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Wann kommt die Glasfaser in die Löffelstadt?
In Helberhausen dreht sich der Pfeil

Helberhausen hat eine schwachbrüstige Internetverbindung. Sechs Häuser werden über ein Förderprogramm mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt – irgendwann in den nächsten Jahren.
  • Helberhausen hat eine schwachbrüstige Internetverbindung. Sechs Häuser werden über ein Förderprogramm mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt – irgendwann in den nächsten Jahren.
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ihm Helberhausen. Das können sich Großstädter nicht vorstellen: Bei größeren Downloads dreht sich der Pfeil auf dem Bildschirm. Und dreht sich. Manchmal minutenlang. Eine schwache Datenleitung ist schuld. In Helberhausen kann man ein Lied davon singen. Und dieses Lied wird wohl noch eine ganze Weile durchs Ferndorftal klingen. Torsten Klotz, der CDU-Stadtverordneter für Helberhausen, ist voller Hoffnung, dass das schwachbrüstige Internet in seinem Dorf demnächst glasfaserverstärkt wird. Aber wer wann schneller surfen kann, weiß noch niemand. Klotz blickt gespannt nach Siegen. Im Kreishaus werden gerade die Angebote gesichtet, die im sogenannten 6. Förderaufruf (Call) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur eingegangen sind.

ihm Helberhausen. Das können sich Großstädter nicht vorstellen: Bei größeren Downloads dreht sich der Pfeil auf dem Bildschirm. Und dreht sich. Manchmal minutenlang. Eine schwache Datenleitung ist schuld. In Helberhausen kann man ein Lied davon singen. Und dieses Lied wird wohl noch eine ganze Weile durchs Ferndorftal klingen. Torsten Klotz, der CDU-Stadtverordneter für Helberhausen, ist voller Hoffnung, dass das schwachbrüstige Internet in seinem Dorf demnächst glasfaserverstärkt wird. Aber wer wann schneller surfen kann, weiß noch niemand. Klotz blickt gespannt nach Siegen. Im Kreishaus werden gerade die Angebote gesichtet, die im sogenannten 6. Förderaufruf (Call) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur eingegangen sind. Leider dauern die Auswertung und die Entscheidung noch eine ganze Weile. Wie der Kreis Siegen-Wittenstein mitteilt, wird die Öffentlichkeit erst im zweiten Quartal 2021 erfahren, wer den Zuschlag bekommt.

Jedes einzelne Haus geprüft

Zuschlag wofür? Es geht um den Ausbau des Glasfasernetzes. Allerdings nur dort, wo weniger als 30 Mbit/s erreicht werden. Und das wurde nicht für ganze Dörfer und Siedlungen geprüft, sondern für jedes einzelne Haus. Der Siegen-Wittgensteiner „Gigabitkoordinator“ Martin Schreier hat vor der Ausschreibung genau ausgetüftelt, welche Häuser und Betriebe mangelhaft angebunden sind. Ergebnis: In Helberhausen sechs Häuser, in Grund 20, in Lützel 28 Häuser – vornehmlich in der Siedlung. In Ruckersfeld und Oechelhausen findet sich kein einziges Haus, das weniger als 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit aufweist.

30 Mbit/s kommen nicht wirklich an

Ist das realistisch? Torsten Klotz schüttelt den Kopf – ebenso übrigens wie der Grunder Ortsvorsteher Martin Born. Klotz: „Wir wissen, dass in vielen Häusern diese 30 Mbit/s nicht wirklich ankommen.“ Es sei ein theoretischer Wert. Der jeweilige Netzanbieter versichere, dass die Leistung möglich sei. Einige Abschlüsse sind mit einer neutralen Messung überprüft worden. Aber selbst wenn dabei 30 Mbit/s gemessen wurden, kann es an anderen Tagen und zu anderen Zeiten schlechter aussehen.
Von den knapp 100 Häusern in Grund sollen nur 20 unterversorgt sein. Martin Born: „Da fällt uns der Richtfunk auf die Füße.“ Die meisten Haushalte können per Richtfunk Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s abrufen. Aber eben manchmal auch viel weniger. Und auch 50 Mbit/s sind noch weit entfernt von dem Standard, den die Bundesregierung für zukunftsfähig hält: 1 Gigabit/s.
In Helberhausen gibt es auch Richtfunk-Verträge, aber die meisten der 660 Bewohner versuchen es kabelgebunden. Und da kommen Geschwindigkeiten von 4, 5 oder sogar nur 2 Mbit/s heraus. „Da wird man verrückt, wenn man im Homeoffice sitzt!“ Torsten Klotz arbeitet selbst zur Zeit zu Hause. Die zwei Schulkinder lernen online, auch mal mit einer bandbreitefressenden Videokonferenz. Und an manchen Tagen ist auch noch die Mama im Homeoffice. Dann wird es eng. Zum Glück hat Torsten Klotz einen Firmen-Laptop mit LTE-Stick.

Nur sechs Häuser werden mit Glasfaser verbunden

Nur sechs Häuser werden also in Helberhausen über das Förderprogramm des Bundes mit Glasfaser – und zwar mit einem Anschluss bis ins Haus – versorgt. Wann wird es soweit sein? Die Kreisverwaltung: „Der Zeitaufwand für den kommenden Ausbau wird mit bis zu vier Jahren kalkuliert. Der Bieter ist verpflichtet, bei der Angebotsabgabe auch einen Zeitplan vorzulegen, der in die Wertung mit einfließt. Da die ausbauenden Unternehmen noch nicht feststehen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, welche Frist anzusetzen ist.“ Wenn es dann losgeht, könnte es in Helberhausen Internet-User erster und zweiter Klasse geben. Direkte Nachbarn – hier Glasfaser, da lahme Telefonleitung. Torsten Klotz: „Wir werden versuchen, mit dem Unternehmen ins Gespräch zu kommen.“ Eine Bürgerversammlung oder eine Befragung wird es wohl geben, um herauszufinden, wer auf den Glasfaser-Zug aufspringen will. Womöglich auf eigene Kosten. 40 bis 60 Prozent der Dorfbevölkerung müssten sich anschließen lassen. Dann würde sich für den Netzbetreiber ein „eigenwirtschaftlicher Ausbau“ des Netzes lohnen, heißt es aus dem Kreishaus. Ob die Bürger, die sich dann zusätzlich anschließen lassen, dafür Anschlussgebühren zahlen müssen, wie hoch diese sind, ob der Netzbetreiber eine Vertragsbindung verlangt – all das ist noch nicht bekannt.

Oechelhausen und Ruckersfeld mit anbinden

Immerhin führt die Glasfaserleitung nach Oberndorf durch Helberhausen. Damit werde der eigenwirtschaftliche Ausbau in Helberhausen rentabler, stellt der Kreis fest. Und kündigt an: „Bei der Trassenplanung soll auch versucht werden, die Ortsteile Oechelhausen und Ruckersfeld mit anzubinden, sodass auch dort ein eigenwirtschaftlicher Ausbau attraktiv werden könnte.“

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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