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Insektenschutz in Hilchenbach
Grüne Inseln sollen helfen

Ein Beispiel für die Initiative des Baubetriebshofs: Der Kreisel in Allenbach ist im Mittelbereich zur Hälfte begrünt – anders als sein Hilchenbacher Gegenstück.
  • Ein Beispiel für die Initiative des Baubetriebshofs: Der Kreisel in Allenbach ist im Mittelbereich zur Hälfte begrünt – anders als sein Hilchenbacher Gegenstück.
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js Hilchenbach. Die Hilchenbacher Stadtverwaltung soll ein kommunales Konzept zur Förderung der Insekten- und Pflanzenvielfalt im Stadtgebiet entwickeln. Mit diesem einstimmigen Votum – die SPD enthielt sich – unterstützte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehrsplanung jetzt einen Antrag der CDU-Fraktion. Die Stadt soll demnach prüfen, wo Wildblumenwiesen gesät werden können. Mit dem Baubetriebshof soll festgelegt werden, welche Flächen und Wege später als bisher im Jahr gemäht werden können, u. a. an Friedhöfen. Darüber hinaus...

js Hilchenbach. Die Hilchenbacher Stadtverwaltung soll ein kommunales Konzept zur Förderung der Insekten- und Pflanzenvielfalt im Stadtgebiet entwickeln. Mit diesem einstimmigen Votum – die SPD enthielt sich – unterstützte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehrsplanung jetzt einen Antrag der CDU-Fraktion. Die Stadt soll demnach prüfen, wo Wildblumenwiesen gesät werden können. Mit dem Baubetriebshof soll festgelegt werden, welche Flächen und Wege später als bisher im Jahr gemäht werden können, u. a. an Friedhöfen. Darüber hinaus wird die Verwaltung damit beauftragt, „einen Leitfaden für die privaten Haushalte zu erstellen, der zum einen über die städtische Initiative informiert und zum anderen wichtige Hinweise und Ratschläge hinsichtlich eines insektenfreundlichen Gartens zusammenfasst“.

Bauhof setzt auf Blühstreifen

Vor der Abstimmung über den Unions-Anfrag berichtete Rafal Kucharczyk vom Baubetriebshof über die Maßnahmen, die er und seine Kollegen bereits im Sinne des Insektenschutzes in die Wege geleitet haben. Seit Frühjahr 2018 schon wurden Blühstreifen angelegt und Mahd-Intervalle hinterfragt. „Die Aktionen kommen bei den Bürgern an“, sagte Kucharczyk. An vielen Orten im Stadtgebiet wurden Stauden eingepflanzt, auch am neuen Kreisel in Allenbach hat der Baubetriebshof für Begrünung gesorgt – ein anderer Ansatz als bei dem in Hilchenbach, der mit Stein und Metall geschmückt wurde.

„Bürger unterstützen uns und bitten einige Wiesen stehen zu lassen.“ Durch die Reduzierung von Mähdurchgängen erhalte die Natur die Chance zurückzukommen. „Dabei geht es nicht allein um Nahrung, sondern auch um den Lebensraum der Insekten“, meinte Kucharczyk mit Blick auf u. a. 560 Wildbienenarten. Bei dem Bemühungen handele es sich um einen „längeren Prozess“ – noch sei nicht alles ausgereift. „Wir sind aber schon weit gekommen.“

„Gute Arbeit“ bescheinigte Peter Kraus (UWG) dem Baubetriebshof, der sehr viel Eigeninitiative an den Tag lege. Er sei froh, „dass die CDU endlich auf den fahrenden Zug“ aufspringe. Nach wie vor bedauert es Kraus, dass die von ihm geforderte Baumschutzsatzung gescheitert sei. „Dabei ist jeder Baum, der stehen bleibt, so viel wert wie eine Wiese.“ Katrin Fey (Linke) erinnerte an eine Anfrage ihrer Fraktion zu diesem Thema, die seinerzeit zufriedenstellend beantwortet worden sei. „Wir sehen hier keine Dringlichkeit“, winkte die mit Blick auf den CDU-Vorstoß ab. „Wir haben schon genügend Konzepte, da werden nur Ressourcen verschwendet!“ Abstimmen konnte Fey nicht mehr – der Dienst rief.

Konzept überhaupt noch nötig?

Das Thema sei wichtig, ein Konzept überflüssig, meinte auch Lukas Debus (SPD). Dass ausgerechnet die CDU mit diesem Antrag komme, habe ihn gewundert. „Finger weg von den Vorgärten!“, warnte Debus von einer Belehrung der Bürger. Bei die Grünpflege an den Friedhöfen – „pietätvollen Orten“ – dürfe sich nicht allein am Insektenschutz orientiert werden. „Das muss dort auch einem gewissen optischen Ambiente entsprechen.“ Dr. Peter Neuhaus (Grüne) sprach sich für das Konzept aus, das aus seiner Sicht kein dicker Wälzer werden müsse. Er kam aber auch auf ein aus seiner Sicht weniger gelungenes Beispiel zu sprechen: Der Grünstreifen am Markt vor dem Restaurant „Pampeses“ sei sehe schlicht wie ungepflegtes Unkraut aus. „Unkraut gibt es nicht, nur Wildkraut“, wehrte Rafal Kucharczyk ab. Es werde noch viel ausprobiert, nicht alles sei schon perfekt, warb er um Geduld.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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