European Energy Award
Klimakommune in Nöten

2010 und 2015 bekam Hilchenbach das Zertifikat als Klimaschutzkommune. Nach der nächsten Runde könnte Schluss sein damit. Foto: Jan Schäfer
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js Hilchenbach. Die Klimaschutzkommune Hilchenbach muss in Zukunft ohne Zertifikat auskommen – wenn sie nicht tiefer in die Tasche greift. Die NRW-Förderung für das Programm „European Energy Award“ (eea) läuft aus, nunmehr können keine neuen Anträge auf Förderung oder Folgeförderung eingereicht werden. Für Hilchenbach besteht ein Bestandsschutz bis zum Ende der aktuellen Laufzeit – am 30. November 2020 ist aber Schluss, zumindest was die Landeszuschüsse angeht.

Seit März 2008 ist Hilchenbach beim eea dabei, zweimal wurde die Stadt bereits als Klimakommune zertifiziert (2010 und 2015). Im Herbst dieses Jahres ist aber noch einmal ein weiteres Audit mit erneuter Zertifizierung geplant, wie die Verwaltung jetzt im Bauausschuss erklärte. Die Förderquote für Hilchenbach lag laut Verwaltung zwischen 66 und 79 Prozent. „Insgesamt wurde der eea-Prozess über einen Zeitraum von elf Jahren mit 60 300 Euro gefördert. Der Eigenanteil lag bei 20 878 Euro.“

Durch die Teilnahme am eea seien verschiedene Förderungen ermöglicht worden, u. a. folgende:

• Klimaschutzkonzept und Klimaschutzmanager (85 Prozent Förderung, knapp 138 000 Euro);

• Klimaschutzteilkonzept Integrierte Wärmenutzung (95 Prozent, 31 000 Euro);

• Sanierung der Raumlufttechnik in der Car-Kraemer-Realschule (25 Prozent, 12 800 Euro);

• Anschaffung von E-Mobilen für den Baubetriebshof (50 Prozent, gut 34 000 Euro);

• Energiesparen an Schulen (95 Prozent; 12 000 Euro);

„Insgesamt konnten Förderungen in Höhe von 227 669 Euro über den Teilnahmezeitraum in Anspruch genommen werden.“ Baudezernent Michael Kleber bedauert die Entscheidung des zuständigen Ministeriums und hält sie „unter strategischen Gesichtspunkten für falsch“. Das Instrumentarium des eea finde nicht nur in Deutschland, sondern europaweit immer mehr Teilnehmer.

Auch die Politik zeigte sich enttäuscht vom Aus des geförderten eea-Prozesses für Hilchenbach. Wolle die Stadt ohne Zuschüsse weitermachen, müssten über einen Zeitraum von vier Jahren jährlich 6500 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Das müsse bei den Etatberatungen für 2020 besprochen werden.

Michael Stötzel (SPD) ärgerte sich, dass das Land sich aus der Verantwortung ziehe. Peter Neuhaus (Grüne) bezeichnete die Entscheidung als „Axt am Stamm des kommunalen Klimaschutzes“. Jetzt endlich Druck nachwachsender Generationen auf. Über einen Klimaschutzmanager müsse im Zuge der nächsten Haushaltsplanberatungen gesprochen werden, meinte auch André Jung (CDU). „Ich bedauere auch, dass es mit dem eea nicht weitergeht“, kritisierte er die Entscheidung des Landes.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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