Bürgeraktion will aufrütteln und Laufkundschaft bescheren
Hand in Hand für den Handel

Viel Platz bietet dieses leerstehende Ladenlokal im Gerber-Park – und somit auch Raum für Ideen. Antje Krämer – hier im Bild mit ihren Kindern Marlene und Hannes – ist Initiatorin einer Bürgeraktion, bei der auch noch Helfer willkommen sind.
  • Viel Platz bietet dieses leerstehende Ladenlokal im Gerber-Park – und somit auch Raum für Ideen. Antje Krämer – hier im Bild mit ihren Kindern Marlene und Hannes – ist Initiatorin einer Bürgeraktion, bei der auch noch Helfer willkommen sind.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Hilchenbach. „Es ist schade, dass es in Hilchenbach so viele Ladenleerstände gibt! Traurig sein hilft aber nicht weiter. Daher habe ich gedacht, es ist Zeit zu handeln.“ Das sagt Antje Krämer. Sie ist „Zugezogene“ aus Oldenburg, lebt aber mit ihrem aus Hilchenbach stammenden Mann und den beiden Kindern Marlene und Hannes seit vielen Jahren hier und möchte sich nun einbringen – mit einer nicht alltäglichen und sehr interessanten Idee: Ein leer stehendes Ladenlokal in der Hilchenbacher „Baustelle“ Gerber-Park verwandelt sich zumindest für den Monat August, vielleicht auch länger, in einen Bürgertreff, besser gesagt in eine Aktionsfläche für Jung und Alt. Der geräumige Raum mit Sanitäranlage und Teeküche wird vom Eigentümer des Gerber-Parks kostenfrei zur Verfügung gestellt. Allein die Nebenkosten gilt es anschließend abzurechnen, so Antje Krämer. Die 42-Jährige hofft, dass auf diese originelle Weise dem Hilchenbacher Einzelhandel mehr Laufkundschaft beschert wird. Diese, so Krämer, „fehlt ohne Supermarkt so sehr“. Es solle nun ein Zeichen gesetzt werden, „dass die Bürger in Hilchenbach aufstehen und umdenken – für den Einzelhandel in ihrer Stadt“.

Indoor-Spielplatz am Morgen

Am Programm wird noch gefeilt, einiges steht aber auch schon fest. Vormittags lockt so von 9.30 bis 12.30 Uhr insbesondere ein Indoor-Spielplatz, der von der benachbarten „Spielzeugkiste“ „möbliert“ wird. Aus der Turnhalle der Florenburg-Grundschule wurden außerdem schon Matten besorgt, die in der „Mini-Ecke“ den Kleinsten zum Krabbeln und Spielen dienen werden. Nachmittags sind unterschiedliche Aktionen in Vorbereitung; Wochenpläne werden über die sozialen Medien verbreitet, aber auch als Aushänge nicht nur an der Glasfassade des Ladenlokals, in dem einst u. a. „Big-Disk“ anzutreffen war.

Mitmachen die Devise

Mitmachen ist eine Devise – Ideen und helfende Hände sind willkommen. Antje Krämer stellt sich ein lebhaften Miteinander der Generationen vor. Ein Beispiel: Während einer Stunde Kinder-Yoga könnten Oma und Opa beim Zuschauen gemütlich Kaffee trinken und (mitgebrachten?) Kuchen genießen. „Wir zeigen uns als Bürger der Stadt Hilchenbach, die alle zu einem tollen Projekt beitragen, indem sie Kuchen oder Anderes spenden, Aktionen anbieten oder diese einfach nur besuchen. Die Händler erhalten die Gelegenheit, sich einzubringen; viele schöne Vorschläge sind schon eingegangen.“ Die Resonanz aus dem Handel sei positiv. „Und wenn mal keine Gebäckspenden da sind, kaufen wir natürlich beim hiesigen Bäcker ein“, erläutert Antje Krämer das Geben und Nehmen dieser Aktion, die unter dem Motto „Bürger und Stadt gemeinsam für den Einzelhandel“ unters Volk gebracht wird. Einige Beispiele des Miteinanders mit dem Handel: Vom Metzger würden Tische und Bänke geliefert, aus der Apotheke gibt es Geld und Pflaster – für den Fall der Fälle. Vereine sind willkommen, die Politik, das ist Antje Krämer wichtig, solle aber „außen vor“ bleiben.

Es soll nicht so sein, dass Eltern ihre Kinder dort nur „abgeben“: „Ich möchte schon ins Gespräch mit den Erwachsenen kommen.“ Nicht nur hier im nördlichen Siegerland müssten kleine Händler aufgeben, da der Internethandel boome und deren Preise nicht mit der Existenz eines Ladens zu vereinbaren seien: „Doch wieviel sind uns Beratung, das Gespräch von Mensch zu Mensch und ein Stadtbummel wert?“ Hauptidee der Aktion sei es daher, ein „bewussteres Einkaufen zu bewirken“. Sicherlich seien nicht nur das Internet oder die Bequemlichkeit der Menschen ausschlaggebend: In der Stadt seien auch Planungsfehler begangen worden. Lamentieren helfe nicht weiter: „Konzentrieren wir uns darauf, was die Zukunft bringen soll!“ Krämers Credo lautet: „Zumindest der menschliche Verstand ist durch Maschinen nicht zu ersetzen!“

Antje Krämer war es auch, die während der jüngsten Ratssitzung Ende Juni das Wort in Sachen Einzelhandel ergriffen hatte. Anderntags habe sie ein Gespräch mit Bürgermeister Holger Menzel gehabt, in dessen Verlauf Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis gesagt habe: „Was wir haben, ist Platz“ – und die Idee des Indoor-Spielplatzes eingebracht habe. Krämer war spontan begeistert, wusste aber auch: Es darf nicht lange gewartet werden. 

Los geht es am 1. August

Was nach jetzigem Stand der Dinge insbesondere noch fehlt? „Ich brauche noch Aufsichten für den Indoor-Spielplatz – und Kuchen. Ich werde im August hier wohl wohnen“, ergänzt sie lachend und fügt hinzu: „Eltern haften für ihre Kinder.“ 
Wer sich einbringen möchte, mit Ideen, Spenden oder Präsenz, kann sich telefonisch mit Antje Krämer in Verbindung setzen (01 73/8 77 96 92): „Ich freue mich tierisch drauf“, betont sie. Los geht es also am Donnerstag, 1. August, morgens mit dem Indoor-Spielplatz. Um 15 Uhr werden an diesem Tag die Schlossberg-Raubritter präsent sein, und ab 16 Uhr lockt „Kinderschminken mit Glitzer-Tattoos“.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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