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Einrichtungen möchten Angebote aufrechterhalten
Digitaler Schub für die Jugendarbeit

Auf Discord bleiben Jugendliche mit den Mitarbeitern der Jugendzentren über verschiedenen Kanäle in Kontakt.
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  • Auf Discord bleiben Jugendliche mit den Mitarbeitern der Jugendzentren über verschiedenen Kanäle in Kontakt.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sos/cs Hilchenbach/Freudenberg/Netphen/Wilnsdorf. Sich ausprobieren, neue Freunde kennenlernen und alte zurücklassen, Grenzen abstecken, den eigenen Platz in der Gruppe sowie in der Gesellschaft suchen. All das, was die Jugend ausmacht, kann im Moment kaum stattfinden. Zumindest nicht im öffentlichen Raum. Da kann vielen schon mal die Decke auf den Kopf fallen, zumal sich die meisten Jugendlichen über ihre Peer-Group identifizieren. Und insbesondere denjenigen, die sich in ihrem Zuhause vielleicht ohnehin schon nicht wohlfühlen, fehlt nun ein ganz wichtiger Teil des Lebens. Das stellt auch die Jugendarbeit vor eine große Herausforderung, denn dort, wo die Jungs und Mädchen normalerweise anzutreffen sind, dürfen sie jetzt nicht mehr sein: Kontaktverbot.

sos/cs Hilchenbach/Freudenberg/Netphen/Wilnsdorf. Sich ausprobieren, neue Freunde kennenlernen und alte zurücklassen, Grenzen abstecken, den eigenen Platz in der Gruppe sowie in der Gesellschaft suchen. All das, was die Jugend ausmacht, kann im Moment kaum stattfinden. Zumindest nicht im öffentlichen Raum. Da kann vielen schon mal die Decke auf den Kopf fallen, zumal sich die meisten Jugendlichen über ihre Peer-Group identifizieren. Und insbesondere denjenigen, die sich in ihrem Zuhause vielleicht ohnehin schon nicht wohlfühlen, fehlt nun ein ganz wichtiger Teil des Lebens. Das stellt auch die Jugendarbeit vor eine große Herausforderung, denn dort, wo die Jungs und Mädchen normalerweise anzutreffen sind, dürfen sie jetzt nicht mehr sein: Kontaktverbot.

Plattform "Discord" mit vielen Möglichkeiten

Fast alle Jugendzentren des Kreises bieten deswegen neuerdings regelmäßige digitale Treffs auf der Plattform „Discord“ an, die sie in einem gemeinsamen Video auf Facebook und Instagram bewerben. So bietet das Kinder- und Jugendbüro Hilchenbach beispielsweise über verschiedene Kanäle weiterhin den Mädchentreff an, aber auch die PUSH-AG oder die Biker haben ihre Gruppe. Wie die Hilchenbacher bietet auch die Jugendfreizeitstätte Irmgarteichen einen Zockerbereich an, Einzelgespräche sind aber genau so möglich. Mitarbeiter und Jugendliche kommunizieren per Text, Video oder einfach im Gespräch.
„Wie sich die Nutzung dort weiterentwickelt, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen“, sagt Anne Sokolis darüber, wie das neue Angebot Discord in Irmgarteichen angenommen wird. Zahlen könne sie deswegen noch nicht nennen. Aber mit bekannten Plattformen wie Instagram würden bereits recht viele Jugendliche erreicht, insgesamt seien das bei allen vier Netphener Treffs rund 120. Aktuell laufe hier eine Challenge, bei der sieben Tage lang ein Foto zu einem vorgegebenen Thema hochgeladen wird.
„Diese neue Form von digitalen Jugendtreffs bietet auch neue Möglichkeiten für das Engagement von Jugendlichen, da sich diese bereits viel besser auf Discord auskennen und uns so bei der Umsetzung unterstützen“, erklärt Anne Sokolis. Gleichzeitig können die Mitarbeiter auch den Teenagern bei unterschiedlichen Problemen und Lebenslagen behilflich sein, vor allem in der aktuellen Situation. „Wir waren schon immer ,Ermöglicher’, und so ermöglichen wir auch in dieser Zeit, dass die Jugendlichen untereinander, aber auch mit uns vernetzt bleiben.“ Deswegen werde genau danach geschaut, wo aktuelle Bedarfe hinsichtlich der Inhalte, Aktionen und Unterstützungsmöglichkeiten auf den sozialen Netzwerken bestünden.

