Hochsitz zu Fall gebracht

Waidmanns Unheil: Die verdrehte Schranke schnellt mit Wucht einige Meter in den Weg hinein, sobald sie aus der Gabel genommen wird.
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js Hilchenbach. Es war eine böse Überraschung, die Dirk Bolder in der Jagdsaison willkommen hieß: Als der Jagdaufseher am Maifeiertag in das von ihm mitbetreute Revier unterhalb des Bürgerwindparks Hilchenbach fahren wollte, bemerkte er, dass sich jemand an einer Schranke am „oberen Tümpelweg“ zu schaffen gemacht hatte. Die Verankerung des Schlagbaums war dermaßen verdreht und unter Spannung gesetzt, dass dieser beim Öffnen gut vier Meter in den Weg hinein schnellte. Bolder hatte Glück, dass die Schranke weder ihn noch sein Auto traf – das wäre schmerzhaft geworden, oder eben teuer.

„Diejenigen, die das gemacht haben, waren sich vielleicht nicht mal im Klaren darüber, dass es gefährlich ausgehen könnte“, sagte Dirk Bolder, der bei seiner ersten Revier-Rundreise im Wonnemonat noch weitere Spuren von Zerstörungswut feststellte. Einige hundert Meter von der Schranke entfernt haben Unbekannte einen kompletten Hochsitz zu Fall gebracht und demoliert. „Das ist ausgesprochen ärgerlich“, wetterte der Waidmann. Nicht der materielle Schaden sei das Problem, wohl aber der Zeitaufwand, der mit dem Wiederaufbau der Kanzel verbunden sei. „Das kostet uns sicher zwei Tage.“

An einem weiteren Hochsitz wurde das „Innenleben“ auseinandergenommen, bei einem anderen die Leiter zerstört. „Ich gehe davon aus, dass dies alles am 1. Mai zwischen 10 und 14 Uhr passiert sein muss“, erklärte Dirk Bolder, der am Tag der Arbeit – bei Jägern vor allem wegen des Aufgangs der Bockjagd gefeiert – einige Jugendgruppen auf einer Maiwanderung im Revier gesehen hat. Ob es sich bei ihnen um die Täter handelte, kann der Sauerländer nicht sagen.

„Für uns ist das ein trauriger Höhepunkt der Zerstörung“, klagte Rainer Marwedel, Vorsitzender der Waldgenossenschaft „Heinze & Hofes Hauberg“, der sich gestern mit seinem Stellvertreter Karl Wilhelm Scheib vor Ort umsah. Schon seit einiger Zeit beobachten auch die Waldbesitzer, wie unachtsam einige Mitbürger Müll in den Wald und an die Straßenränder werfen. „Allein an diesem Waldweg wurden nach dem Maifeiertag sechs volle Müllsäcke eingesammelt.“ Ein Zusatzproblem seien die mutwilligen Beschädigungen an den waidmännischen Wachposten, die nun schon im dritten Jahr in Folge für Unmut und Mehrarbeit sorgen.

Die Waldgenossen und Revierinhaber Julius Grünewald haben Strafanzeige erstattet und hoffen nun auf Hinweise von anderen Wandergruppen. Vielleicht kann ihnen auch die Überwachungskamera helfen, die an einem der Windräder montiert ist, und deren Aufzeichnungen nun ausgewertet werden sollen. Für denjenigen, der die Polizei auf die richtige Fährte bringen kann, haben die Haubergsvorsteher und der Jagdpächter eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.

Waidmanns Unheil: Die verdrehte Schranke schnellt mit Wucht einige Meter in den Weg hinein, sobald sie aus der Gabel genommen wird.
Dieser Hochsitz wurde offenbar von zerstörungswütigen Maiwanderern zur Strecke gebracht. Karl Wilhelm Scheib, Dirk Bolder und Rainer Marwedel (v. l.) haben nun die Faxen dicke und setzen eine Belohnung für Hinweise auf die Täter aus.  Fotos: js

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