Eigener Gestaltungswille

Robert Stewart, Eva Kozinc, Thomas Leers, Jewgenia Gelen, Sanae Niino und Sharon Anderson (v. l.) sorgten für Klang und Farbe bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie Meesmann am Sonntagvormittag. Vier Musiker der Philharmonie Südwestfalen zeigen hier bis 3. Oktober ihre künstlerischen Arbeiten. Foto: zel
  • Robert Stewart, Eva Kozinc, Thomas Leers, Jewgenia Gelen, Sanae Niino und Sharon Anderson (v. l.) sorgten für Klang und Farbe bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie Meesmann am Sonntagvormittag. Vier Musiker der Philharmonie Südwestfalen zeigen hier bis 3. Oktober ihre künstlerischen Arbeiten. Foto: zel
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zel Grund. Im Orchester können sie nicht dem eigenen Gestaltungswillen folgen, sondern müssen einen Gesamtklang erzeugen – nach den Vorstellungen des Dirigenten. Vielleicht sei dies der Grund, warum Orchestermusiker im Privaten künstlerisch tätig werden, mutmaßte Dr. Knut Lohmann, Journalist und langjähriger Kenner der Philharmonie Südwestfalen, der gestern Morgen in die Ausstellung „Klang Farbe“ in der Galerie Meesmann in Grund einführte. Hier stellen bis 3. Oktober vier Musiker der Philharmonie aus. Zu sehen sind Fotografien, Malerei, Kalligrafien, Skulpturen und Zeichnungen.

Robert Stewart, der Cellist, zeigt analoge Schwarz-Weiß-Fotografien seiner Orchesterkollegen: den Bratscher vorm Spiegel, die anderen Cellisten, die Stewart sonst nicht von vorne sehen kann, weil er vor ihnen sitzt, den Hornisten, der auf seinen Einsatz wartet … Ebenfalls Fotografien, jedoch digital aufgenommen und von stillen Landschaften, stellt Kontrabassist Thomas Leers aus. „Er sucht nicht nach Motiven, er fotografiert dort, wo die Natur ihm Szenen anbietet“, erklärte Lohmann. Die sind etwa ein paar gelbe Blumen, ein Stückchen Licht, das durch die Wolken fällt. Leers drücke sein Rhythmusbedürfnis aus, indem er etwa eine Landschaft im Rhythmus der Jahreszeiten zeige, so Lohmann.

Ihre Orchesterkollegen hat auch Geigerin Sanae Niino festgehalten in einem Blumenbild in japanischer Tradition, in dem sich lauter kleine Strichmännchen-Musiker tummeln, die „Kleinen Musikanten“. Niino war die treibende Kraft für die Ausstellung der Philharmonie-Künstler, sie hat die Schau kuratiert. Selbst zeigt sie Malerei (ein „europäisches“, ein „japanisches“ Frauengemälde etwa), Kalligrafie („Tusche, Papier, Pinsel und Wasser sind die vier Schätze des japanischen Künstlers“, hat Lohmann herausgefunden), auf der Fensterbank stehen kleine Skulpturen. In memoriam sind die Arbeiten von Karl Kozinc zu sehen. Der verstorbene Kontrabassist der Philharmonie ließ sich zum Beispiel von einem französischen Impressionisten zu einer eigenen Arbeit inspirieren. Der sparsame Maler bemalte kurisoserweise eine Leinwand von beiden Seiten – zu sehen im Fenster. Auch hat seine Frau Eva Tuschezeichnungen ausgewählt, die eine schöne Verbindung zu den Arbeiten Niinos herstellen.

Natürlich darf bei einer Ausstellung von vier Musikern Musik bei der gut besuchten Vernissage nicht fehlen. Sharon Anderson begleitete am Keyboard die neue Konzertmeisterin der Philharmonie, Jewgenia Gelen, bei drei umjubelten Stücken.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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