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Neues ev. Gemeindezentrum Hilchenbach
Kirchwiese wird zum Mittelpunkt

Auf dieser Grünfläche zwischen Pfarr- (links) und Konfirmandenhaus soll das neue Zentrum der ev. Kirchengemeinde Hilchenbach entstehen. Bau- und Genehmigungsanträge werden in den nächsten Tagen eingereicht.
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  • Auf dieser Grünfläche zwischen Pfarr- (links) und Konfirmandenhaus soll das neue Zentrum der ev. Kirchengemeinde Hilchenbach entstehen. Bau- und Genehmigungsanträge werden in den nächsten Tagen eingereicht.
  • Foto: Jan Schäfer
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js Hilchenbach. Zeit ist Geld. Diese Phrase mag abgedroschen sein, bewahrheitet sich nun aber auch für die ev. Kirchengemeinde Hilchenbach. Seit 2011 schon denken die Verantwortlichen darüber nach, den im Eigentum befindlichen und zu bewirtschaftenden Gebäudebestand zu verkleinert und stattdessen ein kompakteres Gemeindezentrum am Kirchplatz zu errichten. Lange Diskussionen, Widerstand aus den Reihen der Gemeinde, die Klärung von Genehmigungs- und Finanzierungsfragen und personelle Einbußen haben dazu geführt, dass bislang noch keine Fakten geschaffen wurden. 
Jetzt rückt der Baustart in greifbare Nähe, die Kosten aber haben sich über all die Jahre stetig nach oben entwickelt. Die aktuelle Kostenberechnung von Architekt Matthias Krämer gehe von gut 1,8 Mill.

js Hilchenbach. Zeit ist Geld. Diese Phrase mag abgedroschen sein, bewahrheitet sich nun aber auch für die ev. Kirchengemeinde Hilchenbach. Seit 2011 schon denken die Verantwortlichen darüber nach, den im Eigentum befindlichen und zu bewirtschaftenden Gebäudebestand zu verkleinert und stattdessen ein kompakteres Gemeindezentrum am Kirchplatz zu errichten. Lange Diskussionen, Widerstand aus den Reihen der Gemeinde, die Klärung von Genehmigungs- und Finanzierungsfragen und personelle Einbußen haben dazu geführt, dass bislang noch keine Fakten geschaffen wurden. 
Jetzt rückt der Baustart in greifbare Nähe, die Kosten aber haben sich über all die Jahre stetig nach oben entwickelt. Die aktuelle Kostenberechnung von Architekt Matthias Krämer gehe von gut 1,8 Mill. Euro aus – vor zweieinhalb Jahren war noch mit einer halben Million weniger gerechnet worden. Dennoch: Das Presbyterium hat den aktualisierten Plänen des Architekten zugestimmt, in einer Gemeindeversammlung wurden sie am Montag präsentiert und diskutiert.

Landeskirche nahm Einfluss

Eigentlich hatte Pfarrer Hans-Jürgen Uebach auf einen Baustart noch in diesem Jahr gehofft, dann aber hatte es noch Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde und der Landeskirche gegeben. Die Bauberatung aus Bielefeld brachte ihre eigenen Vorschläge auf den Tisch, musste dem Projekt zustimmen. Immer wieder habe die Landeskirche versucht darauf hinzuwirken, dass der Neubau kleiner ausfalle. Unterm Strich aber stimmte sie einer moderaten Planänderung zu. Demnach soll das neue Gemeindezentrum insgesamt die bereits vor anderthalb Jahren genannte Dimension haben – die Form des großen Saals wird nun aber etwas quadratischer ausfallen, nicht so länglich wie seinerzeit skizziert. Kleine Veränderungen wurden zudem beim Technikraum, beim Übergang ins Pfarrhaus und bei der Ausstattung des Saals eingearbeitet. Beispielsweise sind nun bodentiefe Fenster geplant, die mehr Tageslicht bringen – aber eben auch Mehrkosten mit sich ziehen.

