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Kultureller Marktplatz Dahlbruch
„Frühsportler“ machen Halle leer

Auch so lässt es sich an Geräten schwitzen: Die „Frühsportler“ Rafal Kucharczyk, Martin Steiner und Karl Eberhard Weber (v. l.) vom Baubetriebshof hatten am Donnerstagmorgen alle Hände voll zu tun beim Ausräumen der Turnhalle Dahlbruch.
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  • Auch so lässt es sich an Geräten schwitzen: Die „Frühsportler“ Rafal Kucharczyk, Martin Steiner und Karl Eberhard Weber (v. l.) vom Baubetriebshof hatten am Donnerstagmorgen alle Hände voll zu tun beim Ausräumen der Turnhalle Dahlbruch.
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js Dahlbruch Vor dem Abriss kommt das Ausräumen. Im ersten Quartal dieses Jahres sollen die Bauarbeiten am Bernhard-Weiss-Platz starten, dessen in die Jahre gekommener Gebäudekomplex nach vielen Höhen und noch mehr Tiefen in der Planungsphase zum Kulturellen Marktplatz aufgewertet werden soll. Derzeit, so berichtete Baudezernent Michael Kleber am Mittwoch im Bauausschuss, befinde sich das Projekt in den Vergabearbeiten.

Der nun bevorstehende erste Bauabschnitt wird zunächst den Abriss des Gebäuderiegels mit Sporthalle und Jugendzentrum bringen. Bis zum Silvestertag musste der TuS Dahlbruch seine Habseligkeiten abtransportieren – am Donnerstagmorgen war die Stadtverwaltung an der Reihe.

js Dahlbruch Vor dem Abriss kommt das Ausräumen. Im ersten Quartal dieses Jahres sollen die Bauarbeiten am Bernhard-Weiss-Platz starten, dessen in die Jahre gekommener Gebäudekomplex nach vielen Höhen und noch mehr Tiefen in der Planungsphase zum Kulturellen Marktplatz aufgewertet werden soll. Derzeit, so berichtete Baudezernent Michael Kleber am Mittwoch im Bauausschuss, befinde sich das Projekt in den Vergabearbeiten.

Der nun bevorstehende erste Bauabschnitt wird zunächst den Abriss des Gebäuderiegels mit Sporthalle und Jugendzentrum bringen. Bis zum Silvestertag musste der TuS Dahlbruch seine Habseligkeiten abtransportieren – am Donnerstagmorgen war die Stadtverwaltung an der Reihe. Mitarbeiter des Baubetriebshofs hatten alle Hände voll damit zu tun, die Sportgeräte aus dem Geräteraum zu holen und ins Zwischenlager zu bringen. Das befindet sich im ehemaligen, zwischenzeitig als Notunterkunft genutzten Hauptschulgebäude und wird vorerst Barren, Kästen, Matten und Bänken ein Dach über dem Kopf geben. Nicht alle Geräte werden übrigens demnächst wieder zurückgebracht: Abgängiges wird in diesem Zug entsorgt. Ein bisschen Ausmisten gehört beim Umzug einfach dazu.

Verwaltung und Politik möchten eine baubegleitende Arbeitsgruppe einrichten. Der Baudezernent bat die Fraktionen jetzt darum, jeweils einen Vertreter oder eine Vertreterin zu benennen. Auch das bislang vernachlässigte Thema Marketing bzw. Imagekampagne wird jetzt aufgegriffen. Externe Expertise soll hier helfen: Die Stadt habe mit einem Siegener Fachbüro Kontakt aufgenommen und um ein Angebot gebeten, so Kleber.

Die Frage nach dem Bandprobenraum, die seit Dezember per Tagesordnungspunkt durch alle relevanten Gremien gereicht wird, wurde im Bauausschuss ebenfalls aufgeworfen. In der Gebäudeplanung selbst ist dieser Raum längst gestrichen, die Verwaltung hat nun bekanntlich eine Containerlösung ins Spiel gebracht. Dieter Dräger (Linkspartei) berief sich auf die Diskussion im Sozialausschuss, in der die Stadtjugendpflege erklärt hatte, dass kein öffentlicher, sondern ein an das Jugendzentrum angegliederter Raum für musikalische Entfaltung gewünscht sei. Das Jugendforum Hilchenbach sei einer anderen Ansicht: „Was den Container betrifft, ist seitens der Verwaltung bisher niemand auf uns zugekommen“, zitierte Dräger aus einer Stellungnahme des Jugendforums. „Wir sind der Meinung, dass der Probenraum nach wie vor ein sehr erstrebenswertes Feature des Jugendzentrums wäre.“ Unter einem Probenraum verstehe das Jugendforum keinen Raum, der ausschließlich einzelnen Bands oder Privatgruppen zur Verfügung gestellt werde, „sondern einen Raum, der sich, im Sinne der offenen kulturellen Jugendarbeit, in das Alltagsgeschehen des Jugendzentrums integriert und in dem alle Gegebenheiten (Schallschutz, Veranstaltungstechnik, Instrumente, ...) den Kindern frei zugänglich sind“. Sowohl geplante als auch spontane Projekte sollten möglich sein.

„Der Container ist sicherlich eine nett gemeinte Kompromisslösung, und zu Kompromissen sind wir gerne bereit“, so das Jugendforum weiter. „Allerdings wird in unmittelbarer Nähe zu diesem Container ein Gebäude für mehrere Millionen Euro saniert, umgebaut und umstrukturiert, und man sagte uns, aus ,Kostengründen’ könne man diesen Platz nicht mehr in das Gebäude integrieren.“ Ein Container in Dauernutzung werde ebenfalls viel Geld kosten, so das Jugendforum. Es befürchtet, dass die Kinder und Jugendlichen so außerhalb des Gebäudes am Rande des Geschehens und damit am „Katzentisch“ teilnehmen müssten. „Wir fürchten, dass man ihnen so noch mehr kostbare Außenfläche raubt, da auf keinem der Pläne auch nur ansatzweise ersichtlich wäre, wo dieser Container Platz finden könnte.“

Das Jugendforum hätte selbst im Ausschuss sprechen können, wunderte sich Vorsitzender André Jung (CDU) über den Umweg. Andreas Bolduan (UWG) freute sich, dass endlich das Thema Marketing aufgegriffen werde. „Darauf warten wir sehnsüchtig.“ Carlos Garcia (Grüne) fragte sich mit Blick auf die Container-Idee, wie sich Musik „in so einer Blechbüchse“ anhören werde. „Wir werden alle konstruktiv an den Problemen arbeiten“, versprach André Jung. Diskutiert werden müsse sachlich und fachlich, ohne Vorhaltungen.

Auch so lässt es sich an Geräten schwitzen: Die „Frühsportler“ Rafal Kucharczyk, Martin Steiner und Karl Eberhard Weber (v. l.) vom Baubetriebshof hatten am Donnerstagmorgen alle Hände voll zu tun beim Ausräumen der Turnhalle Dahlbruch.
Die Tage der Turnhalle Dahlbruch sind gezählt: Im ersten Quartal dieses Jahres soll ihr Abriss beginnen – und damit der Startschuss für den Kulturellen Marktplatz fallen.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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