SZ

Möglicher Windpark zwischen Heinsberg und Hilchenbach
Gegenwind bislang nur eine leichte Brise

Auf der Lümke in Hilchenbach drehen sich bereits fünf markante Windräder, nach dem Willen von Enercon und Rothaarwind könnten im Stadtgebiet bald weitere Anlagen hinzukommen.
  • Auf der Lümke in Hilchenbach drehen sich bereits fünf markante Windräder, nach dem Willen von Enercon und Rothaarwind könnten im Stadtgebiet bald weitere Anlagen hinzukommen.
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cs Heinsberg. Die Veranstaltung lief geräuschlos ab. „Einige Kritiker waren da, es wurden aber moderate Töne angeschlagen und gute Gespräche geführt“, fasste es „Windmüller“ Günter Pulte am Abend nach der dreistündigen Informationsmesse zum Planungsstand des interkommunalen Bürgerwindparks zwischen Hilchenbach und Heinsberg zusammen. Die Unternehmen Rothaarwind und Enercon hatten für Donnerstag in den Landgasthof Schwermer im Kirchhundemer Ortsteil eingeladen, Besucher und Interessierte konnten sich an Ständen der Energieagentur NRW und verschiedener Fachgutachter ausgiebig über das Vorhaben informieren. Wie ausführlich berichtet, sollen nach den Vorstellungen der Planer maximal 17 Anlagen – nach dem Muster des bereits bestehenden Windparks auf der Hilchenbacher Lümke – entstehen.

cs Heinsberg. Die Veranstaltung lief geräuschlos ab. „Einige Kritiker waren da, es wurden aber moderate Töne angeschlagen und gute Gespräche geführt“, fasste es „Windmüller“ Günter Pulte am Abend nach der dreistündigen Informationsmesse zum Planungsstand des interkommunalen Bürgerwindparks zwischen Hilchenbach und Heinsberg zusammen. Die Unternehmen Rothaarwind und Enercon hatten für Donnerstag in den Landgasthof Schwermer im Kirchhundemer Ortsteil eingeladen, Besucher und Interessierte konnten sich an Ständen der Energieagentur NRW und verschiedener Fachgutachter ausgiebig über das Vorhaben informieren. Wie ausführlich berichtet, sollen nach den Vorstellungen der Planer maximal 17 Anlagen – nach dem Muster des bereits bestehenden Windparks auf der Hilchenbacher Lümke – entstehen. Derer sieben auf Hilchenbacher und zehn auf Kirchhundemer Seite.

Bürgerinitiative wohl in den Startlöchern

Widerstand gegen die Planungen regt sich durchaus, nach SZ-Informationen formiert sich gegenwärtig eine Bürgerinitiative in Heinsberg, die bislang öffentlich jedoch nichts offizielles verlauten ließ. Die Informationsmesse, die vor allem in der ersten Stunde mit rund 50 Besuchern auf gute Resonanz stieß, ließen die Windkraftgegner ebenfalls ungenutzt verstreichen. Ohnehin ist Günter Pulte überzeugt: „Wir glauben, dass wir hier eine gute Lösung gefunden haben, vor allem was den Schutz der Anwohner angeht“, unterstrich der Rothaarwind-Geschäftsführer und stellte die „außerordentlichen“ Entfernungen der geplanten Windräder zu den nächstgelegenen Wohngebieten heraus. Nordöstlich und südöstlich der Oberndorfer Höhe würden die jeweils nächstgelegenen Anlagen etwa 1000 Meter von Oberndorf und 2000 Meter von Heinsberg platziert werden. Für das Hilchenbacher Stadtgebiet sehen Enercon und Rothaarwind sechs Anlagen vom Typ E-138 mit einer Nabenhöhe von etwa 130 Metern und eine weitere gleichen Typs mit 110 Metern Nabenhöhe vor. Insgesamt würden die neuen Türme also etwas niedriger als das Quintett auf der Lümke ausfallen, jedoch mit größeren Rotoren ausgestattet werden.

Grenzwerte für Schattenwurf in Oberndorf "durchaus überschritten"

Die werfen natürlich Schatten, „und in Oberndorf würden die Grenzwerte durchaus überschritten“, erklärte Wiebke Packmor im SZ-Gespräch. Moderne Anlagen verfügten jedoch über zuverlässige Sensoren und seien durch Abschaltmodule leicht zu regulieren, führte die Diplom-Geographin des Hannoveraner Büros „Plangis“ aus. So werde sichergestellt, dass Wohnhäuser nur in geringem Maße von Schattenwurf betroffen sind, weil die Windräder rechtzeitig abschalteten. Packmor: „Da gibt es ganz strenge Vorschriften, die eingehalten werden müssen.“
Den aufwändigsten Part bei den Planungen für einen Windpark nehmen stets die Arten- und Naturschutzgutachten ein. Auch hier sehen sich Enercon und Rothaarwind auf einem guten Weg. Bertram Mestermann vom Büro für Landschaftsplanung: „Wir haben bereits mehrere Areale untersucht und schreiben das gerade zusammen.“ Je größer das Waldgebiet sei, desto weniger artenschutzrechtliche Probleme kämen auf die Windkraftindustrie zu. In dem betreffenden Areal etwa habe man keinen Brutplatz des Rotmilans ausfindig machen können, dieser bevorzuge nämlich die halboffenen, weniger bewaldeten Gebiete.

Günter Pulte hinsichtlich eines Zeitplanes sehr zurückhaltend

Naturgemäß zeigten sich die Enercon-Vertreter von dem Projekt überzeugt. Man wolle jederzeit auch mit den Kritikern ins Gespräch kommen, die Standorte der potenziellen Anlagen seien jedoch sehr sorgfältig ausgewählt, sagte Rainer Olling, beim Unternehmen mit Hauptsitz in Aurich als Projektentwickler tätig. Die einzelnen "Mühlen" würden nicht direkt auf den Bergkuppen platziert und seien aus den umliegenden Ortschaften kaum zu sehen. Dessen Kollege Frederik Rind ergänzte, dass man dennoch durchaus mit Widerstand rechne, allerdings erst, wenn die Baugenehmigung erteilt sei und es richtig ernst werde.
Obwohl die Bauanträge bei den Kreisverwaltungen Siegen-Wittgenstein und Olpe in Kürze gestellt werden sollen, wollte sich Günter Pulte auf keinen Zeitplan festlegen. „Da haben alle meine Prognosen bislang noch nie hingehauen“, sagte der Rahrbacher am Donnerstagabend mit einem gequälten Lächeln.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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