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Topfit durch den Lockdown
Mit eisernem Willen dem Virus trotzen

Klaus Weber hat in Coronazeiten richtig investiert. Auf dem Spinning-Rad hält sich er sich fit, Expander und Hanteln gehören mit zu seinem Mini-Fitnessstudio.
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  • Klaus Weber hat in Coronazeiten richtig investiert. Auf dem Spinning-Rad hält sich er sich fit, Expander und Hanteln gehören mit zu seinem Mini-Fitnessstudio.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

mir Siegen/Helberhausen. Eine gefühlte Ewigkeit lang hält uns das C-Virus schon fest in der Statistenrolle: kein Freitags-Turnen der Vereinsfrauen, kein Spinning im Fitnessklub, alle hobbysportlichen Aktivitäten in der Gruppe liegen brach. Wie beim Mikado – keiner bewegt sich. Medizinisch gesehen eine Katastrophe, ein Nährboden für Adipositas-Erkrankungen. Von den psychischen Folgen mal abgesehen. Wie kommt man einigermaßen fit durch den Lockdown? Wer schafft das überhaupt? Zwei ambitionierten, strukturierten Menschen gelingt das ganz gut: Juliane Scheel, sie ist die „Seele“ der TSG Helberhausen, und Klaus Weber aus Dielfen (früher Landesliga-Fußballer, heute Mountainbiker und Fitnesssportler daheim).

mir Siegen/Helberhausen. Eine gefühlte Ewigkeit lang hält uns das C-Virus schon fest in der Statistenrolle: kein Freitags-Turnen der Vereinsfrauen, kein Spinning im Fitnessklub, alle hobbysportlichen Aktivitäten in der Gruppe liegen brach. Wie beim Mikado – keiner bewegt sich. Medizinisch gesehen eine Katastrophe, ein Nährboden für Adipositas-Erkrankungen. Von den psychischen Folgen mal abgesehen. Wie kommt man einigermaßen fit durch den Lockdown? Wer schafft das überhaupt? Zwei ambitionierten, strukturierten Menschen gelingt das ganz gut: Juliane Scheel, sie ist die „Seele“ der TSG Helberhausen, und Klaus Weber aus Dielfen (früher Landesliga-Fußballer, heute Mountainbiker und Fitnesssportler daheim).

Ehemann Ehrenfried muss mit auf die Gymnastikmatte

Juliane Scheel hat eine Grundidee: „Ich bin eisern zu mir selbst. Das Lauftraining in der Gruppe vermisse ich sehr, ziehe das aber an festen Tagen allein durch.“ Nicht nur lange Strecken, auch Intervalle tun ihr gut. Bei Wind und jedem Wetter. Nach dem Lockdown bei Null wieder anfangen, das will sie mit allen Mitteln verhindern. Freitags der Sport mit den Frauen aus dem Dorf, das fehlt ihr schon, sagt Juliane Scheel: „Seit ewigen Zeiten gehört das zu meinem Alltag. Jetzt darf das alles nicht mehr sein.“ Whatsapp-Gruppen müssen reichen, der Kontakt untereinander bleibt. Als Ersatz für den Freitagssport hat Juliane Scheel ein neues Opfer gefunden: ihren Ehemann Ehrenfried. „Der muss dran glauben. Matten raus, dann machen wir gemeinsam Gymnastik im Wohnzimmer.“

Youtube-Video für die Homepage

An einem Freitag hatte Ehrenfried Pause, in der Vereinssporthalle ging es zur Sache: Youtube-Fitness – die TSG hat für ihre eigene Homepage ein Video gedreht. Mit Gymnastik und vielen anderen sportlichen Übungen zum Nachmachen daheim. Mittendrin dabei: natürlich Juliane Scheel. Grundsätzlich hält die 63-jährige Helberhäuserin viel von solchen Aktivitäten. Auf diversen Fernsehprogrammen und Internetportalen ist sie fündig geworden. „Fit in den Tag“, so heißt ein Programm, „das kommt mir sehr entgegen, da mache ich gerne mit, wann immer es geht.“ Ja, die Geselligkeit fehlt. Im feierfreudigen Helberhausen sowieso. Im Advent haben die Läufer der TSG deshalb eine supertolle Aktion gestartet: Ein Läuferstern aus Holz wurde auf Reisen geschickt und musste gesucht werden. Der Finder nahm das Teil beim Laufen mit und positionierte es neu – alle Gruppenmitglieder erhielten ein Foto als Hinweis. Mal tauchte das Objekt an der Klinik auf, mal am Hilchenbacher Markt im Weihnachtsbaum, einmal sogar in Heinsberg. 63 Stationen hat Juliane Scheel gezählt, alle Teilnehmer sind immer noch begeistert. Ostern folgt eine Fortsetzung mit einem Holz-Ei.

Spinning-Rad für zu Hause

Klaus Weber ist anders drauf, aber mindestens so ambitioniert. Schon beim ersten Lockdown im März/April 2020 hat er sich neu orientiert und 2020 mit dem Mountainbike bzw. E-Bike 4500 Kilometer im Sattel absolviert. Eine stramme Leistung. Damit nicht genug: Im September bereits hat er für den Winter vorgesorgt und sich ein Spinning-Rad für zu Hause gekauft. Nebenbei noch kurze Hanteln zum Muskeltraining. Einen Gummi-Expander hat er sich noch gegönnt, der wird im Türrahmen fixiert. Und eine flache Bank für Übungen aller Art: „Ich will nicht ganz abstumpfen. Kreativ muss man sein.“ Alles Corona-bedingte Extra-Ausgaben. Auch weil Fitness-Aktivitäten im Studio seit Monaten ausfallen.
Regen ist für Klaus Weber grundsätzlich kein Hindernis im Sport. Aber bei Sonnenschein fühlt er sich ungleich mehr motiviert. Spazierengehen um die Obernautalsperre, raus in den Wald, wenn schon kein Urlaub in den Bergen möglich ist. „Auf halber Strecke an der Obernau sind an einem sonnigen Sonntag Wolken aufgezogen, das hat mich richtig geärgert. Nicht mal das geht gut im Lockdown, kein voller Tag mit Sonne, schade.“ Ein Indiz, wie sehr der Mensch nach dem Frühjahr lechzt.

Neue Laufschuhe bestellt

So einen relativ sorgenfreien Sommer wie 2020 wünscht sich Klaus Weber noch einmal. Lange Touren mit dem E-Bike, zum Beispiel bis nach Limburg. „An solchen Tagen verzichte ich gerne auf das Fitnessstudio.“ Vielleicht auch ein Resultat aus dem ersten Lockdown, als seine Firma sechs Wochen am Stück geschlossen war. „In der Zeit bin ich jeden Tag mit dem Bike rausgefahren.“ In Corona-Zeiten nur vor dem Fernseher sitzen, das kommt für Klaus Weber nicht infrage: „Das ödet mich an, ich will doch nicht verblöden.“ Sich kirre machen lassen, dazu kommt es nicht. Jeden Tag nimmt sich Klaus Weber etwas vor. Für die Zeit nach Schnee und Eis hat er einen Plan: „Ich bin zig Jahre nicht gelaufen, jetzt habe ich mir Laufschuhe bestellt und will wieder mit dem Joggen anfangen.“ Eine prima Idee. Urlaub machen käme ihm entgegen, vielleicht zum Wandern in die Berge fahren. „Wir planen von Tag zu Tag. Mal ehrlich, wir sind doch alle etwas verwöhnt, wenn ich höre, dass Leute vier- oder fünfmal im Jahr urlauben.“ Stimmt, wahre Worte.

Klaus Weber hat in Coronazeiten richtig investiert. Auf dem Spinning-Rad hält sich er sich fit, Expander und Hanteln gehören mit zu seinem Mini-Fitnessstudio.
Juliane Scheel ist morgens mit Gymnastik am Start, feste Lauftermine hat sie sich gegeben, und beim Video-Dreh für die Vereinshomepage ist sie auch aktiv.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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