SZ

Umgestaltung der Hilchenbacher Stadtmitte
Marktlage nicht aussichtslos

Die Stadtverwaltung favorisiert diesen Umgestaltungsentwurf für den Markt. Sowohl das Plateau im Westen als auch der Mittelbereich würden mit Baumhainen begrünt.
2Bilder
  • Die Stadtverwaltung favorisiert diesen Umgestaltungsentwurf für den Markt. Sowohl das Plateau im Westen als auch der Mittelbereich würden mit Baumhainen begrünt.
  • Foto: Stadtplanung Loth
  • hochgeladen von Jan Schäfer (Redakteur)

js Hilchenbach. Optimistische Aufbruchstimmung durchströmte am Mittwochabend den Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss, als er sich mit der potenziellen Zukunft des Marktplatzes als Herzstück der Kommune befasste. Die Grünen hatten vor einigen Monaten angeregt, die seit vielen Jahren immer wieder diskutierte und in die Schublade zurückgelegte Umgestaltung der gepflasterten Fläche vor Fachwerkkulisse voranzutreiben – die zwar schön anzusehen ist, die aber durchaus etwas mehr Lebendigkeit vertragen könnte.

Die Verwaltung hat sich Unterstützung eines Fachbüros geholt.

js Hilchenbach. Optimistische Aufbruchstimmung durchströmte am Mittwochabend den Hilchenbacher Stadtentwicklungsausschuss, als er sich mit der potenziellen Zukunft des Marktplatzes als Herzstück der Kommune befasste. Die Grünen hatten vor einigen Monaten angeregt, die seit vielen Jahren immer wieder diskutierte und in die Schublade zurückgelegte Umgestaltung der gepflasterten Fläche vor Fachwerkkulisse voranzutreiben – die zwar schön anzusehen ist, die aber durchaus etwas mehr Lebendigkeit vertragen könnte.

Die Verwaltung hat sich Unterstützung eines Fachbüros geholt. Die Siegener Stadtplanerin Christine Loth und ihre Mitarbeiterin Alexandra Franck haben in den vergangenen Wochen genau hingeschaut, welche Potenziale der historische Marktplatz bietet, haben die vor einigen Jahren von Studenten präsentierten Entwürfe noch einmal zur Hand genommen und bestehende Ideen in realitätsnahe Vorentwürfe verwandelt. „Wir zeigen Möglichkeiten auf, wie der Markt mit Augenmaß attraktiver werden kann“, sagte Stadtplanerin Loth. Ziel der Neugestaltung soll eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sein, der Verkehr – ob parkend oder fahrend – soll neu organisiert werden, sichere Laufwege und -bereiche für Fußgänger sollen her. Der Markt soll aber auch weiterhin multifunktionale Nutzungen zulassen, Außengastronomie soll ermöglicht werden, die Gebäude müssen berücksichtigt und besser in Szene gesetzt werden.

Die Planerinnen haben den Markt in Absprache mit der Verwaltung in drei Teilbereiche für eine Umgestaltung gesplittet – das soll eine Realisierung in mehreren Schritten erleichtern. Der „obere Markt“ ist der heute von Treppenstufen umrandete Westteil, der „Markt“ ist die mittlere Fläche, der „untere Markt“ ist der Bereich zwischen Rathaus, Pampeses und dem Hilchenbach.

Daraus entstanden sind vier Entwürfe, die der Politik zur Vertiefung und weiteren Diskussion vorgestellt und an die Hand gegeben wurden, die den Markt allesamt nicht zur autofreien Zone machen. Entwurf 1 („lebendiger Norden“) sieht auf beiden Seiten des Marktes Parkmöglichkeiten vor (14 Stellplätze), die Bushaltestelle würde ins Zentrum rücken. Auf der Nordseite sind Grünflächen mit Spielangeboten vorgesehen, ein Wasserlauf und ein Wasserspiel sollen ein zusätzliches Element mit auf die steinerne Fläche bringen. Am „oberen Markt“ würde ein auch von der Gastronomie nutzbares Plateau mit Baumhain entstehen – im Mittelbereich zwei Baumreihen als Ersatz für den bisherigen Baumbestand. In einer Alternativvariante dieses Entwurfs würden die Bestandsbäume im Mittelbereich stehen bleiben. In beiden Varianten würden einige Parkplätze auf der Südseite eingebüßt zugunsten von Flächen für Außengastronomie. Die Fußgänger würden in zwei fast parallelen Achsen geleitet, einmal entlang der Fachwerkfassade bis zum Bach (der mit einem Steg „überschaubar“ gemacht werden könnte) und einmal in Verlängerung des Wegs zur Wilhelmsburg.

Entwurf 2 legt den lebendigen Teil auf die Südseite. Der motorisierte Verkehr kann zum Parken (16 Stellplätze) auf den Markt kommen, der jedoch würde zur Sackgasse. Nicht nur auf dem (Gastronomie-) Plateau würde eine Hainstruktur angelegt, sondern auch im südlichen Bereich vor den Fachwerkfassaden. Dort würde auch der Wasserlauf entstehen.

Entwurf 3, die „gewagtere Variante“, sieht den Markt als „sehr urbane Fläche“ vor mit Gastronomiebereichen im Süden, elf Autostellplätzen und Durchgangsverkehr. Das Plateau würde nicht höher als der Markt liegen, sondern in den Hang hineingegraben. Der Mittelbereich würde relativ baumfrei daherkommen.

Die Stadt, die den ersten Entwurf favorisiert, hatte im Vorfeld mit Händlern in der Innenstadt geklärt, dass diese durchaus auf Parkplätze verzichten könnten – wenn diese attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten weichen würden. Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis und Stadtmarketingkollegin Kerstin Broh zeigten sich zuversichtlich, dass die vorliegenden Entwürfe tatsächlich realisierbar seien. Fördertöpfe wie die für Dorferneuerung und Städtebau könnten die notwendigen Finanzen sichern. Die Bezirksregierung habe die Entwürfe ebenfalls erhalten, die Stadt bittet um ein Gespräch. Breite Zustimmung kam aus den Reihen der Politik, die nun in den Fraktionen beraten möchte.

Wie passen die Pläne zu den Veranstaltungen, die den Marktplatz zumindest in regelmäßigen Abständen mit Leben füllen? Wochen-, Weihnachts- und Mondscheinmarkt seien kompatibel, auch beim Sommerkonzert der Philharmonie sieht die Verwaltung kein Problem. Klare Einschnitte sind hingegen bei der Herbstkirmes zu erwarten. „Die Schausteller finden aber ihren Weg“, beruhigte Kyrillos Kaioglidis, der auch eine Ausweitung der Kirmeszone in die Gassen und Straßen rund um den Markt ins Spiel brachte. „Es sind ja nur vier Tage im Jahr.“ Die sollten der möglichen Aufhübschung für die restliche Zeit nicht im Weg stehen.

Die Stadtverwaltung favorisiert diesen Umgestaltungsentwurf für den Markt. Sowohl das Plateau im Westen als auch der Mittelbereich würden mit Baumhainen begrünt.
Ein Hingucker ohne attraktive Aufenthaltsflächen: Die Stadt Hilchenbach möchte ihren Marktplatz zu einem belebteren Zentrum machen.  Foto: Jan Schäfer
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen