Es kann nur einen geben

Slammaster Andreas Klein (l.) mit dem Highlander-Gewinner Christian Ritter aus Würzburg. Foto: ne

ne Grund. Das war schon ein Fest: Auf der frühlingswarmen, windigen Wiese leuchteten die weißen Zelte von KulturPur 2009, und im kleinen Zelttheater erlebten über 400 Lyrikfreundinnen und Literaturfans zum nunmehr 18. Mal einen Siegener Poetry-Slam – und diesmal sogar einen Highlander. An einem Highlander-Slam darf nämlich nicht einfach jeder und jede teilnehmen, wie das sonst zum Mitmachprinzip der immer populärer werdenden Literaturveranstaltung gehört, sondern dabei sind eben nur jene, die schon mal einen ersten oder zweiten Platz bei einem Siegener Poetry-Slam gewonnen haben.

Da wird die Luft also dünn, streiten sich die Besten der deutschen Slam-Szene um den ersten Preis, der gleichzeitig qualifiziert zum großen Landeswettkampf, der im Herbst erstmals in Siegen stattfinden wird. Zuvor stimmte die Gruppe Großraumdichten aus Eichstätt mit ihrer chilligen Performance aus Wortkunst, Lichteffekten und dichten elektronischen Soundscapes auf den Literaturwettkampf ein, stellten sechs Stücke ihrer neuen CD vor.

Dann begann der Dichterwettstreit, ging es um Ehre und Renommee für die zwölf jungen Lyrikerinnen und Kurzprosaisten, das stellte die vom gut aufgelegten Malerpoeten und Slam-Moderator Olaf neopan Schwanke mit Witz aus dem Publikum herausgezupfte Jury vor eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wen sollte man nach zwei Vorrunden ins Finale heben? Andy Strauß aus Münster vielleicht, der mit „kleinem-Looser“-Charme und brüllend komischen Texten absurder Erlebnisse die Herzen des Publikums erstürmte, oder lieber Anke Fuchs aus Köln, die in ihren frei vorgetragenen Kurzgeschichten und Langgedichten anspruchsvolle Inhalte mit treffsicheren Pointen und gekonnter Rhetorik zu verbinden wusste?

Vielleicht auch wollte man sich mitreißen lassen von der leidenschaftlich ins Zelt geschleuderten Improvisation über Lust und Emphase zeitgenössischer Dichterschaft von Sushi aus Düsseldorf oder verliebte sich in die schüchterne Coolness eines Andreas Weber, der schmunzelnd seinen gescheiterten Versuch beschrieb, das Haus zu verlassen, um den Nachbarn zu besuchen. Wenn da nicht die nachbarliche Rosenhecke und der verflixte Alkoholspiegel gewesen wären.

Das Rennen um den ersten der Ersten machte in der Finalrunde Christian Ritter aus Würzburg, nachdem das gesamte Publikum durch Klatschvoting den sympathischen Slammer und seine witzigen Texte mit nachdenkenswertem Hintersinn zum Favoriten des Abends erkor. Slammaster Andreas Klein vom Kulturverein Dee2, der für die Siegener Poetry-Slams verantwortlich zeichnet, übergab den Highlander-Geldpreis, bevor wiederum Andy Strauß als kleine Zugabe im selbst gebastelten Ananaskostüm und mit skurriler Performance ein paar Songs seines Bandprojektes zum Besten gab, solange, bis das Zelt geräumt werden musste, um Vorbereitungen für den nächsten Showact zu treffen – Highlight jagt Highlight, eben: typisch KulturPur.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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