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Hilchenbacher sieht Gefahr und schreitet selbst zur Tat
Inklusionsschaukel auf dem Ritterspielplatz abgesperrt

Björn Wentzek empfindet die Schaukel als Gefahr für spielende Kinder, deswegen ist er selbst zur Tat geschritten. Die Stadt will das Flatterband schnellstmöglich entfernen und das Spielgerät dann offiziell absperren.
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  • Björn Wentzek empfindet die Schaukel als Gefahr für spielende Kinder, deswegen ist er selbst zur Tat geschritten. Die Stadt will das Flatterband schnellstmöglich entfernen und das Spielgerät dann offiziell absperren.
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sos Hilchenbach. Viel Lob erhielt der neue Spielplatz an der Herrenwiese in Hilchenbach bei seiner offiziellen Eröffnung am 7. Juli, die Begeisterung bei Verantwortlichen und Familien war groß. Nun aber gibt es bereits harsche Kritik. Die Inklusionsschaukel, die naturgemäß so tief liegt, dass sie befahrbar ist, soll zu etlichen Verletzungen durch Quetschungen bei Kindern geführt haben, sagt Björn Wentzek. Er selbst habe schon den Fuß eines Mädchens befreien müssen. Seine Hinweise seien von der Stadt ignoriert worden, „deswegen sah ich mich gezwungen, das selbst in die Hand zu nehmen“. Gemeinsam mit seinem vierjährigen Sohn sperrte er die Schaukel dann am Dienstag mit rot-weißem Flatterband ab und schob Keile in die Zwischenräume von Schaukel und Boden.

sos Hilchenbach. Viel Lob erhielt der neue Spielplatz an der Herrenwiese in Hilchenbach bei seiner offiziellen Eröffnung am 7. Juli, die Begeisterung bei Verantwortlichen und Familien war groß. Nun aber gibt es bereits harsche Kritik. Die Inklusionsschaukel, die naturgemäß so tief liegt, dass sie befahrbar ist, soll zu etlichen Verletzungen durch Quetschungen bei Kindern geführt haben, sagt Björn Wentzek. Er selbst habe schon den Fuß eines Mädchens befreien müssen. Seine Hinweise seien von der Stadt ignoriert worden, „deswegen sah ich mich gezwungen, das selbst in die Hand zu nehmen“. Gemeinsam mit seinem vierjährigen Sohn sperrte er die Schaukel dann am Dienstag mit rot-weißem Flatterband ab und schob Keile in die Zwischenräume von Schaukel und Boden.

Eltern in der Pflicht

„Das darf er natürlich nicht“, betont Michael Schwenke, Leiter der Abteilung Tiefbau bei der Stadt Hilchenbach. Zwar sei es in der Tat möglich, dass sich Kinder an der Inklusionsschaukel verletzen könnten, aber auch nur dann, wenn diese nicht zweckmäßig genutzt werde. Er sieht die Eltern in der Pflicht, ihre Söhne und Töchter im Auge zu haben. „Sonst tun Kinder Dinge, die sie nicht tun sollen.“
Am Montag sei er darauf hingewiesen worden, dass sich einige Kinder, Björn Wentzek weiß von sechs, verletzt hätten. Daraufhin habe Schwenke gleich den Baubetriebshof informiert und die Sperrung in Auftrag gegeben. Aber es ist Urlaubszeit, deswegen wohl die Verzögerung.

Schlüssel für Schaukel fehlt noch

Eigentlich sei die Schaukel auch abschließbar, erklärt der Tiefbau-Leiter. Der Schlüssel liege aber noch beim Hersteller, kurzfristig solle dieser aber geliefert werden. Möglich sei dann eine Aushändigung an alle Menschen mit entsprechender körperlichen Behinderung, damit sie die Schaukel jederzeit befahren können.

Beschilderung wird erfolgen

Auch ein Schild, auf dem Sinn und Zweck der Inklusionsschaukel erläutert sind, werde in jedem Fall noch aufgestellt. Warum dies noch nicht geschehen ist? „Der öffentliche Druck, den Spielplatz endlich zu eröffnen, war groß“, so der Tiefbau-Leiter. Da war dann eben noch nicht alles 100-prozentig fertig. Allerdings: „Er war sicherheitstechnisch abgenommen“, betont er. Sonst wäre der Platz nicht freigegeben worden.

Termin mit dem Hersteller abwarten

Das Absperrband von Björn Wentzek soll jedenfalls entfernt werden, so auch die Keile. „Wir machen das dann mit einem Spanngurt und einem Schloss, damit es auch hält“, erklärt Michael Schwenke. Zudem solle nächste, spätestens übernächste Woche ein Termin mit dem Hersteller, dem Gemeindeversicherungsverband und dem TÜV stattfinden. „Wir wollen schauen, ob man etwas verbessern kann.“

Inklusionsschaukel ein "Highlight"

Für ihn stehe jedenfalls fest: „Die Inklusionsschaukel ist ein Highlight für uns. Jetzt dürfen nicht diejenigen, für die sie gedacht ist, den Kürzeren ziehen.“ Deswegen sei ein bisschen mehr Eigenverantwortung und Aufsicht seitens der Eltern wünschenswert. Das bestreitet Wentzek nicht, leider reiche es oft jedoch nicht, an die Vernunft zu appellieren.

Meinungen gehen auseinander

Er, der den Spielplatz gerne besucht und auch die Inklusionsschaukel als großen Mehrwert empfindet, hatte seinem Ärger auch in der Facebook-Gruppe „Offenes Forum Hilchenbach kontrovers“ Luft gemacht. Dort gehen die Meinungen auseinander: von „Danke fürs Handeln, Hinschauen und Mund aufmachen“ über „Stattdessen wird hier wieder diskutiert und das Haar in der Suppe gesucht“ bis hin zu „Das Eingreifen von Ihnen, diese zu Sperren, ist für mich dünnes Eis und kann in meinen Augen als Selbstjustiz benannt werden“.

"Es hat mir zu lang gedauert"

In der Tat: Sollten Schäden an der Schaukel entstanden sein, werde der Hilchenbacher Vater in die Pflicht genommen, so Schwenke. Wentzek aber geht nicht davon, dass er mit den kleinen Kunststoffkeilen etwas kaputt gemacht haben könnte. Ihm sei es lediglich darum gegangen, eine Diskussion anzustoßen und Kinder vor Verletzungen zu bewahren. „Es hat mir zu lang gedauert, man muss bei so etwas sofort handeln“, bleibt er dabei, dass die eigenmächtige Sperrung richtig war. „Das war couragiert, glaube ich.“

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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