichtshöhe ist die durchsichtige Wand für Tröpfchen undurchdringlich.

Erwünscht ist ausdrücklich, nicht bar, sondern mit Karte zu bezahlen. Die Kundin, die sonst eher den 20-Euro-Schein gezückt hätte, probiert nun zum ersten Mal das kontaktlose Bezahlen mit der EC-Karte. Es klappt, und das sogar ohne virengefährliche PIN-Eingabe (bis 25 Euro darf das Tastenfeld unberührt bleiben). Dafür gibt’s sogar Beifall von der Verkäuferin.

Unterschied zum Oberzentrum Siegen

Alles also fast normal in der kleinen Stadt im Ferndorftal? Ja – auch wenn einige Geschäfte ihre Pforten geschlossen halten müssen. Der Vergleich mit Siegen drängt sich auf: Wo der Großstadt mit den vielen geschlossenen Geschäften und vor allem wegen der mit einem Schlag lahmgelegten Cafés und Restaurants tatsächlich der Lebenssaft abgedreht worden ist, geht auf dem Land das Leben immer noch seinen Gang – vielleicht eine Stufe niedriger als sonst.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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