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Altlasten auf dem Areal Hammerwerk
Kauf bedeutet Risiken

Wie kann das Hammerwerk Vorlaender reaktiviert werden? An diesem im Wahlkampf abermals nach vorn geholten Thema scheiden sich die Geister.
  • Wie kann das Hammerwerk Vorlaender reaktiviert werden? An diesem im Wahlkampf abermals nach vorn geholten Thema scheiden sich die Geister.
  • Foto: Jan Schäfer
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

js Allenbach. Kein großes Vorankommen gab es am Mittwochabend, als der Hilchenbacher Haupt- und Finanzausschuss über die Zukunft des Hammerwerks Vorlaender beriet. CDU, UWG und FDP hatten keinen Erfolg mit ihrem Antrag, die Verwaltung damit zu beauftragen, das Industriegelände anzukaufen und mit Hilfe von Drittmitteln wieder vermarktbar zu machen für eine Gewerbeansiedlung.
Stadt soll selbst handelnDie Stadt, so erklärte FDP-Fraktionschef Ernst Heinrich Hofmann im Namen der Antragsteller, müsse das Heft des Handelns in der Hand behalten und die Entwicklung steuern, statt sie privaten Unternehmern zu überlassen. Nachbarkommunen hätten gezeigt, wie es geht – u. a. die Stadt Kreuztal bei den Benderhallen in Ferndorf. Bürgermeister Holger Menzel ließ diesen Vergleich nicht zu.

js Allenbach. Kein großes Vorankommen gab es am Mittwochabend, als der Hilchenbacher Haupt- und Finanzausschuss über die Zukunft des Hammerwerks Vorlaender beriet. CDU, UWG und FDP hatten keinen Erfolg mit ihrem Antrag, die Verwaltung damit zu beauftragen, das Industriegelände anzukaufen und mit Hilfe von Drittmitteln wieder vermarktbar zu machen für eine Gewerbeansiedlung.

Stadt soll selbst handeln

Die Stadt, so erklärte FDP-Fraktionschef Ernst Heinrich Hofmann im Namen der Antragsteller, müsse das Heft des Handelns in der Hand behalten und die Entwicklung steuern, statt sie privaten Unternehmern zu überlassen. Nachbarkommunen hätten gezeigt, wie es geht – u. a. die Stadt Kreuztal bei den Benderhallen in Ferndorf. Bürgermeister Holger Menzel ließ diesen Vergleich nicht zu.

Metalcom in der Verantwortung 

Anders als bei dem insolventen Ferndorfer Unternehmen gebe es in Allenbach eine Eigentümergesellschaft, die durchaus noch liquide sei. Die Metalcom aus der Lombardei sei als Schadensverursacherin somit in der Verantwortung. Eine Förderung des AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) sei zwar nur bei kommunalen Liegenschaften möglich. Aber: „Das würde ein nicht unerhebliches Risiko bedeuten.“ Es könne sich als „Schuss in den Ofen“ erweisen, das Areal zu übernehmen und damit die Verantwortung für die Altlasten zu übernehmen.

Über 1 Million Euro für Sanierung

Dass es diese vor allem in Form von Bodenverunreinigungen gibt, wurde durch Untersuchungen belegt. Das Umweltamt des Kreises Siegen-Wittgenstein habe die Eigentümerin aufgefordert, einen Sanierungsplan zu erstellen. Erste Kostenschätzungen gehen von 1,3 bis 3,5 Millionen Euro aus für den Abriss der Gebäude. Eine zuverlässige Aussage über die Gesamtkosten werde erst aus dem Sanierungsplan hervorgehen. Allein könne die Stadt dies nicht schultern. Es müsse also darum gehen, ein Konstrukt zu erstellen, das tragbar sei, sagte Menzel. Wenn ein Kauf politisch gewünscht sei, müssten auch die Konsequenzen getragen werden. Die Verwaltung solle „endlich in die Pötte kommen“, fasste Andreas Bolduan (UWG) die Intention des Antrags zusammen.
„Es ist ja nicht so, dass wir es nicht wollen“, wehrte Menzel ab. Die Verwaltung habe Schwierigkeiten, ein rechtliches Konstrukt zu finden, „das für uns machbar ist“. Mehr als der symbolische Euro dürfte aus Sicht der Verwaltung nicht gezahlt werden für das Hammerwerk.

Vorlaender wird zum Wahlkampf-Thema

Michael Stötzel (SPD) nannte den Vorstoß der drei Fraktionen einen „Wahlkampfantrag“ und stellte gleich einen Gegenantrag: Die Stadt solle mit dem Eigentümer Gespräche über den Kaufpreis führen und zudem mit den beiden privaten Interessenten für das Areal sprechen und Fördermöglichkeiten eruieren. Dieser Antrag war präziser als der ursprüngliche und wurde daher an seiner Stelle zur Abstimmung gestellt. Zustimmung gab es von einer Mehrheit aus SPD, Linken, Grünen und Bürgermeister.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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