Nein zur Notdienstreform

js Hilchenbach. Einhellige Meinung herrschte am Mittwochabend im Hilchenbacher Rat, als es darum ging, den niedergelassenen Ärzten ein „Rezept“ für den künftigen Umgang mit Notdiensten auszustellen.

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab den Kommunalpolitikern eine Resolution zur Verabschiedung vorgeschlagen, in der es nach seinen Aussagen darum geht, die „gute ärztliche Versorgung“ der Stadt zu erhalten. Zum 1. Januar 2011 wird die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe die Form des Notdienstes reformieren und diesen auf zwei Notfallpraxen an Krankenhäusern in Siegen und Bad Berleburg konzentrieren. Die Hilchenbacher Ärzteschaft hatte sich in einem Schreiben hinter diese Reform gestellt (die SZ berichtete).

Das Gremium unterstützte am Mittwoch auch den Vorschlag des Bürgermeisters, eine dritte Notfallpraxis für das Kreisgebiet im Kredenbacher Krankenhaus einzurichten. „Ich habe Kontakt zu meinen Kollegen in Netphen und Kreuztal aufgenommen“, sagte Hasenstab. Beide unterstützten seinen Vorstoß. Auch die Klinik selbst stehe dieser Idee positiv gegenüber, habe Hasenstab bei einer entsprechenden Anfrage erfahren.

Gerhard Lattek (SPD) bezweifelte das einstimmige Votum der Hilchenbacher Ärzteschaft. Er habe in einem persönlichen Gespräch mit Ärzten einer Gemeinschaftspraxis erfahren, dass diese den Notdienst in bisheriger Form beizubehalten bereit wären.

André Jung (CDU) hätte sich die Diskussion zu diesem Thema schon früher gewünscht. Auch er mache sich Sorgen um Beeinträchtigungen der ärztlichen Versorgung für die Bürger. Er befürchte aber, dass sich die KV nicht auf eine dritte Notfallpraxis einlassen werde. „Das ist schließlich auch wieder mit höheren Kosten verbunden.“ Und auch das Argument der Nachwuchssorgen unter „Landärzten“ sei nicht von der Hand zu weisen. Dr. Peter Neuhaus (Grüne) prognostizierte eine „schlechtere Patientenversorgung“ für die Zeit nach der Reform. Gerade die Einführung regionaler Fahrdienste, bei denen die diensthabenden Ärzte von einem Dritten zum Patienten gefahren würden, sieht er als problematisch an. Neuhaus hätte sich zudem eine kritischere Stellungnahme der Hilchenbacher Ärzte gewünscht. „Dann hätten wir kräftiger auf die Trommel schlagen können.“Unisono unterstützte der Rat schließlich den vom Bürgermeister vorgelegten Resolutionsentwurf – mit einer verschärfenden redaktionellen Änderung: Das Gremium bittet die Mediziner nun konkret darum, „den bisherigen Notfalldienst beizubehalten“. Die von Hasenstab vorgeschlagene zeitliche Begrenzung („so lange wie möglich“) wurde auf Vorschlag von Gerhard Lattek gestrichen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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