Lang, laut und klasse

Der Zahn der Zeit hat nicht an Grobschnitt genagt. Drei Stunden lang überzeugte die Kult-Band aus Hagen ihre Fans.  Foto: rach
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mir Grund. Als Late-Night-Act angekündigt, als Top-Performer verabschiedet. Grobschnitt gab auf dem Giller alles, drückte dem Zelt-Festival zum 20-Jährigen einen eigenen Stempel auf. Und das Publikum schlich am Sonntagnacht nach drei vollen Konzertstunden um fünf vor eins entkräftet in die laue Nacht und in die Busse. Elf Stunden später in einem Internetportal ein erster Kommentar: „Endlich mal wieder gute Mucke, lang laut und klasse.“ Recht hat er, der Fan.

Wie gesagt, drei Stunden zelebrierten die alten Herren um „Wildschwein“ und Toni Moff Mollo, beides Gründungsmitglieder anno 1970, ihre Kult-Songs. Nicht zu vergessen Milla Kapolke, seit 1980 am Bass der Mann für die tiefen Begleittöne. Auch ein Älterer, der seinem Instrument eine Menge toller Passagen entlockte. Dazu zweimal Familien-Nachwuchs: „Wildschweins“ Sohnemann Stefan Danielak und Manu Kapolke. Beide flink und kreativ an den Gitarren, die Jungs haben jetzt schon Niveau und eigentlich noch so viel vor sich. Die Mischung stimmte einfach.

Die alten Songs aus den 70er Jahren kamen ein Stück weit anders daher als auf den Platten anno dazumal. Aber halt gut. Meistens auch perfekt abgemischt, nur zwischendurch mal ein zu lauter Mischmasch. Die erste Stunde schon begeisterte.

Zum ersten Mal seit 1978 spielte Grobschnitt in voller Länge „Rockpommels Land“. Ein musikalisches Märchen um den Jungen Ernie, der von einem wunderbaren, großen Vogel namens Maraboo gerettet wird. Zwischendurch begegnen ihm steinerne Gestalten. Klar, die Figuren mussten am Pfingstabend mit auf die Bühne. Eindrucksvoll und bedrohlich.

Auch der zweite Kracher des Abends hatte es in sich. „Solar Music“ hat Grobschnitt bekannt gemacht, es ist der Kult-Song der Band vom Album „Ballermann“ (1974). Rockig am Anfang, dann zusehends elektronisch untermalt. Längere Passagen einfach sehr psychedelisch. Wabernde Nebel, schillernde Farben, abhebende Elektroniktöne. „Solar Music“ hat noch ein zweites Gesicht. Harte Gitarrenriffs, pochendes Schlagzeug, dazu sprühende Pyrotechnik und wiederum schräge Maskenmänner, die mit dem Feuer hantieren. Einfach bombastisch.Viele, viele Fans von früher waren da. Solche, die schon 1974 in der Hilchenbacher Schützenhalle mitgerockt haben. Oder in Erndtebrück und Hamm/Sieg, „in so einer Diskothek“, wie „Wildschwein“ noch wusste.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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