Kollision in Müsen
Polizist ändert Unfallbericht zugunsten einer Kollegin

Die Zeichnungen der Polizei sind auch nach Tagen an der Unfallstelle zu sehen. Die Beamten vor Ort hatten schnell die Unfallverursacherin ausgemacht. Ein Beamter der Kreuztaler Polizei änderte die Bewertung vom Bürostuhl aus aber um 100 Prozent.
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  • Die Zeichnungen der Polizei sind auch nach Tagen an der Unfallstelle zu sehen. Die Beamten vor Ort hatten schnell die Unfallverursacherin ausgemacht. Ein Beamter der Kreuztaler Polizei änderte die Bewertung vom Bürostuhl aus aber um 100 Prozent.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

kalle Müsen. Es war der 18. Mai dieses Jahres als die 19-jährige Mira (Name geändert) gegen 17.15 Uhr mit ihrem weißen Opel Corsa kurz vor ihrer Wohnadresse in Müsen in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. An der Ecke Poststraße/Hauptstraße kollidierte die junge Frau mit einem weißen Skoda. Die Polizei wurde verständigt. Es rauschten an: eine Polizeikommissarin, ein Polizeikommissar und ein Kommissar-Anwärter, auf der Unfallermittlung 315210-180520-17.15 alle mit Namen und Dienstgrad aufgeführt. Nach Bewertung des Polizei-Trios, nach der Anfertigung einer Unfallskizze, wurde die Fahrerin des Skoda in der Unfallmitteilung an Nummer eins gesetzt. Die Beamten vor Ort hatten damit auch die Skodafahrerin als Unfallverursacherin festgestellt.

Plötzlich war alles ganz anders

Wenige Tage später traf bei der Unfallbeteiligten Mira ein Brief der Kreispolizeibehörde, Außenstelle Kreuztal, ein. Der Sachbearbeiter, ein Polizeihauptkommissar, teilte mit: „Durch die sachbearbeitende Dienststelle wurde die Verursachung des Verkehrsunfalls anders bewertet, als von den aufnehmenden Beamten (...). Die Opel-Corsa Fahrerin sei in einem zu engen Bogen abgebogen und habe somit gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen. Ein Vorfahrtsverstoß der anderen Fahrzeugführerin, wie vor Ort festgelegt, liegt hier nicht vor.“ So hatte sich in gerademal 48 Stunden die Situation geändert. Vom Unfallopfer zur Unfallverursacherin. Wie der Polizeihauptkommissar vom Schreibtisch aus zu dieser Kehrtwende kommt, teilt er nicht mit.

Eine übliche Verfahrensweise?

SZ-Recherchen ergaben, dass die Unfallteilnehmerin, die von den Beamten vor Ort nach Ermittlung der Sachlage und Anhörung der Beteiligten zuerst als Verursacherin aufgeführt worden ist, sowie deren Ehepartner beide bei einer benachbarten Kreispolizeibehörde beschäftigt sind. Auf Anfrage der Siegener Zeitung sprach Pressesprecher Michael Zell von der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein von einer üblichen Verfahrensweise, dass eine Sachbearbeitung am Schreibtisch zu einer anderen Bewertung komme, als die Beamten an der Einsatzstelle. In wie vielen Fällen es zu einer nachträglichen Änderung des Verursachers auf der polizeilichen Unfallmitteilung komme, konnte Zell nicht beantworten. Die Polizei führe hier keine Statistik. Mit der nachträglichen Änderung einher ging ein Bußgeldbescheid für die junge Frau, wegen Linksabbiegens in engem Bogen gegen das Rechtsfahrgebot. Kosten: 128,50 Euro. Ein Punkt in Flensburg kommt dazu Mira hat bei Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung beim Kreis Einspruch eingelegt.
Wir berichten weiter.

Die Zeichnungen der Polizei sind auch nach Tagen an der Unfallstelle zu sehen. Die Beamten vor Ort hatten schnell die Unfallverursacherin ausgemacht. Ein Beamter der Kreuztaler Polizei änderte die Bewertung vom Bürostuhl aus aber um 100 Prozent.
Die drei Beamten hielten an der Unfallstelle die vorgefundenen Situation der Fahrzeuge fest.
Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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