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Schüler beschäftigten sich mit Klima und Energie
Ein Freitag voller Zukunftsfragen

Anschaulich demonstrierte der Moderator, wie viele Treibhausgasimmissionen die Politik bis 2050 einsparen will – die noch stehenden Schüler in der ersten Reihe spielten den Rest, die sitzenden die Einsparungen. Ausreichend sei das aber nicht.  Foto: Jan Schäfer
  • Anschaulich demonstrierte der Moderator, wie viele Treibhausgasimmissionen die Politik bis 2050 einsparen will – die noch stehenden Schüler in der ersten Reihe spielten den Rest, die sitzenden die Einsparungen. Ausreichend sei das aber nicht. Foto: Jan Schäfer
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js Allenbach Mit diesem „Friday for Future“ riskierten die Mädchen und Jungen des Allenbacher Gymnasiums Stift Keppel keinerlei Konflikt mit dem Schulgesetz. Blaumachen zum Zeichensetzen war nicht angesagt, die drohende Klimakatastrophe war dennoch das bestimmende Thema an diesem Freitagvormittag. „Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ lautete der Titel der Bildungsveranstaltung, die es allen Fünft- bis Zehntklässlern schmackhaft machen wollte, sich der größten globalen Aufgabe unserer Zeit zu stellen.
Notleidende nicht die VerursacherStefan Simonis und seine Kollegen vom Verein für Jugend- und Erwachsenenbildung Multivision touren derzeit durch ganz Deutschland, machen mit ihrer Kampagne an 2000 Schulen Station, im Siegerland nur in Stift Keppel.

js Allenbach Mit diesem „Friday for Future“ riskierten die Mädchen und Jungen des Allenbacher Gymnasiums Stift Keppel keinerlei Konflikt mit dem Schulgesetz. Blaumachen zum Zeichensetzen war nicht angesagt, die drohende Klimakatastrophe war dennoch das bestimmende Thema an diesem Freitagvormittag. „Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ lautete der Titel der Bildungsveranstaltung, die es allen Fünft- bis Zehntklässlern schmackhaft machen wollte, sich der größten globalen Aufgabe unserer Zeit zu stellen.

Notleidende nicht die Verursacher

Stefan Simonis und seine Kollegen vom Verein für Jugend- und Erwachsenenbildung Multivision touren derzeit durch ganz Deutschland, machen mit ihrer Kampagne an 2000 Schulen Station, im Siegerland nur in Stift Keppel. In einem 20-minütigen Film zeigen sie die Problemlage auf und stellen Menschen vor, die sich engagiert und innovativ dem menschengemachten Klimawandel entgegenstellen. Wie lebensnotwendig es ist, die Treibhausgasimmissionen massiv zu reduzieren – 95 Prozent bis 2050 ist politisch beschlossen, durchaus ambitioniert, aber leider nicht ausreichend –, veranschaulichte der Film u. a. an einem Entwicklungshilfeprojekt in der Sahelzone: Die Notleidenden der Erderwärmung, die einen bedrohlichen Anstieg des Meeresspiegels mit sich bringt, sind diejenigen Menschen, die am wenigsten zu den Verursachern zählen. Genau jetzt müsse gehandelt werden, lautete die Botschaft des Films, der einige hoffnungsvolle Wege aufzeigte, wegzukommen von fossiler Energiegewinnung, hin zu regenerativer.

Nachfragen eines Zweiflers aus der Schülerschaft begegnete Stefan Simonis mit wissenschaftlichen Belegen. Die Klimaerwärmung sei menschengemacht, erst seit der Industrialisierung und der damit verbundenen Nutzung fossiler Energieträger sei eine Erderwärmung in dramatischem Maß zu verzeichnen. Unerlässlich sei, diese so weit zu stoppen, dass nicht Kipppunkte erreicht würden, bei denen z. B. das Abschmelzen der Polarkappen nicht mehr aufzuhalten wäre.

Die große Politik ist gefordert, keine Frage. Doch haben auch die Schüler des Gymnasiums Stift Keppel die Möglichkeit, an der Reduzierung der Treibhausgasimmissionen mitzuwirken? Auf jeden Fall. Strom sparen und unnötige Autofahrten vermeiden, lieber mal das Licht ausmachen und sich aufs Fahrrad schwingen – kleine Beispiele wie diese hatten die Mädchen und Jungen schnell zur Hand. Mit den Eltern darüber reden, ob vielleicht eine Photovoltaikanlage aufs Hausdach passen würde oder ob sie zu einem Ökostromtarif wechseln können.

Ein Leben über dem Kohlendioxid-Budget

Insgesamt lebten wir Europäer allesamt über unseren Verhältnissen, was das CO2-Budget angehe. Nicht nur die unnötigen Coffee-to-go-Becher sorgten für unnötig große „Fußabdrücke“. Auch bei der Ernährung sei Bewusstsein für Nachhaltigkeit gefragt: Tierische Produkte verhagelten die Bilanz in besonders großem Maße – schon deshalb, weil Futtermittel in großen Mengen importiert werden und nicht zuletzt Regenwald in Flammen steht. Regionale und saisonale Produkte seien gefragt, betonte Lehrer Michael Kosak. „Ich fliege seit 1986 nicht mehr“, nannte sein Kollege Michael Schäfftlein einen seiner persönlichen Beiträge zum Klimaschutz. In der Tat sei Fliegen besonders schädlich, erklärte Simonis. Der CO2-Ausstoß sei nur ein Teil des Problems mit dem Flugverkehr.

In seinem Schlussplädoyer für regenerative Energien nannte der Moderator die Amortisationszeiten der unterschiedlichen Gewinnungsarten: Bis Photovoltaikanlagen das bei ihrer Herstellung entstandene CO2 eingespart haben, vergingen 18 bis 72 Monate, Windkraftanlagen hätten das in drei bis sieben Monaten erreicht. Kohlekraftwerke erreichten diesen Punkt niemals. „Sie sind reine Energieverschwendung!“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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