Freude, Leid und Hoffnung

»Gospeltrain« gab mitreißendes Konzert in Müsener Kirche

kafu Müsen. Der Gospel – mit ihm drückten die versklavten Schwarzen in den Südstaaten Amerikas ihren Glauben, die Sehnsucht nach der fernen Heimat und der verlorenen Freiheit aus. Die Lieder begleiteten und erleichterten ihre schwere Arbeit auf den Baumwollfeldern. Geprägt war der Gesang der Sklaven aber nicht nur von Trauer und Melancholie, sondern ebenso von Hoffnung und Freude. Wie facettenreich diese Musik war und ist, das bewies der Chor »Gospeltrain« am Sonntagabend in der vollbesetzten Müsener Kirche auf eindrucksvolle Weise. Unter der Leitung von Jörg Siewert sangen die rund 40 Sängerinnen und Sänger Spirituals, Gospels, Weihnachtslieder und Songs. Instrumental begleitetet wurde der Chor von Klaus Zarmutek am Saxophon und Pianist Stefan Platte.

Die meisten Stücke standen in der für das Spiritual typischen »Call and response«-Tradition: Solisten und Chor traten dabei in Dialog zueinander; die Gruppe reagierte auf die »Zurufe« der Vorsänger. So zum Beispiel bei dem gefühlvollen »Ain’t got time to die« oder im fröhlich-festlichen »Get you ready«.

Sehr gelungen war auch Edwin Hawkins’ Klassiker »O happy day«, der vor rund 30 Jahren als erster Gospel die deutsche Hitparade stürmte: sauber intoniert, mit bluesiger Solo-Stimme, einem Instrumental-Zwischenspiel und dem typisch gospeligen Off-Beat-Klatschen. Besonders bei »Sometimes« überzeugte die Korrelation von Inhalt und dessen musikalischer Umsetzung: Heimweh und Hoffnung klangen in jeder Note mit, das traurig-tragende Spiel von Piano und Saxophon zog sich durch den ganzen Song und wurde aufgegriffen im dazu passenden Gesang wechselnder Solisten und dem Klangteppich des Chores. Dynamische Piano-Forte-Spiele, Tonarten- und Tempiwechsel und die in den Liedern umgesetzten Stimmungen – von euphorisch, leicht und swingend bis schwer und sentimental – beeindruckten die Zuhörer.

Den Sängerinnen und Sänger von »Gospeltrain« merkte man die Freude am Singen an und ihr musikalisches Können, sowohl als Solisten als auch als Einheit im Chor, bewiesen sie auch bei ihrem inzwischen 15. Adventskonzert in Müsen. Immer wieder wurde das Publikum in das Konzert involviert und zum Mitsingen und -klatschen aufgefordert. »Hallo Django«, ein rhythmisch-lautmalerischer Kanon, wurde dabei zu einer echten Herausforderung sowohl für die Gäste als auch für Chorleiter Siewert. Dass das Publikum seine Lektion in Sachen rhythmisches Klatschen an diesem Abend durchaus gelernt hatte, stellte sich spätestens am Ende des zweistündigen Konzertes heraus. Dann nämlich forderte es – zu Recht begeistert – auf diese Weise zwei Zugaben.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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