Expeditionen in Grenzbereiche

Anne Bahrinipour zeigt 40 Bilder in Dahlbruch / Arbeiten zeugen von hoher Spiritualität

Dahlbruch. »Für mich ist das nicht nur eine Ausstellung. Es ist eine Begegnung mit meiner Jugend und Kindheit. Hier im Busch-Theater habe ich die Kunst kennen gelernt, die Musik gehört, Theater und gute Filme gesehen!« Keine Frage, die Vernissage am Dienstagabend im Dahlbrucher Gebrüder-Busch-Theater war für die Künstlerin Anne Bahrinipour eine sehr emotionale Angelegenheit. Anne Bahrinipour, ihr Mann ist Perser, stammt aus Müsen und ist im nördlichen Siegerland unter ihrem Mädchennamen Anne Hees bestens bekannt, wie der Andrang zur Eröffnung ihrer Ausstellung mit dem Titel »Unausgesprochenes – Ausgedachtes« bewies.

Das »Heimspiel« der Malerin, die inzwischen in Witten lebt, eröffnete Buschkreis-Geschäftsführer Hartmut Kriems, der wiederum aus Witten stammt, mit einem Ausflug in die Vergangenheit. Vor fast 20 Jahren, so Kriems, habe er an gleicher Stelle Bahrinipours Ausstellung »Menschenbilder« (Aktmalerei in verschiedenen Techniken) eröffnet. Die großformatigen Menschenbilder seien in ihrer Ausdruckskraft, Farbigkeit und Intension überwältigend gewesen.

Die aktuelle Ausstellung zeigt die Entwicklung Bahrinipours (Studium der freien Kunst in Köln bei Prof. Karl Marx, Examen für Objekt-Design in Dortmund bei Prof. G. Deppe), die seit 1983 als freischaffende Künstlerin tätig ist. Sie hat sich inzwischen fast völlig von der Gegenständlichkeit (Ausnahme die Afrika-Bilder in der obersten Etage) gelöst.

Hartmut Kriems erläuterte die Arbeitsweise Bahrinipours: »Sie nähert sich ihrer Thematik aus einem inneren Impuls. Ihre Sichtweise ist immer auch eine philosophische, theologische und religiöse.« Die Herangehensweise sei nicht vorgeplant, aber vorgedacht. Nichts sei skizziert, aber Skizzen entständen vor ihrem inneren Auge. Sie experimentiere ohne bewusstes Eingreifen in Gedankengänge: »Sie wartet auf den Moment, in dem das, was sie als inneres Bild vor sich hat, aus dem Unbewussten an die Oberfläche gelangt und bildnerisch Ausdruck findet.«

Der Betrachter der Arbeiten versteht schnell, was Kriems meint, wenn er von der hohen Spiritualität der Arbeiten Bahrinipours spricht. Mit meist warmen Farben, die selten grell ins Auge springen, sich oft zu Farbflächen verdichten, manchmal kräftig aufgetragen viel Struktur oder Symbole zeigen, versucht sie geistige Wahrnehmungen sichtbar zu machen. Sie nimmt den Ausstellungsbesucher in den schönsten Momenten mit auf eine Gedankenreise, lässt ihn an ihren malerischen Expeditionen in den Grenzbereich des Daseins, an der Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits teilnehmen. Zitat der Künstlerin. »Die Freiheit von Darstellung verwandelt meine Kunst in ein Erfahrungsinstrument, mit dem ich in meine Welt eindringen kann. Ich möchte die ursprüngliche, universale Energie erlebbar machen durch den ungehinderten Fluss der Farben und der bewegten Linien.«

Die rund 40 Arbeiten (Acryl und Pigmente auf Leinwand; Gouache und Pigmente auf Papier) der gebürtigen Müsenerin Anne Bahrinipour sind bis zum 24. November an Kino- und Theatertagen ab 19.30 Uhr, samstags ab 17 Uhr und sonntags ab 15 Uhr zu sehen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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