Einmal um die Welt

Regisseurin Erica von Moeller und Produzent Dr. Uli Veith stellten sich im Viktoria den Fragen der Zuschauer, die gerade den Film „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ gesehen hatten.  Foto: soph
  • Regisseurin Erica von Moeller und Produzent Dr. Uli Veith stellten sich im Viktoria den Fragen der Zuschauer, die gerade den Film „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ gesehen hatten. Foto: soph
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soph Dahlbruch. Fräulein Stinnes ist fest entschlossen: Sie will in einem normalen Straßenauto die Erde umrunden! Gemeinsam mit dem schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström und zwei Technikern fährt sie von Berlin aus ostwärts. 48 000 Kilometer hat das Team, angeführt von der resoluten, unbekümmerten Clärenore Stinnes, vor sich. Eine Reise, die in die Geschichte eingegangen ist, denn der neue Film der Regisseurin Erica von Moeller erzählt eine wahre Begebenheit.

Aus den Originalaufnahmen Söderströms, 1400 Fotos und Spielfilmsequenzen wird die abenteuerliche Reise quer über den Globus in eindrucksvollen Bildern gezeigt. Jede Stadt wird mit einer kurzen historischen Informationstafel beschrieben, Spielfilmszenen und die alten Aufnahmen wechseln sich in sehr gekonnter Art und Weise ab. Die beiden Hauptdarsteller Sandra Hüller und Bjarne Henriksen schaffen es, dass man wirklich nur noch an den schwarz-weißen Bildern merkt, dass ein Teil der Aufnahmen aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammt. Besonders Sandra Hüller ist Fräulein Stinnes nicht nur optisch sehr ähnlich, sie lässt die Abenteurerin in Farbe weiter leben.

Auf seiner Reise hat das Team viele Pannen, Verzögerungen und andere Probleme zu bewältigen, die beiden Techniker verlassen in der Sowjetunion die Expedition, Stinnes und Söderström müssen in Sibirien überwintern. Das Auto, eigentlich für den Straßenverkehr gedacht, schafft die Kilometer tatsächlich, fährt durch Steinwüsten und über steile Abhänge. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte der Expedition, er zeigt die Geschichte einer jungen Frau, die entgegen aller Konventionen ihren Traum leben möchte und deren einzige Angst es ist, dass sie gezwungen wird, aufzugeben.

Kinostart des Films ist der 20. August, am vergangenen Sonntag fand im Viktoria-Filmtheater die Vorpremiere statt. Jochen Manderbach und die rund 200 Besucher begrüßten dabei auch die Regisseurin und Produzenten Dr. Uli Veith und hatten im Anschluss an den Film Gelegenheit, Fragen zu stellen. Und die wurde wahrgenommen, denn der Film wirft einige Fragen auf. Wie konnten die beiden ohne Techniker weiter machen? Wie kamen sie immer wieder an ihre Vorräte? Wie kann ein Auto mit dem Standard der 20er Jahre so eine Reise schaffen? Wo wurde gedreht? Warum diese Geschichte? Produzent und Regisseurin diskutierten lange mit dem Publikum, die Resonanz auf den Film war mehr als positiv. Schon beim Zusehen hörte man oft leise Zwischenrufe wie „Oh nein! Wie furchtbar!“ oder auch einfach nur amüsiertes Lachen.

Der Film hält die Waage zwischen Dokumentation und authentischen nachgestellten Szenen. Die Schwarzweiß-Aufnahmen schaffen eine direkte Verbindung zu den Geschehnissen der Vergangenheit, und man ist von den ersten Minuten an einfach nur gefesselt. Am Ende zeigt sich, dass die zweijährige Weltreise die beiden nicht nur freundschaftlich zusammen gebracht hat, Fräulein Stinnes und Carl-Axel Söderström heiraten. Die zarten Annäherungen werden zwar im Film gezeigt, eine Liebesgeschichte ist „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ aber in keinem Fall. Es ist eine amüsante, interessante, abwechslungsreiche und spannende Erzählung, die durch den gewählten Mix aus Altem und Neuem einen ganz besonderen Charme entwickelt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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