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Kultureller Marktplatz Dahlbruch
Ein Jammer für die Jammer

Spontanes Jammen wie hier im Rockmobil – das sollte nach Wunsch der Jugend auch im Bereich des Kulturellen Marktplatzes möglich sein.
  • Spontanes Jammen wie hier im Rockmobil – das sollte nach Wunsch der Jugend auch im Bereich des Kulturellen Marktplatzes möglich sein.
  • Foto: Stadtjugendpflege/Heike Kühn
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Dahlbruch. Ein Bandprobenraum gehörte zu den Wünschen der jungen Nutzer für das Projekt Kultureller Marktplatz Dahlbruch (KMD). Erfüllt wird dieser aber nicht, in den Planungen wurde er eingespart, was im vergangenen Jahr für vielfache Auseinandersetzungen auch in der Hilchenbacher Politik führte. Da die Ratsmitglieder aber durchaus ein Interesse daran haben, grundsätzlich Probemöglichkeiten für örtliche Musiker zu bieten, haben sie die Verwaltung per Beschluss vom 3. April mit folgender Fragestellung konfrontiert: In welchen kommunalen Gebäuden könnten Bandprobenräume eingerichtet werden?

Die Antwort kam jetzt im Ausschuss für Jugend-, Sport, Soziales und Gleichstellung – und fiel eher ernüchternd aus.

js Dahlbruch. Ein Bandprobenraum gehörte zu den Wünschen der jungen Nutzer für das Projekt Kultureller Marktplatz Dahlbruch (KMD). Erfüllt wird dieser aber nicht, in den Planungen wurde er eingespart, was im vergangenen Jahr für vielfache Auseinandersetzungen auch in der Hilchenbacher Politik führte. Da die Ratsmitglieder aber durchaus ein Interesse daran haben, grundsätzlich Probemöglichkeiten für örtliche Musiker zu bieten, haben sie die Verwaltung per Beschluss vom 3. April mit folgender Fragestellung konfrontiert: In welchen kommunalen Gebäuden könnten Bandprobenräume eingerichtet werden?

Die Antwort kam jetzt im Ausschuss für Jugend-, Sport, Soziales und Gleichstellung – und fiel eher ernüchternd aus. Der bestehende Bandprobenraum im Kellergeschoss der Florenburgschule werde zurzeit von sechs Bands genutzt. „Dieser Probenraum ist damit voll- oder sogar eher überbelegt“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die alte Dahlbrucher Volksschule, die als „Haus ErnA“ zu zwischenzeitigem Leben erweckt worden war, scheide aus: Hier gebe es Interesse an der Unterbringung einer Kindertagesstätte. Diese Nutzung werde von der Verwaltung bevorzugt. Ansonsten seien keine weiteren städtischen Gebäude vorhanden, in denen ein Bandprobenraum eingerichtet werden könnte.

Als mobile Alternative sei grundsätzlich MOMUs Musikschule mit ihrem Rocktruck denkbar, die Station auf dem Bernhard-Weiss-Platz machen könnte. Die Kosten dafür würden sich nach der Zahl der Einsätze ergeben. Für sechs Stunden pro Woche konnten zwischen 8800 und 15 400 Euro fällig sein, je nach Personalstärke für pädagogische Betreuung. Gedeckt werden könnte auf diese Weise der Bedarf der Jugendlichen aus Dahlbruch, musikalisch zu experimentieren.

Aber: Da die notwendigen Haushaltsmittel fehlen, kann der MOMU-Einsatz nicht finanziert werden, er kommt also derzeit nicht in Frage aus Sicht der Verwaltung. Als wirklicher Ersatz für den von der KMD-Wunschliste gestrichenen Raum tauge das Rockmobil ohnehin nicht. Dort sollten schließlich Proben und Auftritte möglich sein, aber auch Tonaufnahmen. Ein solches Angebot bleibe Bestandteil der Idee zur Entwicklung des kulturellen Angebots, das räumlich möglichst nah am KMD sein sollte. „Vorstellbar ist nach derzeitigem Stand lediglich die Aufstellung eines Containers als Probenraum für Bands und musikalischer Experimentierrraum für Kinder und Jugendliche mit entsprechender technischer Ausstattung.“ Die Möglichkeiten dazu seien im Rahmen der Planung zum KMD-Außenraum zu prüfen.

Als „sehr bedauerlich“ bezeichnete Tomas Irle (CDU), „dass das Ergebnis nicht das ist, was sich die Jugend gewünscht“ habe. Wo könne ein solcher Container untergebracht werden? Darüber habe die Verwaltung in ihrer Vorlage nichts ausgeführt. Irle machte selbst einen Vorschlag, hatte Informationen zu einem Container mit integrierter Bühnentechnik mitgebracht. Ein solcher könne somit zugleich als Bühne genutzt werden, was die Anmietung einer solchen bei Festen sparen könnte, wollte Irle einen Prüfantrag formulieren.

Stadtjugendpflegerin Heike Kühn aber klärte über ein offenkundiges Missverständnis auf. Wunsch sei weniger, einen Probenraum zu haben, den Bands mieten könnten. Ein solcher sei zwar schön zu haben, entspreche aber nicht dem dringend Benötigten. Für den KMD sei an einen Raum gedacht worden, der nah an der pädagogischen Arbeit des Jugendzentrums angedockt wäre. Wie im bestehenden „No Limits“ solle dieser ein „Gelegenheitsort“ sein, an dem Musikinstrumente zur Verfügung stehen, mit denen die Jugendlichen nach Lust und Laune „aus dem Alltag heraus jammen“ könnten. Gewünscht sei ein Experimentierraum, in dem Musik entstehen könne. „Wir sind ein sehr musikalischer Jugendtreff.“ Ein solcher Ort sei elementar für sie.

Die Wünsche der Jugendlichen sollten absolute Priorität bekommen, meinte Katrin Fey (Linke). Sie mahnte die Verwaltung an, den Nachwuchs engmaschig einzubinden. „Die Zusammenarbeit muss viel besser werden als in den vergangenen Wochen“, erinnerte sie an die jüngsten Auseinandersetzung um Jugendbeteiligung. „Das muss endlich mal richtig klappen!“ Tomas Irle wunderte sich ein wenig über Heike Kühns Erklärungen. „Das war uns allen nicht bewusst.“ Es sei auch nicht aus der Vorlage hervorgegangen.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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