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Haus Abendfrieden wieder Ziel eines "Brandanschlags"
Feuerteufel schlug erneut zu

Hinten links wurde an dem Wagen der Haus-Abendfrieden-Mitarbeiterin gezündelt. Der Schaden hält sich in Maßen, die Tatsache an sich - der Feuerteufel hat es wieder getan - sorgt für Angst und Unmut bei den Menschen in Helberhausen und Hadem.
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  • Hinten links wurde an dem Wagen der Haus-Abendfrieden-Mitarbeiterin gezündelt. Der Schaden hält sich in Maßen, die Tatsache an sich - der Feuerteufel hat es wieder getan - sorgt für Angst und Unmut bei den Menschen in Helberhausen und Hadem.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Helberhausen. Schöne Landschaft, ruhige Lage? Ja, theoretisch. Denn die kleinen Dörfer Helberhausen und Hadem im oberen Ferndorftal kommen keineswegs zur Ruhe. Der seit fast einem (!) Jahr aktive Feuerteufel hat in der Nacht zum Samstag erneut sein Unwesen getrieben. Über ein Dutzend Mal hat die oder der Unbekannte bereits Feuer gelegt, diesmal musste die Feuerwehr wieder einmal zum Haus Abendfrieden in Helberhausen ausrücken. Zum dritten Mal. Morgens um 3.33 Uhr – die frühe Stunde nach 3 Uhr ist offenbar die bevorzugte Zeit des Feuerteufels. Das Auto der Nachtschwester hatte Feuer gefangen. Der neben der Wohninsel für Demenzkranke geparkte Wagen ist mit einem Brandbeschleuniger auf einem Reifen angezündet worden.

Die Arbeit der Feuerwehrleute des Löschzuges Hilchenbach bzw.

ch Helberhausen. Schöne Landschaft, ruhige Lage? Ja, theoretisch. Denn die kleinen Dörfer Helberhausen und Hadem im oberen Ferndorftal kommen keineswegs zur Ruhe. Der seit fast einem (!) Jahr aktive Feuerteufel hat in der Nacht zum Samstag erneut sein Unwesen getrieben. Über ein Dutzend Mal hat die oder der Unbekannte bereits Feuer gelegt, diesmal musste die Feuerwehr wieder einmal zum Haus Abendfrieden in Helberhausen ausrücken. Zum dritten Mal. Morgens um 3.33 Uhr – die frühe Stunde nach 3 Uhr ist offenbar die bevorzugte Zeit des Feuerteufels. Das Auto der Nachtschwester hatte Feuer gefangen. Der neben der Wohninsel für Demenzkranke geparkte Wagen ist mit einem Brandbeschleuniger auf einem Reifen angezündet worden.

Die Arbeit der Feuerwehrleute des Löschzuges Hilchenbach bzw. der Löschgruppe Helberhausen war rasch getan, „wir hatten den Entstehungsbrand schnell im Griff“, so Löschgruppenführer Torsten Klotz. Dann war wieder die Kripo am Zuge. Noch in der Nacht nahm sie an der Dorea-Einrichtung am „Unterm Wäldchen“ ihre Arbeit auf. Spurensicherung, Schadensermittlung. Angaben zur Tat oder zum Ablauf oder zu möglichen Zusammenhängen zu den anderen „Brandanschlägen“ im Ferndorftal machte die Kreispolizei am Samstag mit Verweis auf die „laufenden Ermittlungen“ keine.

Dabei lassen sich Muster und Abläufe ansatzweise schon aus der Chronologie die Ereignisse erkennen. Die jüngste Tat vor dem Einsatz an diesem Wochenende: In der Nacht von Samstag, 24. August, auf Sonntag, 25. August, versuchte ein bisher Unbekannter einen auf einem Privatgrundstück an der Ferndorfstraße in Hadem geparkten VW Passat anzuzünden. Zum Glück fing das Fahrzeug kein Feuer, es wurden lediglich ein Reifen und der Lack beschädigt. Das war nicht das erste und einzige Auto, das brannte.

In der Nacht von Samstag, 10. August, auf Sonntag, 11. August, wurden die Bewohner Helberhausens gegen 3.40 Uhr aus dem Schlaf gerissen: Torsten Klotz und seine Kollegen mussten anrücken, um einen Altpapiercontainer, der sich auf einem geschotterten Platz unterhalb des Hilchenbacher Ortsteils an der Ferndorfstraße befindet, zu löschen.

Auch einen Monat zuvor, am Wochenende 13. bzw. 14. Juli, musste die Löschgruppe Helberhausen zum Haus Abendfrieden eilen. Um 3.13 Uhr ging der Alarm, nur wenige Minuten später waren die Flammen des kleinen Feuerchens hinter der Senioreneinrichtung rasch erstickt.

Als der Rauch sich verzogen hatte, sahen Torsten Klotz und seine Kameraden klarer: In dem großen Mülleimer lag auch damals ein kleiner Brandbeschleuniger. Sie wussten: „Diesselbe Garage, dieselbe Stelle, ein Feuer zur nachtschlafender Zeit und dazu ein Brandbeschleuniger – wir fühlten uns wie im falschen Film, nämlich in der Brandnacht zum Neujahrstag“, so die spontane Einordnung der Dinge.

Damit meinte Klotz den schlimmen Start ins Jahr 2019. Auch damals musste die Feuerwehr das Altenheim gegen 3 Uhr ansteuern. Gerade als im Löffeldorf nach der lautstarken Begrüßung des neuen Jahres wieder Ruhe einkehrte, schlugen Flammen aus einem Abstellraum neben der Garage. Der Raum gehörte zur Hausmeisterwohnung. Da die Altenheim-Zimmer direkt angrenzen und das gesamte Gebäudeensemble im Gefahrenbereich lag, löste die Leitstelle Alarm für einen „MANV“ (Massenanfall von Verletzten) aus. Entsprechend viele Einsatzkräfte eilten herbei. Dutzende von Feuerwehrwagen und Rettungsfahrzeugen, dazu Polizei und Notärzte waren vor Ort. Ein Großeinsatz im Wortsinne. Das Feuer konnte relativ schnell gelöscht werden, die Ausbreitung der Flammen wurde verhindert.

Noch in dieser Neujahrsnacht wurde heftig über die Brandursache diskutiert. Den Feuerteufel hatten dabei die meisten sofort im Sinn. Auch die Polizei, die bislang vergeblich nach ihm fahndet. Mitte Dezember 2018 trat sie sogar aktiv an die Bevölkerung heran, verteilte Hunderte Flugblätter an die Haushalte in Hadem und Helberhausen. Immer mit der Hoffnung auf den entscheidenden Hinweis. Doch der blieb aus. Die Polizei tappt offensichtlich noch immer im Dunklen – und Klotz und seine Kameraden müssen in der Dunkelheit ausrücken, um das schlimmste zu verhindern.

Hinten links wurde an dem Wagen der Haus-Abendfrieden-Mitarbeiterin gezündelt. Der Schaden hält sich in Maßen, die Tatsache an sich - der Feuerteufel hat es wieder getan - sorgt für Angst und Unmut bei den Menschen in Helberhausen und Hadem.
Schöne Landschaft, ruhige Lage? Ja, theoretisch. Bereits zum dritten Mal wurde das Haus Abendfrieden von einem Feuerteufel als Ziel für einen „Brandanschlag“ auserkoren. Grafik: Google Maps
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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