Nach wie vor geplant – und vorausgesetzt – ist der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles am Kirchplatz, bestehend aus Kirche, inzwischen leerstehendem Pfarrhaus, Konfirmandenhaus und Ziegenstall (heute als Garage genutzt). Der Neubau wird als Verbindungselement zwischen Pfarr- und „Konfihaus“ gesetzt, Räumlichkeiten aus den beiden Bestandsgebäuden werden mit für das Gemeindezentrum genutzt. Das Obergeschoss des Pfarrhauses soll baulich so autark gemacht werden, dass es als Wohnung vermietet werden kann. Die dafür nötigen Umbauten sind nicht in den genannten Kosten enthalten, sie werden aus dem normalen Gemeindehaushalt finanziert. Vorhandene Einrichtungsgegenstände aus dem Gemeindehaus an der Sang – vor allem Möbel – sollen mit ins neue Gemeindezentrum ziehen und dort genutzt werden. Bei Ausgestaltung und Einrichtung des Baus werden die Leiter der verschiedenen Nutzergruppen mit einbezogen.

Erwarteter Baubeginn: Frühjahr 2020

Ob die vom Architekten errechnete Gesamtsumme ausreicht, wird sich in Kürze zeigen. In der kommenden Woche wird das Projekt der Landeskirche zur Genehmigung vorgelegt, gleichzeitig wird beim Kreis Siegen-Wittgenstein der Bauantrag eingereicht. Sobald grünes Licht sowohl aus Bielefeld als auch aus Siegen kommt, soll der Bau beginnen. „Wir rechnen damit, dass es im Frühjahr 2020 endlich so weit ist“, erklärt Hans-Jürgen Uebach. Etwa anderthalb Jahre werde dann gebaut.

Parallel zu den beiden noch ausstehenden Genehmigungsverfahren – die Stadt Hilchenbach hat ihre bauplanerische Zustimmung bereits vor anderthalb Jahren gegeben – werden die einzelnen Gewerke nun ausgeschrieben. Wenn die Ausschreibungsergebnisse vorliegen, besteht Klarheit über tatsächliche Kosten. Fest steht aus Sicht der Gemeinde: Die mit 1,8 Mill. Euro angegebene Bausumme ist die Obergrenze. Noch seien keine Eigenleistungen berücksichtigt, dieser Joker bleibt also noch. Zur Finanzierung des Betrags wird die Gemeinde ihren Gebäudebestand lichten; nicht sofort, sondern nach und nach in den kommenden Jahren. Der erste Eigentümerwechsel wird in Helberhausen erwartet. Dort möchte der dafür im Frühjahr gegründete Dorfentwicklungsverein die Kapellenschule gern kaufen und zu einem Bürgertreff ausbauen. Das Thema Erbpacht sei dort inzwischen übrigens vom Tisch, berichtet Uebach. Jetzt geht es um einen Verkauf, 60 000 Euro soll der aufs Baukonto bringen.

Etwas später sollen die Gemeindehäuser Allenbach und Hilchenbach verkauft werden. In der Allenbacher Immobilie befinden sich bereits Wohnungen, denkbar wäre es, sie zu einem Mehrfamilienhaus umzubauen. Das Gemeindehaus an der Sang soll abgerissen werden. Der Investor, der bereits das innenstadtnahe Grundstück ins Auge gefasst habe, sei nach wie vor interessiert. Das Allenbacher Pfarrhaus wird ebenfalls verkauft, wenn die Bewohner, das Pfarrer-Ehepaar Scheckel, in den Ruhestand gehen. Weitere Gelder sollen aus Grundstücksverkäufen und der Entnahme von Rücklagen kommen. Auch ein Zuschuss des Kirchenkreises und Spenden sind mit „eingepreist“.

Da die Finanzierung auf nicht sofort verfügbaren Verkaufserlösen fußt, gewährt der Kirchenkreis eine zinsfreie Zwischenfinanzierung. Bis das neue Gemeindezentrum fertig ist, sollen die beiden alten Gemeindehäuser nutzbar bleiben.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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