SZ

Baugebiet wegen Hochwassergefahr in der Kritik
Neue Häuser direkt am Bach

Harmlos sieht der Ferndorfbach aus. Er plätschert durch Dahlbruch, teilweise liegen Wohnhäuser rechts und links dicht am Ufer. Nun sollen weitere Ein- und Mehrfamilienhäuser wenige Meter neben dem Gewässer errichtet werden – das Risiko sei beherrschbar, findet die Stadt.
  • Harmlos sieht der Ferndorfbach aus. Er plätschert durch Dahlbruch, teilweise liegen Wohnhäuser rechts und links dicht am Ufer. Nun sollen weitere Ein- und Mehrfamilienhäuser wenige Meter neben dem Gewässer errichtet werden – das Risiko sei beherrschbar, findet die Stadt.
  • Foto: ihm
  • hochgeladen von Praktikant Online

ihm Dahlbruch. Was kleine Bäche anrichten können, hat man im Juli in Euskirchen und an der Ahr gesehen. In den Wochen danach warnten Experten eindringlich vor dem Bauen in Hochwassergebieten. In Hilchenbach soll genau das jetzt trotzdem geschehen. Das Baugebiet „Helmes Wiese“ liegt unmittelbar an der Ferndorf – „da werden die Häuser bei Hochwasser auf jeden Fall unter Wasser stehen“, warnte Peter Gebhardt (FDP) jetzt im Infrastrukturausschuss.
Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig
Die Pläne für „Helmes Wiese“ liegen schon seit fast zehn Jahren auf dem Tisch. Wegen Problemen beim Erschließungsvertrag zwischen den Grundstückseigentümern und der Stadt ist der Bebauungsplan aber immer noch nicht rechtskräftig. Das soll sich nun ändern. Die 16.

ihm Dahlbruch. Was kleine Bäche anrichten können, hat man im Juli in Euskirchen und an der Ahr gesehen. In den Wochen danach warnten Experten eindringlich vor dem Bauen in Hochwassergebieten. In Hilchenbach soll genau das jetzt trotzdem geschehen. Das Baugebiet „Helmes Wiese“ liegt unmittelbar an der Ferndorf – „da werden die Häuser bei Hochwasser auf jeden Fall unter Wasser stehen“, warnte Peter Gebhardt (FDP) jetzt im Infrastrukturausschuss.

Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig

Die Pläne für „Helmes Wiese“ liegen schon seit fast zehn Jahren auf dem Tisch. Wegen Problemen beim Erschließungsvertrag zwischen den Grundstückseigentümern und der Stadt ist der Bebauungsplan aber immer noch nicht rechtskräftig. Das soll sich nun ändern. Die 16.000 Quadratmeter große Fläche zwischen der Hillnhütter Straße und dem Ferndorfbach soll Wohnbaufläche werden. Hier war früher ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb ansässig. Zwölf Baugrundstücke für Ein- und Mehrfamilienhäuser sollen zugeschnitten werden.

Die Hochwasserfrage ist in den Planunterlagen durchaus ein Thema. Die Untere Wasserbehörde hat angemerkt, dass zwar ein statistisches Jahrhunderthochwasser die Fläche nicht überschwemmen würde, aber nach den Hochwasserkarten ein 1000-jähriges Hochwasser das Plangebiet teilweise überfluten würde. Die Wasserexperten verlangen, dass ein fünf Meter breiter Streifen von der Oberkante der Ferndorfböschung aus freigehalten werden muss. Das soll im Plan auch so festgelegt werden.
Mahnend erhob Peter Gebhardt trotzdem im Rathaus die Stimme: „Ich bin da skeptisch. Ich würde jedenfalls dort nicht bauen.“ Auch Oliver Schneider (CDU) fand, „die Grundstücke da sind nicht unkritisch“.

Die Flächen sind Privatbesitz

Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis sah keinen Grund, die Pläne noch einmal unter die Lupe zu nehmen: „Ich habe keinen Zweifel, dass die Grundstücke sich schnell verkaufen lassen.“ Das ist allerdings nicht Angelegenheit der Stadt, denn die Flächen sind in Privatbesitz. Gebhardt: „Die zukünftigen Bauherren werden sich das hoffentlich genau überlegen.“ Dass anderswo auch nah an Bächen gebaut werde, sei kein Argument. „Wenn die Häuser schon da sind, ist das was anderes, hier geht es ja um neue Gebäude.“

Der Siegener Wasserbau-Ingenieur Prof. Dr. Jürgen Jensen hatte bei seinen Vorträgen nach der Flutkatastrophe versucht, die heimischen Kommunalpolitiker für die Gefahr durch Starkregen zu sensibilisieren. Er hatte sogar vor „Hochwasser-Demenz“ gewarnt, die einsetze, wenn die Katastrophenbilder verblassen. Ein Jahrhundert-Hochwasser sei eben nicht mehr verlässlich das Schlimmste, womit man rechnen müsse. Je näher die Häuser an die Gewässer rückten, desto problematischer sei die Situation – insbesondere, wenn bei Starkregen Material mitgerissen werde, das dann die Bachläufe verstopfe.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

16 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Anzeigen in der Siegener Zeitung
Anzeigen einfach online aufgeben

Egal ob privat oder gewerblich: Mit der Online-Anzeigenannahme der Siegener Zeitung können Kunden ihre Anzeige schnell und unkompliziert über das Internet aufgeben. Die Online-Anzeigenaufgabe bietet ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten und verschiedene Buchungsoptionen. Viele Kategorien und Muster für AnzeigenWählen Sie die gewünschte Kategorie und ein Anzeigenmuster, gestalten Sie Ihre eigene Anzeige und buchen Sie in der gewünschten Rubrik. Als registrierter Benutzer können Sie...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.