Angebot wird in Hilchenbach gut angenommen

Für viele sei Discord eine neue Plattform, trotzdem werde das Angebot in Hilchenbach recht gut angenommen, sagt Sascha Rötz vom KJB und PUSH-Verein. Betreut würden die sozialen Medien von rund einem Dutzend Mitarbeitern, darunter auch Ehrenamtler und Minijobber. Diese sind zu bestimmten Zeiten auf verschiedenen Kanälen mit unterschiedlichen Themen erreichbar. Auch eine Schülerhilfe wird angeboten. Vor allem diejenigen, die regelmäßig im Treff oder Dirtbike-Park zusammenkommen machten mit, so Sascha Rötz, aber auch andere neugierige Jugendliche schauten immer mal wieder vorbei. Neu sei die digitale Jugendarbeit nicht. Auch bei den Hilchenbachern werde z. B. Instagram seit Langem genutzt, um in Kontakt zu kommen. Als Bezugspersonen möchten die Mitarbeiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit unbedingt erreichbar bleiben.

Kultour-Backes setzt ebenfalls auf digitale Kanäle

Ähnliche Angaben sind aus Freudenberg zu vernehmen: Dort werden ebenfalls Kanäle wie Instagram und Whatsapp bedient, „um den Jugendlichen zu vermitteln, dass die Jugendarbeit weitergeht und sie in uns einen verlässlichen Ansprechpartner haben“, führt Johannes Henrich aus. Und die App Discord komme ebenfalls zu Anwendung, erklärt der Leiter des städtischen Jugendtreffs im Kultour-Backes. „Dies ist sozusagen der digitale Jugendtreff. Hier kann man miteinander sprechen und sich zu Online-Spielen verabreden und diese kommentieren. Derzeit bieten wir an, online mit den Jugendtreff-Mitarbeitern Stadt-Land-Fluss, Skribble, also Montags-Maler, oder Fifa auf der Playstation zu spielen.“
Digitale Plattformen seien in dieser Intensität bislang kein Thema gewesen, sagt Johannes Henrich und hofft darauf, dass sich die Resonanz darauf in den kommenden Tagen weiter steigert. Die Jugendeinrichtungen des Kreises stünden jedoch in engem Austausch zueinander, Hilfestellung seien vor allem in technischer Hinsicht sehr hilfreich.

Der städtische Jugendtreff im Freudenberger Kultour-Backes möchte sein Angebot auch in Zeiten der Corona-Krise aufrechterhalten.
  • Der städtische Jugendtreff im Freudenberger Kultour-Backes möchte sein Angebot auch in Zeiten der Corona-Krise aufrechterhalten.
  • Foto: Christian Schwermer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Johannes Henrich verweist auf die gemeinsame Videobotschaft, die Mitarbeiter der Region an die Jugendlichen sandten. Darin teilen sie den Jugendlichen mit: „Wir bleiben zu Hause – wir sind aber trotzdem für Euch da.“ Kürzlich sei außerdem vereinbart worden, dass „wir gemeinsam für die kommenden zwei Wochen einen Wochenplan für Aktionen und Inhalte auf den sozialen Netzwerken, vor allem Instagram anbieten wollen“, berichtet Anja Mertens, Bildungsreferentin beim Kreisjugendring, auf SZ-Anfrage.

Jugendtreff Wilnsdorf virtuell nachgebaut

In Wilnsdorf greift man ebenfalls auf Discord zurück. Über die App hat Jugendtreff-Stammbesucher Jannik Witsch laut Pressetext einen Server eingerichtet. Wer den Online-Jugendtreff betritt, staunt nicht schlecht. Denn der 15-Jährige hat die Räumlichkeiten des Treffs virtuell erschaffen. Fast wie im wahren Leben können sich die Teilnehmer zwischen Küche, Sitzecke, Billardraum und Büro hin und her bewegen. „Ich finde es toll, was unser IT-Profi Jannik da auf die Beine gestellt hat“, zeigt sich Leiterin Sarah Baltrock begeistert

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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