Besuch der Stadtmitte
Entwicklungsachsen entlanggelaufen

Noch immer steht „Haus Hüttenhain“ unter Denkmalschutz. Die neuen Eigentümer haben das Nachbarhaus abgerissen und werden nun eine Zahnarztpraxis errichten.
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  • Noch immer steht „Haus Hüttenhain“ unter Denkmalschutz. Die neuen Eigentümer haben das Nachbarhaus abgerissen und werden nun eine Zahnarztpraxis errichten.
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Hilchenbach. Es hat sich schon einiges getan in der Hilchenbacher Stadtmitte, es gibt aber noch sehr viel mehr zu tun. Das findet Ulrich Bensberg (UWG), der den Stadtentwicklungsausschuss in seiner März-Sitzung beim Namen genommen und zu einem Gedankenaustausch über die Entwicklung der Stadt aufgerufen hatte. Eine Diskussion kam seinerzeit nicht auf, ohne Verwaltungsvorlage, ohne leitende Moderation ebbte das Thema rasch ab. Als Ausweg aus der Sprachlosigkeit kam seinerzeit die Idee auf, eine Besichtigung des Marktplatzes zu machen. Wetterbedingt musste diese ausfallen, als das Fachgremium im Mai erneut zusammenkam. Am ersten Juni-Mittwoch aber begaben sich die Ausschussmitglieder auf kleine Exkursion durch die Stadtmitte.

Wilhelmsburg

Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Klein warb dafür, die Wilhelmsburg in die Überlegungen einzubeziehen. Sie habe Potenzial, werde unter ihren Möglichkeiten genutzt. „Sie sollte nicht ausgeblendet werden bei der Belebung des Marktplatzes.“

Gewässeröffnung

Der Hilchenbach wurde bereits in zwei Abschnitten neben Gerichtswiese und Rathaus aus der Versenkung geholt und sehenswert in Szene gesetzt. Der dritte Abschnitt, zwischen Damm- und Bundesstraße, ist längst mit in der Planung. Jetzt solle die Maßnahme vorangetrieben werden, berichtete Baudezernent Michael Kleber. Die weitere Entwicklung des Areals werde in Abstimmung mit den neuen Eigentümern der „Hüttenhain“-Gebäude angestrebt.

Dammstraße

Nach wie vor steht das marode Haus Nummer 2 unter Denkmalschutz, seitdem es vom früheren NRW-Bauminister Lutz Lienenkemper (CDU) persönlich abgeklopft worden war. Inzwischen hat die Zahnarztfamilie Menn Grund und Gebäude ersteigert, das ungeschützte Haus Nummer 4 wurde kürzlich abgerissen. An seiner Stelle soll nun ein Praxisneubau entstehen, die dafür benötigte Änderung der örtlichen Bauvorschriften winkte der Ausschuss durch: Erlaubt ist es dem Bauherrn nun, das Gebäude nur im zur Straße ausgerichteten Giebelgeschoss in Fachwerkoptik auszugestalten. Das Erdgeschoss darf verputzt werden. Ähnlich soll der wieder aufgebaute Deutsche Hof verkleidet werden. Planungsrechtlich sind jetzt zwei Varianten abgedeckt – sowohl ein Neubau als Anschluss an das Baudenkmal als auch der von Eigentümer und Verwaltung favorisierte Fall, dass der Denkmalschutz erlischt und ein Abriss möglich wird.

Marktplatz

Der Ist-Zustand des Zentrums hat Luft nach oben, darin sind sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses einig. Zu viele Parkplätze, zu wenig Aufenthaltsqualität, das Fehlen eines Cafés – das waren Punkte, die in der ungeordneten, zur Grüppchenbildung neigenden Runde zur Sprache kamen. Dr. Peter Neuhaus (Grüne) schlug einen Wettbewerb zur Wiedebelebung der Kneipe „Lohkasten“ vor. Ulrich Bensberg plädierte dafür, die Touristik-Information von den Rathausöffnungszeiten zu entkoppeln. Auch freitags nach 12 Uhr und an Wochenenden müssten Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn man den Tourismus ankurbeln wolle. Darüber habe die Verwaltung schon nachgedacht, versicherte Kerstin Broh vom Stadtmarketing. Als Behelfslösung biete man samstags Informationen in der Buchhandlung an, sonntags werde auf die Wilhelmsburg verwiesen. Tourismus-Stabsstellenleiter Kyrillos Kaioglidis rief das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) in Erinnerung, das u. a. eine Parkzeitbeschränkung und Sitzmöglichkeiten vorschlägt. Auch einer der Studentenentwürfe für mögliche Markt-Umgestaltungen kam nochmals auf den Tisch.

Konkretes folgte nicht – wohl aber der Appell an die Verwaltung, das Thema mit hoher Priorität zu versehen.

Noch immer steht „Haus Hüttenhain“ unter Denkmalschutz. Die neuen Eigentümer haben das Nachbarhaus abgerissen und werden nun eine Zahnarztpraxis errichten.
Der Stadtentwicklungsausschuss begab sich auf Exkursion vom Ratssaal auf den Marktplatz – der ist ein Schmuckkästchen, das sich unter Wert verkauft. Fotos: Jan Schäfer
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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