Bauspielplatz in Hilchenbach mit Steampunk-Flair
Mit Volldampf in die Sommerferien

Beim Hilchenbacher Bauspielplatz wird nicht nur das Rad neu erfunden: „Dampfzwerge“ und „Schraubwichtel“ gehen zwei Wochen lang unter die Erfinder und Entdecker.
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  • Beim Hilchenbacher Bauspielplatz wird nicht nur das Rad neu erfunden: „Dampfzwerge“ und „Schraubwichtel“ gehen zwei Wochen lang unter die Erfinder und Entdecker.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Hilchenbach. Ole, Luca und Paul wühlen im Holzstapel, suchen nach geeignetem Baumaterial für ihre Wohnwagen. Der Urlaubstrend scheint nicht an ihnen vorbeigegangen zu sein. Ein Gefährt ist bereits fahrtüchtig. Unter dem Bretter-„Chassis“ sorgen zwei ausgediente Skateboards für Beweglichkeit, erklärt Luca. Der Motor ist auch schon eingebaut. Am Lenkrad eines zweiten Vehikels – hierfür musste ein Drahtesel-Rad herhalten – nehmen Ole und Paul Platz. Das Gewusel im alten Hilchenbacher Rathauspark beim 17. Bauspielplatz im Rahmen der Ferienspiele lässt die Corona-Pandemie fast vergessen. Fast. Auf den ersten Blick zumindest. Das Team um Heike Kühn und Roman Mengel vom Kinder- und Jugendbüro aber muss etliche zusätzliche Register ziehen, um die beliebte Aktion unter freiem Himmel Corona-konform und zugleich doch kindgerecht zu ermöglichen. 58 „Dampfzwerge“ und „Schraubwichtel“ im Alter von sieben bis 13 Jahren leben in dieser Woche ihre Kreativität aus. „Erfinder und Entdecker in der Maschinenwelt“, lautet das Motto, das unter Volldampf Alt und Neu verbinden soll. Stichwort „Steampunk“. Neu, im Jahr zwei der Pandemie: In der kommenden Woche findet an gleicher Stelle eine Neuauflage statt. Die früher rund 100 Bastler große Gruppe wurde also geteilt.

Sicherheit am Bauspielplatz

Die Planungen für den Bauspielplatz laufen natürlich schon länger. „Bis eine Woche vor den Sommerferien haben wir unser Hygienekonzept immer wieder den aktuellen Gegebenheiten angepasst“, erzählt Heike Kühn. Und sogar noch draufgesattelt – Sicherheit geht vor! Alle drei Tage werden alle einem Schnelltest unterzogen, und auch die knapp 60 Jungs und Mädels in dieser Woche wurden noch einmal in zwei Gruppen unterteilt – in besagte „Wichtel“ und „Zwerge“.
Sie haben feste Betreuer, und die Gruppen dürfen sich nicht mischen: „So müssen innerhalb der Einheiten keine Masken getragen werden, und es gibt auch keinen Mindestabstand. Es herrscht also annähernd Normalität“, so Kühn. Die Folge: „In diesem Jahr gibt es alles doppelt: zum Beispiel zwei Holzstapel, zwei Materialausgaben, und auch das frisch zubereitete Mittagessen wird in den Gruppen eingenommen. „Einige Kinder tragen Maske, weil sie es möchten. Andere haben das aber schnell vergessen. Und darum geht es hier ja auch: Sie sollen abschalten können.“ Es gibt eine klare Trennlinie zwischen den Gruppe. Kühn: „Das klappt problemlos.“

Holz, Nägel - und Schrott

In diesem Jahr stehen dem Motto entsprechend nicht nur Holz und Nägel bereit. Nein, es gibt auch einen Schrottplatz, auf dem sich der Nachwuchs mit Tagestickets bedienen darf. Hannes, Henry, Jona und ihre Kumpel bauen z. B. ein Haus mit Dachterrasse. Stahlketten sichern den Freisitz ab, aus aktuellem Anlass wurde auch an ein Regenrohr gedacht. Im Innern zeigt ein Wärmemesser an, ob man frieren muss. Merle, Jannis, Jan und Max sind Verfechter des „Shabby chic“: Sie „pfuschen“ dem Zahn der Zeit ins Handwerk und bauen sich eine Bruchhütte. Stahlkette, Schweißerhelm und Motorsägenblatt verhelfen den vier Wänden zu industriellen Charme.

Neben Bauarbeit gibt's Poetryslam

Doch nicht nur handwerklich hat der Bauspielplatz einiges zu bieten. So wurden am Dienstag z. B. bislang verborgene Talente beim Poetry-Slam entdeckt, und Videodesigner Julius Leuthold samt Team sorgt für außergewöhnlichen Spaß und neue Einblicke in die Welt der Medien: Es wird mitgestaltet und nicht nur konsumiert. Am Mittwoch z. B. konnten sich die Jungs und Mädels, mit Neonschminke und -klamotten versehen, während eines Ausflugs in eine Neonhöhle filmen lassen. Ein großes Abenteuer!
Beim Hilchenbacher Bauspielplatz wird nicht nur das Rad neu erfunden: „Dampfzwerge“ und „Schraubwichtel“ gehen zwei Wochen lang unter die Erfinder und Entdecker. Am Wochenende gilt es dann, ebenfalls unter Volldampf, im alten Rathauspark wieder „klar Schiff“ zu machen. Bevor am Montag die beiden nächsten Gruppen voller Tatendrang in Holz- und Schrotthaufen auf Suche nach kreativen Ideen gehen. Um der Realität der Corona-Pandemie mit Ausflügen in eine selbstgeschaffene Fantasiewelt zu begegnen.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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