Die Stadt ist im Kern saniert

Modernisierung der Stadtmitte nach 35 Jahren abgeschlossen / Kostenbeteiligung für Eigentümer

matz Hilchenbach. Über 35 Jahre ist es inzwischen her, dass der Rat der noch jungen neu gebildeten Stadt Hilchenbach als erster im Kreisgebiet ein Investitionsprogramm für die Stadt auf die Beine stellte. Darin enthalten: die Sanierung der Stadtmitte sowie die Verlegung der Ortsdurchfahrten der Bundes- und Landesstraße. Wie die Verwaltung in der Vorlage für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am kommenden Mittwoch mitteilt, ist die Sanierung inzwischen abgeschlossen, weshalb die Sanierungssatzung Anfang des kommenden Jahres förmlich aufgehoben werden soll und die Sanierungsvermerke in den Grundbüchern gelöscht werden können. Für manche Anwohner des Sanierungsgebiets jedoch ein Grund zur Trauer: Sie werden möglicherweise zur Kasse gebeten.

Am 22. Dezember 1971 beschloss der Rat die Satzung über die Festlegung des Sanierungsgebiets »Stadtmitte Hilchenbach«, sprich über den etwa 19 ha großen Stadtkern. So sollten die beiden Hauptverkehrsstraßen B508 und L728, die seinerzeit noch mitten durch Alt-Hilchenbach (B508: Bruchstraße – Markt – Dammstraße; L728: Rothenberger Straße – Schützenstraße – Markt) führten und die Stadtmitte über Gebühr belasteten, um die Stadtmitte herumgeführt werden. Gleichzeitig sollte »der historisch bedeutsame Bereich des Stadtkerns« (Markt, Dammstraße, Unterzeche und vorderer Teil der Schützenstraße) verkehrsberuhigt werden. Darüber hinaus sollten »die Wohnverhältnisse und die räumlichen Bedingungen für Handel und Gewerbe unter weitgehender Wahrung überkommener Bausubstanz neuzeitlichen Erfordernissen angepasst« und »das im südwestfälischen Raum historisch einzigartige Stadtbild auf diese Weise erneuert« werden. Unter anderem wurden Betriebe verlagert, Freiflächen geschaffen, das Wohnumfeld insbesondere im Straßenraum verbessert. 1990 wurde der Sanierungsbereich erweitert um das 4,3 ha große Areal der früheren Hilchenbacher Lederwerke, Gerber Park und Alloheim entstanden.

Bauliche Mängel und Missstände seien im – teils erhaltenswerten – Gebäudebestand durch Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen beseitigt worden, erinnert die Verwaltung. Allein 43 Gebäude seien »sanierungsbedingt« abgebrochen worden. Rat und Verwaltung hätten »diesen Teil der Sanierung behutsam und selbstkritisch unter Einbeziehung der Bürgermeinung vollzogen«, heißt es.

Nun sei die Sanierung abgeschlossen. Mit der Bezirksregierung habe man sich darüber bereits am 11. Oktober abgestimmt, berichtet die Verwaltung. Da die Sanierungsmaßnahmen »erhebliche« öffentliche Gelder gekostet hätten, und »nur durch diesen Mitteleinsatz die erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung städtebaulicher Missstände« hätten durchgeführt werden können, habe »der Gesetzgeber die finanzielle Beteiligung der Grundstückseigentümer an den Sanierungskosten vorgesehen, indem die sanierungsbedingten Bodenwerterhöhungen als Ausgleichbetrag vorgesehen werden«. Schließlich sei es »unstrittig«, argumentiert die Verwaltung, dass dank des Mitteleinsatzes »die Qualität des Sanierungsgebietes« und damit die der einzelnen Grundstücke »maßgeblich verbessert wurde«. Auf diese Weise solle »eine übermäßige Belastung der Allgemeinheit« kompensiert werden.

Konkret sollen Eigentümer, deren Grundeigentum aufgrund der öffentlichen Zuschüsse an Wert gewonnen hat, binnen vier Jahren nach Aufhebung der Satzung »in angemessenem Umfang« an der Finanzierung der Sanierungen beteiligt werden. Jedoch: »Das Kernproblem ist die Wertermittlung.« Das erklärte auch Stadtrat Udo Hoffmann gegenüber der SZ. Die Frage, ob die Summe der Wertermittlung durch neutrale Gutachterausschüsse am Ende möglicherweise teurer sei als die Summe, die von den Grundstücksbesitzern einzutreiben sei, stelle sich hierbei nicht. »Wir müssen zunächst mal eine Grundlage dafür haben, ob überhaupt eine Werterhöhung vorliegt.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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