Ein wilder „Totentanz“

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nik Grund. Schon am Freitagnachmittag beim Soundcheck dröhnte es gewaltig aus dem Kleinen Zelttheater. Im Vergleich dazu kamen die Red Hot Chilli Pipers, die zwei Abende zuvor den Giller gerockt hatten, plötzlich wie Leisetreter rüber. Aber wie das nun mal so ist – wer den Wind sät, erntet den Sturm, oder anders: Wer Saltatio Mortis einlädt, erwartet Lärm, wenn freilich auch melodiösen Lärm.

„Wer den Wind sät“ ist das aktuelle Tourmotto der sieben Recken, Multiinstrumentalisten allesamt, die, das sei dem Nicht-Eingeweihten kurz erläutert, mittelalterliche Klänge mit Rock verschmelzen und ihre sprachverliebten Texte auf Deutsch zum Besten geben.

Folk-Metal also in einem Konzert, in das man nicht einfach mal „eben so“ hineinschneite, oder, falls doch, unter Umständen gleich wieder den Rückzug antrat, jedenfalls dann, wenn man hier eine dieser typisch-munteren Mittelaltermarkt-Kapellen erwartet hatte, zu deren Weisen man allenfalls leise mit dem Fuß zu wippen braucht.

Nein, hier war schon deutlich mehr „Rums“ dahinter, und für die in großer Zahl angereisten Fans war das Late-Night-Konzert bei KulturPur natürlich ein Fest. Die meisten von ihnen kamen stilecht in Schwarz gewandet, einige Damen hatten sich bei der Abendgarderobe besondere Mühe gegeben, erschienen in Corsagen und langen Roben. Und sie alle wurden nicht enttäuscht!

„Märchenonkel“ und Mastermind Lasterbalk der Lästerliche, der Quoten- Adlige Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein, El Silbador, Bruder Frank, Samoel, Jean Méchant und ganz vorne Alea der Bescheidene mit seiner wohlgeschliffenen Stimme hatten eine lange Liederliste dabei, in deren Verlauf sie „Rastlos“ von „Tod und Teufel“ sangen, „Worte“ und auch „Letzte Worte“ verloren, „Den ersten Stein“ warfen und „Keines Herren Knecht“ waren. „Manus Manum Lavat“ und „Koma“, „Ebenbild“, „Varulfen“ und natürlich „Wir säen den Wind“ – ein lauter, wilder und sehr lebendiger „Totentanz“, Saltatio Mortis eben.Der Mond war schon längst über der Ginsberger Heide aufgegangen, da klangen aus dem Zelt noch immer Sackpfeife, Schalmei und die Leier, da heulte die E-Gitarre und trieb die „Trommel“ das Ganze nach vorn. Es ist von dem einen oder anderen verirrten Objekt die Rede, das einen Flug Richtung Bühne antrat, alles in allem aber genossen sowohl Band als auch Publikum ein ausgiebiges Konzert mit zahlreichen Zugaben.

Laut, wild und sehr lebendig: Saltatio Mortis, die am Freitag bis spät in die Nacht im kleinen Zelttheater konzertierten. Foto: dima

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