Markttrubel vor historischer Kulisse

In der Hilchenbacher Ortsmitte entwickelte sich ein besonders „gewichtiges” Geschehen

Hilchenbach. Einige spannende Fragen rankten sich um den Hubertus- und Bauernmarkt in der Stadtmitte. Zum Beispiel, wie viele Besucher am Sonntagabend auf Socken nach Hause gegangen sind. Lächelnd sann Bürgermeister Günter Schlabach darüber nach. Ebenso, überlegte er laut beim Fassanstich mit Händler-Vertreter Horst Günter Hassler und Harald Barocke von der Krombacher Brauerei, hätten sich kaum jemals so viele Leute für sein Gewicht interessiert wie im Vorfeld der Veranstaltung der Leistungsgemeinschaft Hilchenbacher Einzelhändler. Der Rätsel Lösungen blieben zwar bis zum Ende geheime Stadtsache, gleichwohl zeugten sie von zwei der vielen Aktivitäten, mit denen die jüngste Auflage des Volksfestes für Unterhaltung sorgte: Gummistiefel-Weitwurf und das Gewicht-Schätzspiel mit vier Hilchenbacher Persönlichkeiten hielten die Besucher bei bester Laune und winkten mit Preisen. Die Verlosung der Gewinne übernahm ebenso wie die Versteigerung einer Hirsch-Nachbildung am Sonntagabend der Moderator des Marktes, Rolf Diehl. Er informierte die Marktbesucher nicht nur über das üppig bestückte Bühnenprogramm, sondern schickte sie auch in die anderen Winkel der Altstadt, wo es eine ganze Reihe weiterer Anziehungspunkte gab. Fast 80 Stände sorgten für reichlich Anlaufstationen. Dazu zählte das Festzelt des Hegerings Hilchenbach, dessen Jagdhornbläser-Gruppe unter Leitung von Peter Schragen mit dem „Fürstengruß” die offizielle Festeröffnung begleitet hatte. Der Hegering ist von Anfang an Mitgestalter des Hubertusmarktes gewesen und verleiht ihm seine unverwechselbare, forstliche Komponente. Kernstück im Zelt zwischen Rathaus und Wilhelmsburg des Hegeringes war ein Infostand. „Viele Leute haben Vorurteile gegenüber der Jagd, die meist auf Informationsdefiziten beruhen. Wir möchten versuchen, das ein wenig auszugleichen”, erklärte der Sprecher des Hegeringes, Stefan Hickmann. Eine Ausstellung über „Jagd, gestern und heute”, Infoblätter über heimische Giftpflanzen, essbare und ungenießbare Pilze sowie die Populationsbestände des Feldhasen boten eine Fülle an Neuigkeiten. Geschickt und aufwendig präparierte Tiere in einer Gruppe, darunter Rehe, Dachs und Wildschwein, stellte Präparator Hartmut Gerlach aus Herzhausen vor. In der Bastelecke für Kinder konnten die Kleinen den „Kleinsten Wald der Welt” in einem Karton bauen. Außerdem veräußerte der Hegering 300 verschiedene Baumsorten. Die Käufer nahmen automatisch an einer Verlosung teil. Verkauft wurde auch frisches Wildbret aus dem heimischen Forst und ein Hochsitz. Viel Mühe für den Markt hatte sich auch noch eine ganze Reihe weiterer Vereine und Institutionen gegeben. Die Treckerfreunde Müsen waren abermals mit ihren historischen Gefährten dabei, demonstrierten u.a. die Funktionsweise einer Bandsäge. Das Waldcafé hatte seine Pforten geöffnet, die Waldgenossenschaften Hofes/Heinzes und Moll/Schweitzer boten ihre Appetithappen zugunsten einer Sitzgruppe feil, die vom Erlös für die hiesigen Wälder angeschafft und aufgestellt werden soll. Heißen „Tschai”, eine Art alkoholfreier Punsch aus Frucht und Gewürzen, verkaufte der Stamm Ginsburg der Pfadfinderschaft. Natürlich fehlte zu dieser schon recht kühlen Jahreszeit auch der Glühwein nicht. Leckerer Bergkäse, Fleisch- und Metzgereiprodukte mit viel Lokalkolorit, Pizza und Pfälzer Weine zählten ferner zur breiten Front der schmackhaften Magenfüller. Drechselarbeiten aus dem Erzgebirge und die Arbeiten eines Seilflechters unterstrichen den eigenständigen Charme des Geschehens. Echte Bergschafe mitsamt Schafsfellprodukten hatte „Die Wollerin” Maren Eick aus Hilchenbach herbeigeschafft, ein Glücksschmied ließ die Eisen glühen und – erstmalig dabei – Motorsägenkünstler Georg Ott, seines Zeichens Förster aus dem Odenwald, überraschte mit seinem „schnittigen” Metier. Aufsehenerregende Vorführungen brachten auch die Mitglieder der THW-Hundestaffel mit ihren Tieren mit, die Rettungssituationen mit den Hunden demonstrierten. Gehorsamsübungen gab es auch beim Gebrauchshunde-Sportverein Siegen, der mit 15 Hunden vor Ort war. Akustische Leckereien garantierte das Bühnenprogramm, an dem u.a. das Unterhaltungsduo „Tommy und Daggy” und die Lokalmatadore von den „Redhair Mountain Devils” teilhatten. Kräftig Laut gaben auch die Feuerwehrkapelle Hilchenbach, die Birkelbacher Peitschenknaller mit Band und die Dotzlarer Herzbuben als Double der Wildecker Vorbilder. Ebenfalls mit von der Partie waren die Jagdhornbläser Kalteiche. Kostenloses Ponyreiten für Kinder, Aufführung von „Dino’s Puppenbühne” in der Sparkasse, ein Kindertrödelmarkt und die Ausstellung des Kaninchenzuchtvereins Hilchenbach und Umgebung waren besonders beim Nachwuchs sehr beliebt. sib

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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