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Auftrag der Bundesregierung
Pro Woche 500.000 Mundschutzmasken aus Müsen

Auch in den Reihen der Feuerwehr werden die Mundschutzmasken made in Müsen verwendet.  Foto: bjö
  • Auch in den Reihen der Feuerwehr werden die Mundschutzmasken made in Müsen verwendet. Foto: bjö
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bjö Müsen. Diese Nachricht klingt richtig gut: Die Bundesregierung greift auf Müsener Know-how zurück, um sich gegen materielle Engpässe im Pandemie-Schutz zu rüsten.

Am Donnerstag poppte die erfreuliche E-Mail aus dem Bundesgesundheitsministerium bei Sven Achenbach, dem Geschäftsführer der Firma „Incutech GmbH“ auf, die in den ehemaligen Sieper-Hallen am Bocherich normalerweise Autozuliefererteile herstellt: Ab diesem August bis Ende nächsten Jahres werden die bislang 20 Mitarbeiter des Betriebs, der eigentlich schon auf Kurzarbeit umgestellt hatte, wöchentlich 500 000 OP-Mundschutzmasken für die Bevorratung des Bundes produzieren.

Dafür investiert die Firma nun in eine neue Maschine mit vollautomatisierter Fertigungslinie in der Größenordnung von einer Viertelmillion Euro.

bjö Müsen. Diese Nachricht klingt richtig gut: Die Bundesregierung greift auf Müsener Know-how zurück, um sich gegen materielle Engpässe im Pandemie-Schutz zu rüsten.

Am Donnerstag poppte die erfreuliche E-Mail aus dem Bundesgesundheitsministerium bei Sven Achenbach, dem Geschäftsführer der Firma „Incutech GmbH“ auf, die in den ehemaligen Sieper-Hallen am Bocherich normalerweise Autozuliefererteile herstellt: Ab diesem August bis Ende nächsten Jahres werden die bislang 20 Mitarbeiter des Betriebs, der eigentlich schon auf Kurzarbeit umgestellt hatte, wöchentlich 500 000 OP-Mundschutzmasken für die Bevorratung des Bundes produzieren.

Dafür investiert die Firma nun in eine neue Maschine mit vollautomatisierter Fertigungslinie in der Größenordnung von einer Viertelmillion Euro. Schon jetzt angelaufen ist bei den Müsenern zudem die Produktion von Atemschutzmasken im CPA-Standard, wie er gegen das Coronavirus als Mindestschutz gilt.

Betrieb wird umgestellt

„Das habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt – wir haben Anfragen ohne Ende.“ Incutech-Geschäftsführer Sven Achenbach fühlt sich beinahe überrollt von den Folgen seiner findigen Idee, aus der Not eine Tugend zu machen. Sein Betrieb, der „normal im Bereich Dämmen und Dichten“ für die großen Marken der Automobilindustrie produziert, für Schaum- und Kunststoffbearbeitung bekannt ist und daher per se mit Textilstoffen zu tun hat, stellte seine schon vorhandenen Maschinen sowie die Fingerfertigkeit der Belegschaft in den vergangenen Tagen auf die Herstellung von Masken um. Ultraschall-Schweißgeräte werden damit gleichsam zu Nähmaschinen.

In dieser Woche ist die Produktion angelaufen, für die komplette Fertigung der Masken wartet die Firma noch auf die Lieferung eines Bauteils, das kommende Woche eintreffen sein soll. Dann ist es nur noch eine Frage von wenigen Tagen, bis dieses Müsener Endprodukt von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) das nötige CPA-Zertifikat erhält (die Abkürzung steht für „Corona Pandemie Atemschutz“).

Die FFP-2-Masken zum Eigenschutz der Träger entstehen in Müsen seit Beginn dieser Woche, die Maximalkapazität in der täglichen Produktion liegt voraussichtlich bei 3000 Exemplaren. Auf über 20000 Masken belaufen sich die derzeitigen Vorbestellungen bei einem Stückpreis von unter 2 Euro.

Kurzarbeit dürfte vorbei sein

Damit dürfte die Kurzarbeit bei „Incutech“ bald vorbei sein: „Sehr genau planen“ müsse der Betrieb demnächst, welcher Auftrag in welchem Umfang realisierbar ist. Die Corona-Krise erwischte die Firma, die seit 2009 produziert, in einer Zeit eigentlich voller Auftragsbücher. Doch die Vorbestellungen aus der Automobil-Branche erodierten mit den verschärften Infektionsschutz-Maßnahmen nach und nach, sodass die Firma Kurzarbeit anmelden musste. Die dürfte vorbei sein.

Sven Achenbach rechnet außerdem damit, dass er für die Neuaufträge rund um Corona neben den irgendwann wieder anlaufenden Produktionsaufträgen für die Automobilindustrie neue Arbeitskräfte benötigt, um dem Bedarf gerecht zu werden. Sven Achenbach: „Im Moment ist der Markt dankbar für jedes Produkt, das irgendwie schützt. Doch der Ansturm reicht mir jetzt schon.“

Fester Bestandteil der Angebotspalette auch in Zukunft

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Produktion von Masken auch über das Jahr 2021 hinaus ein fester Bestandteil der Angebotspalette seiner Firma bleiben wird. Maximal 1,2 Millionen Exemplare des OP-Mundschutzes werden die Müsener mit der neuen Maschine wöchentlich produzieren können.

Neben dem Großauftrag des Bundes bleiben – zumindest was die technischen Möglichkeiten betrifft – noch Produktionskapazitäten übrig, der aktuelle Bedarf ist bundesweit bekanntermaßen riesig. Achenbach: „Für uns ist die gegenwärtige Situation eine ganz besondere Herausforderung, aber auch eine Riesenchance.“

Autor:

Björn Hadem aus Kreuztal

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