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Architekt Krämer springt ab
Hilchenbacher Gemeindehaus auf der Kippe

So soll das Gemeindehaus die beiden vorhandenen Baukörper am Kirchplatz in Hilchenbach verbinden. Es würde direkt gegenüber der Pfarrkirche liegen und das Denkmal-Ensemble modern ergänzen.
  • So soll das Gemeindehaus die beiden vorhandenen Baukörper am Kirchplatz in Hilchenbach verbinden. Es würde direkt gegenüber der Pfarrkirche liegen und das Denkmal-Ensemble modern ergänzen.
  • Foto: Architekturbüro Krämer
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

ihm Hilchenbach. Ob auf dem Kirchplatz in Hilchenbach ein neues Gemeindehaus entsteht, kann heute wohl niemand vorhersagen. Trotz klarer Beschlüsse im Presbyterium, das neue Gebäude zwischen leerstehendem Pfarrhaus und „Konfirmandenhaus“ zu errichten. Architekt Matthias Krämer, der das Projekt seit Jahren plant, ist nicht mehr im Boot. Pfarrer Herbert Scheckel bestätigte das gegenüber der SZ. Grund: Der Mustervertrag, den Architekten bei kirchlichen Bauprojekten unterschreiben müssen – so gibt es die Landeskirche vor – nehme den Architekten in eine sehr weitgehende Haftung auch im Hinblick auf die Kosten. Dazu wollte Krämer seine Zustimmung nicht geben.

ihm Hilchenbach. Ob auf dem Kirchplatz in Hilchenbach ein neues Gemeindehaus entsteht, kann heute wohl niemand vorhersagen. Trotz klarer Beschlüsse im Presbyterium, das neue Gebäude zwischen leerstehendem Pfarrhaus und „Konfirmandenhaus“ zu errichten. Architekt Matthias Krämer, der das Projekt seit Jahren plant, ist nicht mehr im Boot. Pfarrer Herbert Scheckel bestätigte das gegenüber der SZ. Grund: Der Mustervertrag, den Architekten bei kirchlichen Bauprojekten unterschreiben müssen – so gibt es die Landeskirche vor – nehme den Architekten in eine sehr weitgehende Haftung auch im Hinblick auf die Kosten. Dazu wollte Krämer seine Zustimmung nicht geben.

„Wir haben jetzt mit Norbert Sonntag aus Siegen einen anderen Architekten gefunden, der das Projekt übernehmen will“, sagte Herbert Scheckel, der Presbyteriumsvorsitzende.

Errechnete Kosten so nicht tragbar

Allerdings wird Sonntag, der im Siegerland zahlreiche Kirchenbauprojekte erfolgreich geplant und abgewickelt hat, nun die gesamte Planung noch einmal aufrollen. Die 1,8 Millionen Euro, die im November 2019 in der Kalkulation standen, sind nicht mehr zu halten, wenn man an den bisherigen Planungen festhält. Das hängt mit den permanent steigenden Baukosten zusammen. Jeder Monat, der ins Land geht, würde die Sache weiter verteuern. Und ob die Baufirmen überhaupt so schnell verfügbar sind, ist auch noch fraglich.

Eigentlich waren schon 1,3 Millionen, die der Architekt ursprünglich einmal ausgerechnet hatte, nur gerade so eben finanzierbar Die Berechnungen, die Architekt Krämer und Finanzkirchmeister Dieter Viehöfer auf Gemeindeversammlungen vorgestellt hatten, waren bereits „auf Kante genäht“. Dass man auf diese erste Summe schon eine halbe Million aufsatteln musste, führte zu Nachfragen aus Bielefeld, denn das Landeskirchenamt hat in der Sache ein Wörtchen mitzureden.

Die Suche nach Einsparpotenzialen

Nun stellt der neue Architekt nicht den Baukörper selbst, aber etliche Details auf den Prüfstand. Norbert Sonntag: „Es geht darum, schlanker zu bauen und Einsparungsmöglichkeiten zu finden.“ Es gebe viele Stellschrauben, an denen man drehen könne, um das Budget weniger zu belasten. Genau dafür sei Kreativität gefragt.

"Wenn das unsere Möglichkeiten übersteigt, dann klappen wir die Bücher eben zu."
Herbert Scheckel
Pfarrer und Vorsitzender des Presbyteriums

Was geschieht, wenn die Kosten trotz aller Bemühungen weiter in die Höhe schießen? Herbert Scheckel: „Das müssen wir jetzt genau anschauen. Wenn belastbare Zahlen vorliegen, werden wir eine Entscheidung treffen. Und wenn das unsere Möglichkeiten übersteigt, dann klappen wir die Bücher eben zu.“
Durchaus möglich also, dass die Träume von einem schicken neuen Gemeindehaus am Ende platzen wie eine Seifenblase. Wenn aber der große Wurf gelingt, das Gebäude die Anforderungen erfüllt und trotzdem preiswerter wird, könnte die Kirchegemeinde sich wohl frühestens 2023 auf eine große Einweihungsfeier freuen.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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