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Regionalplaner fordern Nachjustierung
Hilchenbach hat viel Wohnraum auf Halde

Ein zweites Gewerbegebiet im Insbachtal zwischen Allenbach und Grund soll erste Priorität im neuen Regionalplan bekommen – zumindest was den Hilchenbacher Bereich angeht. 10 Hektar groß könnte das Areal an diesem Hang werden. Fotos: Jan Schäfer
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  • Ein zweites Gewerbegebiet im Insbachtal zwischen Allenbach und Grund soll erste Priorität im neuen Regionalplan bekommen – zumindest was den Hilchenbacher Bereich angeht. 10 Hektar groß könnte das Areal an diesem Hang werden. Fotos: Jan Schäfer
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js Hilchenbach. Die Stadt Hilchenbach hat einen deutlichen Überhang an Reserveflächen für Wohnbau – muss bei der Ausweisung von Gewerbegebieten jedoch kräftig nachlegen. Davon geht die Bezirksregierung in Arnsberg aus, die sich derzeit mit den Vorplanungen der Neuaufstellung des Regionalplans beschäftigt und in diesem Zusammenhang die betroffenen Kommunen in einem frühen Stadium einbezieht. Arnsberg zufolge hat Hilchenbach rund 40 Hektar zu viel Wohnraumreserve, für Industrie und Gewerbe müsste sie hingegen 10 Hektar Platz schaffen.

Im Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss brachte die Verwaltung das Thema nun zur weiteren Diskussion in die Fraktionen.

js Hilchenbach. Die Stadt Hilchenbach hat einen deutlichen Überhang an Reserveflächen für Wohnbau – muss bei der Ausweisung von Gewerbegebieten jedoch kräftig nachlegen. Davon geht die Bezirksregierung in Arnsberg aus, die sich derzeit mit den Vorplanungen der Neuaufstellung des Regionalplans beschäftigt und in diesem Zusammenhang die betroffenen Kommunen in einem frühen Stadium einbezieht. Arnsberg zufolge hat Hilchenbach rund 40 Hektar zu viel Wohnraumreserve, für Industrie und Gewerbe müsste sie hingegen 10 Hektar Platz schaffen.

Im Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss brachte die Verwaltung das Thema nun zur weiteren Diskussion in die Fraktionen. Die Bedarfsermittlung für Wohnraum sei „äußerst komplex und kaum nachvollziehbar“, so Baudezernent Michael Kleber und Stadtplanerin Anke Setzer. „Wir blicken da auch nicht ganz durch“, gestand Kleber. Zur Verwirrung trägt bei, dass auf zwei Planungsebenen in unterschiedlichen Zeiträumen gedacht wird – der neu aufzustellende Flächennutzungsplan hat einen Planungshorizont von 14 Jahren, der Regionalplan einen von 22 Jahren. Fest steht, dass Hilchenbach bei den Wohnbaureserven den Rotstift ansetzen und neue Gewerbeflächen finden muss. Die Verwaltung hat als Diskussionsgrundlage einige Vorschläge unterbreitet:

• „Am Höchsten“ in Dahlbruch (7 ha): Priorität hat das Hauptschulareal, aber auch die Hangflächen zwischen Hochstraße und der Straße Am Höchsten sollten als Reserve bleiben. Konkrete Entwicklungspläne liegen derzeit aber nicht vor.

• Das Kleefeld in Hadem: (3,84 ha): die Entwicklung in Richtung Norden könnte aufgegeben werden, im östlichen Bereich (Richtung Helberhausen) könnte Entwicklungsbedarf gedeckt werden.

• Die durchgehend beidseitige Bebauung der Straße „Siedlung“ könnte 1,4 ha Wohnraumreserve schaffen, wenn dafür andere Flächen zurückgenommen werden. Die vorhandene Infrastruktur würde besser ausgelastet, andererseits liegen die Grundstücke im Landschaftsschutzgebiet.

• Die Verlängerung des Wohnbebauung „Am Steimel“ in Richtung Vormwald (6,8 ha) ist derzeit nicht in Sicht, diese große Reservefläche könnte aufgegeben werden. Kleinere Bereiche direkt an der Vormwalder Straße (B 508) liegen im Innenbereich, blieben also dennoch wohnbaulich nutzbar. Das „Heitfeld“ in Helberhausen (3,69 ha) könnte aufgegeben werden. Im Dahlbrucher Ortsteil Hillnhütten gibt es eine Reservefläche (1,23 ha) im Überschwemmungsgebiet der Ferndorf, die Erschließung ist schwierig. Über die endgültige Aufgabe der „ruhenden“ Planung für die Streitfelder auf dem Steimel (1,1 ha) müsste entschieden werden. Ein 0,67 ha großer Erweiterungsbereich der Siedlung Lützel könnte aufgrund seiner „abgelegenen Lage“ gestrichen werden. Das Baugebiet „Lohberg“ in Müsen (3,36 ha) wurde bereits per Ratsbeschluss aufgegeben; der Flächennutzungsplan müsste noch angepasst werden. Etwas hangabwärts könnte der Bereich „Im Schlippen Hügel“ (2,54 ha) jedoch wegen seiner Innenortslage als Reserve drin bleiben. Nicht weiter verfolgen möchte die Verwaltung 0,46 ha Reservefächen am Müsener Freibad.

• Hier setzt die Bezirksregierung insbesondere auf die Entwicklung des Gewerbegebiets „Insbach II“ zwischen Allenbach und Grund, das den Bedarf von 10 Hektar punktgenau decken könnte. Aus städtischer Sicht steht zudem die Reaktivierung des Allenbacher Hammerwerks an erster Stelle.

• Keine Chance hat das interkommunale Gewerbegebiet „Oberbach“ auf der Allenbacher Höhe. Dieses sei nur dann sinnvoll, wenn die „Route 57“ realisiert würde. Davon, so Kleber, gehe Arnsberg offenbar zumindest im Planungszeitraum nicht aus.

• Mit Priorität II bewertet die Bezirksregierung die von der IHK ins Spiel gebrachte Fläche auf der Heide in Hilchenbach. Aus Gründen der Topografie und der Lage innerhalb der Luftkurortsgrenzen und im Landschaftsschutzgebiet wird ein Gewerbegebiet hier nicht ganz einfach zu realisieren sein.

• Aus dem Rennen sind auch die Gewerbegebietsideen für Lützel. Die Anbindung sei zu schlecht, eine Erschließung dürfte sich für die Stadt nicht rechnen, meinte Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis.

Ein zweites Gewerbegebiet im Insbachtal zwischen Allenbach und Grund soll erste Priorität im neuen Regionalplan bekommen – zumindest was den Hilchenbacher Bereich angeht. 10 Hektar groß könnte das Areal an diesem Hang werden. Fotos: Jan Schäfer
„Am Höchsten“ in Dahlbruch sollen diese Wiesen weiterhin als Baulandreserve dienen. Andere Areale müssen aber gestrichen werden: Hilchenbach hat Überhang.
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Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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