SZ

Gemeindezentrum Hilchenbach
Krise durchkreuzt den Zeitplan

Noch ist der Baustart für das neue Gemeindezentrum – und damit auch den Abriss des Gemeindehauses an der Sang – nicht in Sicht. Noch steht die Kontrollinstanz auf der Bremse. Archivfoto: Jan Schäfer
  • Noch ist der Baustart für das neue Gemeindezentrum – und damit auch den Abriss des Gemeindehauses an der Sang – nicht in Sicht. Noch steht die Kontrollinstanz auf der Bremse. Archivfoto: Jan Schäfer
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js Hilchenbach.  Der Frühling 2020 sollte Bewegung bringen in ein Projekt, mit dem sich die ev. Kirchengemeinde Hilchenbach seit beinahe einem Jahrzehnt beschäftigt. Das nicht unumstrittene, inzwischen aber mehrheitlich getragene Vorhaben, sich von Gebäuden zu trennen und dafür ein kompakteres Zentrum am Kirchplatz zu schaffen, hätte mit dem ersten Spatenstich sichtbar vorankommen sollen. Das zumindest war der Zeitplan, der Architekt und Gemeinde im Herbst vorschwebte. Bislang aber hat sich noch nicht viel getan – abgesehen davon, dass das Obergeschoss des ausgedienten Pfarrhauses derzeit in eine Mietwohnung umgewandelt und in absehbarer Zeit wieder mit Leben gefüllt sein wird.

js Hilchenbach.  Der Frühling 2020 sollte Bewegung bringen in ein Projekt, mit dem sich die ev. Kirchengemeinde Hilchenbach seit beinahe einem Jahrzehnt beschäftigt. Das nicht unumstrittene, inzwischen aber mehrheitlich getragene Vorhaben, sich von Gebäuden zu trennen und dafür ein kompakteres Zentrum am Kirchplatz zu schaffen, hätte mit dem ersten Spatenstich sichtbar vorankommen sollen. Das zumindest war der Zeitplan, der Architekt und Gemeinde im Herbst vorschwebte. Bislang aber hat sich noch nicht viel getan – abgesehen davon, dass das Obergeschoss des ausgedienten Pfarrhauses derzeit in eine Mietwohnung umgewandelt und in absehbarer Zeit wieder mit Leben gefüllt sein wird.

In einer Videokonferenz hat sich das im März neu zusammengestellte Presbyterium am Donnerstag auf den neuesten Stand bringen lassen. Pfarrer Herbert Scheckel, der neue Vorsitzende des Gemeindevorstands, klärte die SZ auf Anfrage über die Gründe für eine abermalige Verzögerung auf.

Gleich an mehreren Stellen ist der Zeitplan nun ins Stocken geraten. Zum einen geht es nach wie vor um das komplexe Finanzierungsmodell, auf dem die Gemeinde ihre Zukunftsvision gründet. Wie berichtet, werden vor allem die Erlöse aus geplanten Gebäudeveräußerungen mit eingepreist. Das Gemeindehaus an der Sang soll verkauft (und damit zum Abriss freigegeben) werden, veräußert werden sollen zudem das in Allenbach und das dortige Pfarrhaus, sobald das Pfarrerehepaar Scheckel in den Ruhestand tritt. Auch ein Verkauf der Kapellenschule in Helberhausen an den dortigen Trägerverein steht mit auf der Rechnung.

Die Kirchengemeinde ist in dieser Finanzierungsfrage jedoch auf grünes Licht von oben angewiesen. Nicht nur der ev. Kirchenkreis Siegen muss mitspielen, sondern auch die übergeordnete Ev. Landeskirche. Und genau zwischen diesen Instanzen hängt die Partie derzeit. Während Bielefeld beispielsweise fordert, dass die zum Abstoß freigegebenen Gebäude im Erbbaurecht weitergegeben werden, halten die Hilchenbacher dagegen. „Wir möchten lieber verkaufen“, sagt Scheckel.

Um zumindest das noch immer ungeschriebene Unterkapitel in Helberhausen schneller abschließen zu können, soll der angestrebte Verkauf der Kapellenschule (60 000 Euro soll sie bringen) aus dem Gesamtpaket herausgelöst werden. Eine Entflechtung aus dem komplizierten Konstrukt soll helfen, unter Dach und Fach ist die Sache aber offensichtlich noch nicht, wenn auch die Löffelstädter den Treffpunkt bereits fleißig nutzen.

Der zweite Hemmschuh drückt auf Seite des Architekten. Der, so fordern es die kirchlichen Kontrollinstanzen, soll seine Unterschrift unter eine Bausummen-Obergrenze von 1,8 Mill. Euro setzen. Aus Gemeindesicht würde das Sicherheit bringen, erklärt Herbert Scheckel. Der Pfarrer versteht aber auch, dass das Unterzeichnen einer solchen Garantie derzeit nicht ganz leicht von der Hand gehen dürfte. Denn, und das ist zugleich der dritte bleierne Fuß auf der Bremse, die Corona-Lage bringt gewaltige Unsicherheiten mit sich. Im schlimmsten Fall könnte es also erst dann weitergehen mit dem Gemeindezentrum, wenn die Pandemie ausgestanden ist.

Grundsätzlich dürfte die allseits herbeigesehnte Zeit nach Corona, wann auch immer sie beginnen mag, die Hilchenbacher wie auch andere Kirchengemeinden vor weitere finanzielle Herausforderungen stellen. Immerhin ist ein Einbruch der Kirchensteuereinnahmen absehbar, und das könnte wiederum einen Griff in eben jene Rücklagen bedeuten, die Teil des Finanzierungsmodells sind.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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