Nutzungskonzept soll im Herbst vorliegen
Frischzellenkur für Kulturellen Marktplatz

Nicht nur baulich schreitet die Gestaltung des Kulturellen Marktplatzes in Dahlbruch voran. Ein Münchener Fachbüro sucht nun den Kontakt zu den Hilchenbachern, um gemeinsam mit ihnen ein Nutzungkonzept zu erstellen.
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nja Dahlbruch. Rund zehn Jahre Planung, einhergehend mit einer steten Kostensteigerung – zuletzt war von rund 12,5 Millionen Euro die Rede: Der Kulturelle Marktplatz Dahlbruch (KMD) war schon für so manche Überraschung gut. „Wir möchten auch eine neue Begeisterung für das Projekt auslösen“, sagt daher Dr. Martina Taubenberger. Der Kulturmanagerin aus München ist nicht verborgen geblieben, dass die Anfangseuphorie ins Stocken geraten ist. Ihr Büro „Kultur-Konzepte“ wird in den kommenden sechs Monaten ein Nutzungskonzept für das Hilchenbacher Prestigeprojekt erarbeiten. Das lässt sich die Stadt rund 30 000 Euro kosten. Die Gespräche mit künftigen Akteuren laufen in dieser Woche an.

„In der Bevölkerung herrschen eine positive Grundstimmung und Neugier dem Projekt gegenüber, die Nutzer freuen sich auf den Kulturellen Marktplatz und gestalten ihn aktiv mit. Es gibt Konzepte für ein konstruktives, lebendiges Miteinander aller Nutzergruppen und neue Ideen für neue und zeitgemäße Freizeitangebote und -formate“: Dies formuliert Dr. Taubenberger als Zielvision für den Herbst.

Märkte ältestes Kulturgut

Im Kulturausschuss erläuterte sie Corona-bedingt via Videoschalte mit ihren Kollegen, „was wir mit Ihnen vorhaben“. Komplimente gab es für den Namen des künftigen Bürger-, Kultur- und Sportzentrums am Bernhard-Weiss-Platz – er passe vorzüglich: „Märkte sind das älteste Kulturgut, das es gibt. Die Menschen verbinden soziale Aspekte damit“, lobte Senior-Berater Norbert Hoffmann.

Derzeit befindet sich das Trio, dem auch Angelika Schindel als Kommunikationsexpertin angehört, in der Recherchephase. Wie ist der Stand der Dinge? Alsbald wird eine digitale Bürgerbefragung anlaufen, mehr oder weniger gleichzeitig suchen die Experten das Gespräch mit den unterschiedlichen Zielgruppen und Akteuren, die den KMD mit Leben füllen wollen. Für Juli sind dann Workshops geplant.

Bürgerbefragung: Was erhoffen sich die Menschen vom Kulturellen Marktplatz, und worauf freuen sie sich – mit Blick auf Kultur und Angebote der Freizeitgestaltung allgemein? Dies sind u. a. Fragen, die geklärt werden sollen.

Mehrere Aspekte im Fokus

Workshops: Im Fokus stehen die Aspekte „Schnittstellen“ (wo können Synergien genutzt werden, wo zeichnen sich Konflikte ab, wie kann konstruktiv kooperiert werden?), „Angebot/Gestaltung“ (was gibt es und was fehlt, was muss überarbeitet werden, wie können die Räume genutzt werden?) und „Verwaltung/(Selbst-)Organisation“ (was hat bislang gut funktioniert, was weniger, welche zusätzlichen Herausforderungen gibt es, welche Modelle kommen in Frage, wo zeichnen sich Grenzen der Selbstverwaltung ab – welcher Weg soll beschritten werden?).

"Ein Jugendzentrum neben einem Theater,
ein Kino neben einem Hallenbad,
Seniorenangebote neben einer Turnhalle:
die Kombination ist hochspannend."

Dr. Martina Taubenberger
Konzeptentwicklerin

Das Projekt KMD stehe auf einer gesunden Basis, bescheinigt Dr. Taubenberger den Hilchenbachern: „Es gibt aber auch noch viel zu tun.“ Viele unterschiedliche Nutzer gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen, sei die Herausforderung. „Wir wollen dort eine Begegnung aller.“ Neue gemeinschaftsstiftende Angebote und auch Formate möchten die Münchener mit den Hilchenbachern entwickeln. Das Konzept solle auch in zehn Jahren noch funktionieren. „Wir suchen auch Freiräume, die offen bleiben und eine dynamische Nutzung des Kulturellen Marktplatzes ermöglichen“, sagt Taubenberger.

KMD besonderes Projekt

Was reizt sie an dem Projekt? „Ich finde die Kombination der bestehenden und künftigen Nutzer hochspannend. Ein Jugendzentrum neben einem Theater, ein Kino neben einem Hallenbad, Seniorenangebote neben einer Turnhalle: Ich freue mich darauf, mit den Akteuren inhaltliche, aber auch räumliche und organisatorische Konzepte zu entwickeln, dieses Neben- und Miteinander zu gestalten", so Taubenberger.

Dr. Martina Taubenberger findet die Kombination der bestehenden und künftigen Nutzer hochspannend.
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„Insgesamt ist der KMD ein sehr besonderes Projekt für eine Kommune der Größenordnung von Hilchenbach. Vergleichen Sie sich nicht mit dem Berliner Flughafen oder der Hamburger Elfi: Wenn der KMD fertig ist, spricht kein Mensch mehr darüber, wie schwierig es war. Ich bin mir sicher: Die Hilchenbacher werden stolz auf ihren Kulturellen Marktplatz sein.“

Nicht nur baulich schreitet die Gestaltung des Kulturellen Marktplatzes in Dahlbruch voran. Ein Münchener Fachbüro sucht nun den Kontakt zu den Hilchenbachern, um gemeinsam mit ihnen ein Nutzungkonzept zu erstellen.
Dr. Martina Taubenberger findet die Kombination der bestehenden und künftigen Nutzer hochspannend.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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