Erfolgreiche Wurzelsuche

Beeindruckend ist nach wie vor die Power in der Stimme Inga Rumpfs. Foto: rach

Grund. „Get On Board“! Käpt’n Inga lädt ein. Musikalische Spurensuche an den Wurzeln – und Blüten. Blues, Soul, Funk, Rock, Jazz und – vor allem – Frumpy und Atlantis. Der Einstieg ist klassisch, Blues mit ganz viel Rhythm. Dann ein Taj-Mahal-Cover. „Cakewalk …“, das kommt locker-flockig-leicht. Dezentes Schwingen der Hüften ist angesagt. Beim folgenden Boogie Woogie sitzt kaum noch jemand im Kleinen Zelttheater, das im Lauf der folgenden zwei Stunden immer voller zu werden scheint.

Inga Rumpf rockt den Giller! Auf vielfachen Publikumswunsch, wie KulturPur-Chef Wolfgang Suttner sagt. Kann man verstehen, denn die 1946 in Hamburg geborene Vokal-Artistin hat etwas, das vielen der heute aus den Lautsprechern piepsenden Stimmchen nun einmal fehlt. Tiefgang und gaaanz viel Soul. Ihre Stimmbänder sind so angeschwärzt, dass sie sich auch am Klassiker „It’s A Man’s World“ nicht verhebt.

Die packende James-Brown-Lesung war aber nur einer der Höhepunkte ihres „Back To The Roots“ genannten Late-Night-Show-Gigs am Samstagabend. Ein keckes Hütchen auf dem Kopf gibt Rumpf den „Undercover Agent Of The Blues“ und erklärt ihre Leidenschaft: „Rock ’n’ Roll Preacher“. Das rockt und rollt so fein, dass man geneigt ist, Neil Youngs Worten „Rock ’n’ Roll Will Never Die“ Glauben zu schenken.

Aber es kommt noch besser. Mitten im Wald gibt es kein Tempolimit, der Fuß bleibt auf dem Gaspedal. Die Atlantis-Nummer „Friends“ trifft mitten ins Herz und fährt in die Beine. Die Energie fließt, und es ist verdammt funky! Ooh yeah! Jetzt können sich die Friends, die mit Inga Rumpf auf der Bühne stehen, austoben. Drummer Helge Zumdieck und Bassist Thomas Biller heizen den Maschinenraum, bis der Kessel glüht, Keyboarder Joe Dinkelbach und Gitarrist Matthias Pogoda vollenden den Soundteppich für Rumpfs Stimme. Bestes Beispiel ist Richie Havens „Indian Rope Man“, verziert mit jazzigen Elementen. Schließlich der finale Frumpy-Kult: „How The Gipsy Was Born“. Für einen Moment scheint die Zeit still zu sehen. Erinnerungen kommen hoch, die die Frau am Mikro kurz vorher beschworen hat. Festivals, Parkas, rauchgeschwängerte Säle. Man könnte fast den Blues kriegen, aber beim Schritt in die Nacht scheint die Luft ein wenig seidiger und wärmer geworden zu sein …

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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