„Grünes Licht“ für fünf städtische Solaranlagen

sz/js Hilchenbach. Auf dieses Signal aus Düsseldorf hat die Stadt Hilchenbach seit vier Monaten gewartet: Sie darf nun endlich Photovoltaikanlagen auf fünf ihrer kommunalen Immobilien installieren lassen, um die Sanierung der betreffenden Dächer finanzieren zu können. Am Donnerstagnachmittag landete die notwendige Genehmigung der Kommunalaufsicht des Kreises Siegen-Wittgenstein auf dem Schreibtisch des zuständigen Sachbearbeiters. Somit darf die Stadt einen ordentlichen Batzen Geld investieren, obwohl sie im Nothaushalt und somit tief in den „roten Zahlen“ steckt.

Wie berichtet, war eine clevere Idee aus dem Rathaus zunächst an einem Erlass des NRW-Innenministeriums „hängen“ geblieben. Kommunen im Nothaushalt dürfen demnach nur dort investieren, wo später eine Refinanzierung durch Gebühren oder Beiträge zu erwarten ist – nur dann werden diese Investitionen als „rentierlich“ definiert und auch bei einer Schieflage der kommunalen Finanzen für genehmigungswürdig erachtet.

Der Kampf um die Sondergenehmigung eilte, da die Kommune ihre Solarzellen gern vor der Beschneidung der Einspeisevergütung am 1. Juli ans Netz bringen wollte. Dies gelang nicht mehr. Nun soll es aber zumindest vor der zweiten Kürzungsstufe der Vergütungstarife im Herbst losgehen. Die Verwaltung erwartet, dass sich das Photovoltaikprojekt rechnet – sprich: Die Investitionen sollen sich nach 20 Jahren ausgezahlt haben, und auch die Rechnungen für die Sanierungskosten zweier Dächer sollen bis dahin aus den Erlösen des Solarstroms beglichen sein..

Maßgeblichen Einfluss auf die Sondergenehmigung für Hilchenbach hatten die örtlichen Grünen und „ihr“ frisch gebackener NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Der hatte die Hilchenbacher im April besucht und die Finanzierungs-Problematik öffentlich gemacht. Den endgültigen Ausschlag hat ein am Donnerstagmorgen im Düsseldorfer Umweltministerium geführtes Gespräch zwischen Minister Remmel, der Bezirksregierung Arnsberg sowie Dr. Peter Neuhaus als Vertreter der Hilchenbacher Grünen gegeben: „Wir konnten der Bezirksregierung gegenüber die Bedeutung des Projekts noch einmal verdeutlichen und dazu beitragen, dass Rest-Bedenken ausgeräumt wurden, sodass noch am selben Tag zunächst per Mail die Genehmigung der Bezirksregierung im Rathaus eintraf“, freut sich Neuhaus.

Die Photovoltaikanlagen werden eine Gesamtfläche von 1440 Quadratmetern haben. Installiert werden die Module auf der Florenburg-Grundschule, der Realschulturnhalle, der Grundschule Allenbach, der Turnhalle Bernhard-Weiss-Platz und dem Hauptgebäude der Kläranlage. Das Investitionsvolumen beträgt rund 561 000 Euro netto.Die Gesamtleistung aller fünf Anlagen wird auf jährlich 155 000 Kilowattstunden geschätzt. „Dies reicht zur Versorgung von 40 bis 45 Haushalten und spart jährlich 90 Tonnen CO2“, heißt es in der städtischen Mitteilung. „Bei den zu erwarteden Einnahmen aus der Einspeisevergütung in Höhe von netto 50 000 Euro jährlich und einem jährlichen Abtrag von circa 38 500 Euro ergibt sich sogar ein Überschuss in Höhe von über 11 000 Euro – und das jedes Jahr. Am Ende kostet es die Stadt Hilchenbach und dem Steuerzahler keinen Cent mehr.“Neben dem Klimaschutz und der Wirtschaftlichkeit leistet die Stadtverwaltung auch ihren Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Die drei ortsansässigen Elektrofirmen Menn, Griesing und Dickel sind beauftragt, dieses Projekt in Kooperation zu verwirklichen. Peter Neuhaus: „Ein tolles Beispiel für das Zusammenspiel von wirtschaftlichem Handeln und Ökologie!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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