Bürgermeisterwahl Hilchenbach
Holger Menzel kandidiert nicht wieder

Holger Menzel möchte nicht Bürgermeister der Stadt Hilchenbach bleiben.
  • Holger Menzel möchte nicht Bürgermeister der Stadt Hilchenbach bleiben.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

sz Hilchenbach. Die Stadt Hilchenbach wird im Herbst einen neuen Bürgermeister oder erstmals eine neue Bürgermeisterin bekommen. Das ist seit Donnerstagnachmittag klar, denn Amtsinhaber Holger Menzel (parteilos) hat überraschend angekündigt, nicht für eine zweite Wahlperiode kandidieren zu wollen. Der Müsener war 2015 als gemeinsamer Kandidat von UWG, Grünen und FDP ins Rennen geschickt worden - wie schon sein Vorgänger Hans-Peter Hasenstab.

Gerne hätte er weitergemacht, lässt er wissen, aber nicht unter den Bedingungen. Die Erfolge seien „leider allzu oft durch das ständige Suchen nach dem Haar in der Suppe überlagert“ worden.
„Das in den ersten Jahren von allen Fraktionen erfolgreich praktizierte Wahlkampfmotto ,Gemeinsam für Hilchenbach’ ist in den letzten Monaten (und somit weit vor den üblichen Wahlkampfquerelen) zunehmend in ständige unsachliche, unfaire und auch persönliche Attacken aus der Politik übergegangen.“ Regeln würden über Bord geworfen, gesetzlich verankerte Regelungen würden ständig missachtet – etwa mit der Weitergabe nichtöffentlicher Unterlagen.
Er habe sich einen streitlosen Umgang mit Sachthemen gewünscht. Ein lebhafter Diskurs gehöre in der Politik dazu, ebenso ein kontroverser und energischer Austausch. „Aber am Ende sollte der konstruktive Ansatz in den Diskussionen erkennbar sein.“ Sportliche Fairness habe er vermisst. Ob eine solche Diskussionskultur dem Wohle der Stadt diene, ob dies im Sinne der Hilchenbacher Bevölkerung sei, „möchte ich ernsthaft bezweifeln“. Diejenigen, „die Populismus auf der einen Seite beklagen, können dann auf der anderen Seite den Populismus nicht in vollen Zügen für die eigenen Zwecke nutzen“. Das habe er auch in den vielen Gesprächen den Bürgern so wahrgenommen. „Aber leider ändert dies die Vorgehensweise der jeweils handelnden Akteure nicht. „Dies führt aus meiner Sicht am Ende zu einer weiteren Politikverdrossenheit in der Bevölkerung, die uns allen schadet.“

In die rechte Ecke gedrängt gefühlt

Als Beispiele führt Menzel den Bilderstreit im vergangenen Jahr auf, den Disput um die Antifa-Flagge beim Push-Festival und die mögliche Spende für das Push-Festival. Dort sei er aufgrund seiner Auffassung zu diesen Themen in die rechte Ecke gedrängt worden. „Zu keiner Zeit habe und werde ich extremistische Gedankengänge in meine Arbeit einbinden, und das gilt gleichermaßen für Rechtsextremismus wie auch für Linksextremismus. Beide Randerscheinungen sollten in unserer Gesellschaft keinen Platz finden!“

Kritik an einstigen Unterstützern 

Auch seine ehemaligen Unterstützer kritisiert Menzel. „Nach durchaus erfolgreichen Jahren der Zusammenarbeit hätte ich zumindest erwartet, dass das Ende der Zusammenarbeit auch mit einem abschließenden Gespräch endet, in der die jeweiligen Argumente hierfür zumindest ausgetauscht werden und nicht wie im Konkreten nur im stillen Kämmerlein entschieden wird.“ Die Forderung in seine Richtung nach ausreichender Kommunikation bedeute aber auch eine Kommunikation in die andere Richtung. Diese finde paradoxerweise bis heute „gerade mit der Fraktion sehr gut statt, die anfänglich mit einem eigenen Gegenkandidaten angetreten ist“.
Auch aus der Bevölkerung kämen immer mehr Angriffe. „Der auch in Hilchenbach vorhandene aggressive Umgang mit Amtsträgern, aber auch gegenüber Mitarbeitern des Rathauses, nimmt gefühlt täglich zu.“ Ob mündlich, schriftlich oder in sozialen Medien. Das sei „erschreckend, besorgniserregend und auf Dauer auch zermürbend“.

Menzel: "Ich bereue nichts!"

Hinzu komme „leider auch eine einseitige Berichterstattung der lokalen Presse“, die insbesondere Hilchenbach dauerhaft mit negativen Schlagzeilen belege. „Ein objektives Bild lässt sich mit einer solchen Berichterstattung trotz der Erfolge kaum zeichnen.“ Hinzu kämen strukturelle Probleme, die die Arbeit in einer Kommune und die Arbeit des Bürgermeisters erschwerten.
Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, so Menzel. Er habe sehr lange und intensiv darüber nachgedacht und mit seiner Familie darüber diskutiert. Er gehe mit einer gehörigen Portion Wehmut, „aber auch einem ebenso großen Stolz auf das, was wir zusammen in fünf Jahren erreicht haben“. Menzel: „Ich bereue nichts!“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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