Glücksfall für die Region: »Meisterliche Kammermusik«

Hochrangige Ensembles und Solisten aus aller Welt gastieren im Gebrüder-Busch-Theater / Gedenken an Adolf Busch / Klassik und Puppenspiel

sz Dahlbruch. Die vor zehn Jahren von der Brüder-Busch-Gesellschaft und dem Gebrüder-Busch-Kreis ins Leben gerufene Abonnementsreihe »Meisterliche Kammermusik« hat sich als Glücksfall für unsere Region erwiesen. Das bei der ersten Werbeaktion gegebene Versprechen, nur hochrangige Ensembles und Solisten ins Gebrüder-Busch-Theater in Dahlbruch einzuladen, wurde gehalten. Dank der weltweiten Verbindungen der Busch-Gesellschaft, der Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk Köln und der Förderung durch musikfreudige Mäzene erlebten die stets zahlreichen Besucher in den bisherigen 64 Konzerten Kammermusik von internationalem Niveau. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. In der kommenden Spielzeit gibt es ein Wiedersehen und Wiederhören mit guten alten Bekannten, aber auch die Begegnung mit zwei neuen Gruppen.

Eröffnet wird die Saison am 24. September mit dem renommierten Mandelring-Quartett. Das Konzert findet zum Gedenken an Adolf Busch aus Anlass seines 50. Todestages statt. Das Mandelring-Quartett, Preisträger beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, zählt zu den führenden deutschen Streichquartetten. Das Programm enthält neben Streichquartetten von Haydn und Mendelssohn »Neun Stücke für Streichquartett« op. 45 von Adolf Busch. Am 29. Oktober gibt die junge Moskauer Pianistin Ekaterina Dershavina ihr viertes Konzert im Gebrüder-Busch-Theater. Ihre Recitals werden stets zu »Sternstunden der Klaviermusik«. Über Nacht wurde sie in Deutschland bekannt, als sie den Internationalen Bach-Wettbewerb in Saarbrücken gewann, an dem 90 Pianisten aus 26 Ländern teilnahmen. Sie spielt zwei Sonaten von Haydn, »Sechs Polnische Gesänge«, für Klavier, bearbeitet von Franz Liszt, und die große D-Dur-Sonate von Schubert. Ihr Debüt im Gebrüder-Busch-Theater geben am 26. November die vier Musikerinnen des Rubin-Quartetts. Sie spielen seit 1992 zusammen, gewannen zahlreiche nationale und internationale Preise und widmen sich neben den klassischen und romantischen Werken mit großem Erfolg den Kompositionen unserer Zeit. So enthält auch das Dahlbrucher Programm zwei Werke des 20. Jahrhunderts. Nach Beethovens Harfenquartett erklingen das 5. Streichquartett von Bartôk und das 8. Streichquartett von Schostakowitsch.

Mit dem »Festival kleiner Interpreten« erwartet die Besucher der Kammermusikreihe ein außergewöhnliches Ereignis. Professor Hermann Voss, Bratscher im Melos-Quartett, ist auch ein exzellenter Puppenspieler. Er und seine Frau Barbara Wojciechowska entführen die Besucher am 18. Februar in ein Zauberreich, das 90 Minuten lang die Welt draußen vor der Tür vergessen lässt. Das virtuose Spiel wird von Bratschenmusik begleitet. Hermann Voss und seine Frau verbinden musikalische professionale Musikalität mit kunstvoller, spritziger Ironie, feinfühligem Witz und poetischer Phantasie.

»Das Saxophon in der Kammermusik« ist der Titel des Konzertes am 11. März. Professor Eugene Rousseau, weltbekannter Saxophonist aus Amerika, und sein ebenso bedeutender Prager Klavierpartner Jaromir Klepác wurden bei ihrem ersten Konzert am 6. März 2001 im Gebrüder-Busch-Theater so begeistert gefeiert, dass es fast selbstverständlich war, sie sofort wieder einzuladen. Mit dabei ist diesmal die Cellistin Margit Klepác. Das Programm enthält Duo-Werke von Muczynski, Creston, Dubois und Johann Sebastian Bach. Zum Abschluss erklingt dann Beethovens Trio op. 11, das »Gassenhauer-Trio«.

Zu den bedeutendsten Pianisten unserer Tage zählt András Schiff. Er und seine ebenso angesehene Frau und Partnerin Yuuko Shiokawa haben spontan die Einladung angenommen, in dem Konzert zum Gedenken an Rudolf Serkin aus Anlass seines 100. Geburtstages mitzuwirken. Rudolf Serkin, Schwiegersohn Adolf Buschs und langjähriger Präsident der Busch-Gesellschaft, wurde am 28. März 1903 in Eger geboren Er war auch der gute Geist des Musik-Festivals in Marlboro, an dem Yuuko Shiokawa und András Schiff oft mitwirkten. Zum Gedenken an Rudolf Serkin findet am Sonntag, dem 23. März 2003, eine Matinee im Gebrüder-Busch-Theater statt. Yuuko Shiokawa und András Schiff spielen Violinsonaten von Beethoven und Janácek. Allein trägt András Schiff Janáceks berühmte Klaviersonate »1. X. 1905« vor.

Beim letzten Abonnementskonzert am 29. April 2003 gibt es ein Wiedersehen und Wiederhören mit dem Kölner Verdi-Quartett. Es zählt zu den profiliertesten Streichquartetten Deutschlands und gastiert in nahezu allen europäischen Ländern und in Amerika. Zusätzlich zu ihrer Konzerttätigkeit unterrichten die Mitglieder des Verdi-Quartetts an den Hochschulen in Mannheim, Aachen und Brüssel. Im Gebrüder-Busch-Theater erklingen das »Jagdquartett« von Mozart, das Streichquartett »Intime Briefe« von Janácek und das 1. Streichquartett von Robert Schumann.

Mit einem Solo-Konzert am 4. Mai 2003 in der Keppeler Stiftskirche endet die »Meisterliche Kammermusik«. Der bulgarische Geiger Vesselin Paraschkevov, Professor an der Folkwang-Hochschule in Essen, spielt Solo-Sonaten von Johann Sebastian Bach und Max Reger. Paraschkevov, der frühere Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, zählt zu den ausgesprochenen Spezialisten für Solowerke. Er spielt eine Geige des italienischen Meisters Joseph Guarneri aus dem Jahre 1710.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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