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Noch mehr Kurzarbeit
Drastischer Einbruch bei der SMS-Group

Wie im Tower der Flugsicherung: Der Leitstand der Warmbreitband- und Feuerverzinkungsanlage, die SMS an die Firma Wuppermann für deren neues Werk in Ungarn geliefert hat. Digitalisierung ist eines des wichtigsten Wachstumsfelder des Anlagenbauers.
  • Wie im Tower der Flugsicherung: Der Leitstand der Warmbreitband- und Feuerverzinkungsanlage, die SMS an die Firma Wuppermann für deren neues Werk in Ungarn geliefert hat. Digitalisierung ist eines des wichtigsten Wachstumsfelder des Anlagenbauers.
  • Foto: SMS
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ihm Dahlbruch/Düsseldorf. „Mit voller Wucht“ hat Covid 19 das Geschäft des weltweit agierenden Anlagenbauers SMS-Group getroffen. Das sagte Torsten Heising, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmens, am Montag beim Jahrespressegespräch. Man rechne mit einem Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent im laufenden Geschäftsjahr 2020, der Auftragseingang werde voraussichtlich um gut 30 Prozent einbrechen.
In den ersten Monaten der Pandemie wurden 10 bis 15 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt. „Ab Oktober/November hatten wir rund 30 Prozent Kurzarbeit, aber für das nächste Jahr rechnen wir mit höheren Quoten“, sagte Heising.

ihm Dahlbruch/Düsseldorf. „Mit voller Wucht“ hat Covid 19 das Geschäft des weltweit agierenden Anlagenbauers SMS-Group getroffen. Das sagte Torsten Heising, Mitglied der Geschäftsführung des Unternehmens, am Montag beim Jahrespressegespräch. Man rechne mit einem Umsatzrückgang von bis zu 10 Prozent im laufenden Geschäftsjahr 2020, der Auftragseingang werde voraussichtlich um gut 30 Prozent einbrechen.
In den ersten Monaten der Pandemie wurden 10 bis 15 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt. „Ab Oktober/November hatten wir rund 30 Prozent Kurzarbeit, aber für das nächste Jahr rechnen wir mit höheren Quoten“, sagte Heising.

SMS-Group mit positiver Entwicklung im Geschäftsjahr 2019

Das Geschäftsjahr 2019 zeigte nach dem Bericht von Burkhard Dahmen, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, in fast allen Bereichen eine positive Entwicklung.

  • Auftragseingangsvolumen: 3,154 Milliarden Euro (plus 2,2 Prozent),
  • Umsatz 2,935 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent),
  • Auftragsbestand: 3,850 Milliarden Euro (plus 6,3 Prozent),
  • Ergebnis vor Steuern: 64 Millionen Euro (plus 126,6 Prozent),
  • Nettoliquidität: 829 Millionen Euro (plus 9,6 Prozent),
  • Investitionen: 40 Millionen Euro (minus 5,3 Prozent). 

Weltweit waren im Durchschnitt des Geschäftsjahres 13 793 Mitarbeiter bei der SMS-Group an über 50 Standorten tätig, das ist ein geringer Rückgang von 0,6 Prozent.
Diese Mitarbeiter müssen sich allerdings auf eine grundlegende Umstrukturierung des Unternehmen einstellen. Burkhard Dahmen versicherte, dass man weiter eine „Strategie des profitablen Wachstums“ verfolge und die Rolle als Weltmarktführer im metallurgischen Anlagenbau verteidigen wolle. „Zentrale Bestandteile der geplanten neuen Organisationsstruktur sind eine bereichsübergreifende und internationale Ausrichtung auf Kundenprojekte. Dazu wird die Projektverantwortung in Vertrieb und Abwicklung anders als heute zukünftig in sechs Regionen liegen. Anstelle der derzeitigen Geschäftsbereiche werden Centers of Excellence (CoEs) entstehen, die ihre Leistungen und Technologien in die Projekte liefern.“

SMS-Group setzt auf Service und Digitalisierung

Die gesamte Organisation werde künftig von weltweiten „Global Support Functions“ unterstützt. Über die neue Struktur, die ab Frühjahr 2021 weltweit umgesetzt werden soll, gebe es in den kommenden Wochen Gespräche mit den Gremien, kündigte Dahmen an. Zu den Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Beschäftigungsstruktur machte er keine Angaben.
Das Wachstum bei SMS stütze sich auf mehrere Säulen, hieß es bei der Pressekonferenz. Dazu gehöre das Service- und Digitalisierungsgeschäft, das sich in der Krise als deutlich stabiler erwiesen habe als der klassische Anlagenbau, bei dem die Geschäftsführung einen langfristig reduzierten Auftragseingang erwartet.

Pilotprojekt Eine Pilotanlage für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien wird die SMS-Group im kommenden Jahr in Dahlbruch in Betrieb nehmen. Das berichtete Hans Ferkel, Mitglied der SMS-Geschäftsführung. In der Anlage würden Batterien in ihre Bestandteile zerlegt, Aluminium, Kupfer und andere wertvolle Inhaltsstoffe separiert. „Dann bleibt die ,black mass’, die schwarze Masse, übrig. Sie wird hydrometallurgisch aufbereitet.“ 1000 Tonnen Batterien werde man so jährlich recyceln können. Aus den gewonnenen Rohstoffen sollen wieder neue Batterien entstehen. Ferkel: „Ich freue mich besonders, dass sozusagen in der Krippe von SMS eine so innovative Anlage entsteht.“

Weitere wichtige Themen, die Aufträge versprechen: Elektrik/Automation und Dekarbonisierung der Industrie. Hier setzen die SMS-Ingenieure auf Wasserstoff im Rahmen der CO2-freien Stahlerzeugung (Green Steelmaking). Das Geschäftsfeld Recycling von Batterie- und Elektroschrott soll den Weg in neue Märkte eröffnen.
Der 3D-Metall-Druck wird als wichtiges Zukunftsthema gesehen, aber man beschäftigt sich auch mit der Produktion von umweltfreundlichen Synthesegasen zur Herstellung von z. B. Treibstoffen oder Energie aus Klärschlamm. Mittels dieser „New Horizon“-Strategie diversifiziere SMS das Produktportfolio außerhalb des Kerngeschäfts.

Mediale Unterstützung wird in Zukunft große Rolle spielen

Die Unternehmensentwicklung soll weiter dynamisch verlaufen, gab Burkhard Dahmen zu verstehen: „Um noch schneller und besser im Markt agieren zu können, wird organisches Wachstum auch weiterhin durch Übernahmen von passenden Start-ups oder etablierten Spezialisten ergänzt.“
Dass das Geschäftsfeld Digitalisierung, das Katja Windt als Mitglied der Geschäftsführung verantwortet, nicht nur für die Funktion von Anlagen und Aggregaten immer wichtiger wird, habe sich in der Pandemie besonders gezeigt, sagte Dahmen. Während das Reisen unter Pandemiebedingungen schwer bis unmöglich sei, arbeite man bei Montage und Inbetriebnahme von Anlagen im Ausland mit Remote-Unterstützung und Augmented Reality. So sei es gelungen, Aufträge beim Kunden abzuwickeln, ohne dass wie sonst üblich Mitarbeiter vor Ort waren. „Das hat uns enorm geholfen.“
Eine Folge dieser Erfahrungen werde sein, dass man die Arbeitsabläufe von früher auch in Zukunft verändern werde. Dahmen: „Wir werden wieder reisen, aber es wird viel mehr als bisher eine Mischung sein aus Reisen und medialer Unterstützung.“

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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