Mehr Chancen für Hauptschülerinnen

Mädchen suchten mit Politikern nach Lösungshilfen beim Weg in die Berufswelt

Dahlbruch. Werbetechnikerin, Einzelhandelskauffrau, Erzieherin oder eine Arbeit im medizinischen Bereich – die Berufswünsche der Schülerinnen der Hauptschule Dahlbruch sind vielfältig. Ihre Träume zerplatzen jedoch schnell, wenn sie die Abgangsklassen betrachten. Etwa die Hälfte der Zehntklässlerinnen hat immer noch keinen Ausbildungsplatz. Damit wollen sich die Neuntklässlerinnen jedoch nicht abfinden.

Zusammen mit ihrer Lehrerin Ute Strackbein und Diplompädagogin Sandra Thiemt vom Kreis Siegen-Wittgenstein riefen sie die heimischen Politiker und Betriebe auf den Plan und luden alle zu einem Gespräch ins Jugendzentrum Dahlbruch ein. Das Thema: »Mehr Chancen für Hauptschülerinnen«. »Wir sind der Ansicht, das Hauptschülerinnen, gerade wenn es um die Berufswahl geht, benachteiligt sind«, erklärt die Dahlbrucher Schülerin Patricia Vedda. »Zwar werden wir von der Schule mit Hilfe von Lehrstellenbörsen oder Vorstellungs-Trainings gefördert, doch viele Firmen haben immer noch Vorurteile, wenn es um Bewerbungen von Hauptschülern geht.«

So machten es sich die Neuntklässlerinnen zur Aufgabe, gerade die Mädchen beim Weg in die Berufswelt zu unterstützen. Per Workshop informierten sie ihre Mitstreiterinnen über Tipps und Tricks bei der Bewerbung sowie über spezifische Berufsbilder. Doch nicht nur das allein soll helfen. »Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Knüpfen von Kontakten zu Kommunalpolitikern und heimischen Betrieben, denn nur so kann die Gleichberechtigung und das Finden von Ausbildungsplätzen gefördert werden«, so Patricia Vedda. Eine Möglichkeit sehen die Schülerinnen in der Übernahme von Patenschaften von Politikern zu einzelnen Hauptschülern. »Sie könnten uns zum Beispiel bei der Ausbildungsplatzsuche so lange unterstützen, bis ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen worden ist.«

Die geladenen Gäste schienen von der Idee begeistert. Doch auch sie hatten ihre Vorschläge. Während CDU-Ratsmitglied Gerda Siemann anbot, gemeinsam mit den Mädchen Schreiben an einzelne Betriebe aufzusetzen, erklärte Andreé Jung von der Jungen Union sich bereit, zusammen mit den Schülerinnen Betriebe zu besuchen und so persönliche Kontakte vor Ort zu knüpfen. FDP-Fraktionssprecher Ernst Heinrich Hofmann kündigte an, Mädchen, die an Berufen in der Baubranche interessiert seien, den Einstieg zu erleichtern. Siegfried Wagener von SMS Demag bot an, die Hauptschüler über spezielle Ausbildungsberufe zu informieren.

Besonderen Anklang fand ein Vorschlag von Klaus Fenster, Leiter der Berufsberater des Arbeitsamtes Siegen: »Die Schülerinnen sollten für sich werben, zum Beispiel in Form von Bewerbungsmappen, die die Betriebe bei der Dahlbrucher Hauptschule anfordern können. Wichtig ist jedoch, dass die Mädchen sich nicht nur auf die spezifischen Frauenberufe festlegen, sondern das Spektrum auf ihre Fähigkeiten ausweiten.«

tb

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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