»Mehr als man erwarten konnte«

Hilchenbach tanzt in Sommernacht / Gelungener musikalischer Auftakt mit Russell N. Harris

gmz Hilchenbach. Hilchenbach – nicht der Kongress – tanzte am Freitagabend: Zum Auftakt des ersten Hilchenbacher Sommerfestes stellte sich der neue Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen, Russell N. Harris, mit einem sommerlich beschwingten Programm vor, das nicht nur den Musikern sichtlich Spaß machte, sondern auch das Publikum begeisterte. So sehr, dass es vermutlich der »Drohung« des Dirigenten gar nicht mehr bedurft hätte, der ankündigte, dass das Orchester aufhören würde zu spielen, wenn das Publikum bei dem Strauß-Walzer »Rosen aus dem Süden« nicht mittanzte! Das Orchester spielte natürlich weiter, auch dann, als Russell N. Harris zum Tänzchen vom Podium verschwand ... Wer im Publikum nicht tanzte, der schunkelte und klatschte jedenfalls mit!

»Unser Orchester«, wie es Rolf Skale für den Aktionsring Hilchenbach, den Festveranstalter, formulierte, traf am Freitagabend den Musikgeschmack der vielen, vielen Hilchenbacher »aus nah und fern«, die den lauen Sommerabend (nur in der Pause von einem nicht weiter nennenswerten Regengetröpfel durchbrochen) auf dem schönen Marktplatz genießen wollten.

Das Orchester hatte passend zu dieser Open-Air-Stimmung die Musik ausgesucht. Sie spannte den Bogen vom spanischen Temperament einer Carmen-Ouverüre (mit einem Dirigenten, der schon zu Beginn seines Auftritts seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellte und die »berühmte Attacke« gegen Stiere und sonstige Unwägbarkeiten mimisch ritt), über den zarten und verzauberten »Sommernachtstraum«, die pfiffigen Ränke eines »Barbier von Sevilla«, die verzweifelte Bosheit einer Lady Macbeth und das tragische Temperament einer »Czardas-Fledermäusin« zur ruhig-grünen und weit gespannten Landschaft der »Greensleeves«, zum Traum von »Summertime«, zum Traum des »Sound of Music«. Auch wenn die Akustik zwischen (Musik-)Zelt und Marktplatz nicht perfekt war – was bedauerlicherweise besonders bei den Stücken auffiel, in denen die exzellente Sopranistin Yvonn Füssel-Harris, Ehefrau des Dirigenten, als »Überraschungsgast« auftrat (beispielweise bei Verdis »Macbeths«, wie in der Strauß-»Fledermaus« und Gershwins »Porgy and Bess« – aber es wird sicher noch andere Gelegenheiten geben, sie zu hören!?) – so litt die Stimmung jedenfalls nicht darunter. Das lag sicher am mitreißenden Spiel der Musiker und an der geschickten Auswahl der Stücke, die im zweiten Teil von der »Unterwelt« über den Ungarischen Tanz Nr.5, über die Polka »Donner und Blitz« und den Walzer »Rosen aus dem Süden« zum schmissigen Radetzky-Marsch reichten.

Es lag aber auch an den unbestreitbaren guten und angenehm selbstironisch gebrochenen Entertainer-Qualitäten, über die Russell N. Harris zweifelsohne auch verfügt – natürlich neben seinen dirigentischen (so ließ die sehr pointierte und tändelnde Darbietung der »Barbier«-Ouvertüre aufhorchen, um nur ein Beispiel zu nennen). Einen guten Kontakt zum Publikum fand der Dirigent sofort – und sein Wunsch, dieses Open-Air sei der Beginn einer guten Tradition, klang nicht nur in den Ohren des Publikums viel versprechend, das Orchester und Dirigent mit Begeisterung feierte. Auch den stellv. Bürgermeister Hilchenbachs, Manfred Weber, der sich mit Blumen für Yvonn Füssel-Harris und einem Präsentkorb für Russell N. Harris bedankte, veranlasste es zu der Bemerkung, der gelungene Abend sei mehr gewesen, als man habe erwarten können! – Ein guter Start in die Zukunft der Musik in der Region!

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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